WEINZIERL AM WALDE KENNENLERNEN
Weinzierl am Walde: Höhle, Hochland und zwölf Orte
Die Gemeinde Weinzierl am Walde zählt 1.221 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 44,59 Quadratkilometer. Sie liegt im südlichen Waldviertel oberhalb der Wachau. Zwölf Katastralgemeinden verteilen sich über das waldreiche Gebiet; Gudenushöhle und alte Siedlungsnamen erzählen von Besiedlung und Zusammenwachsen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Weinzierl am Walde – Wikipedia, feste Artikelversion
Die Gudenushöhle im Burgfelsen
Die Gudenushöhle liegt im Kremstal unterhalb von Burg Hartenstein und ist eine rund 30 Meter lange Durchgangshöhle mit drei Eingängen. Nahe der Höhle vereinigen sich Große und Kleine Krems. Ihr heutiger Boden liegt etwas mehr als sieben Meter über dem normalen Wasserstand. Ausgrabungen fanden Steinwerkzeuge und einen Adlerknochen mit eingeritztem Rentier. Der Benediktiner Leopold Hacker entdeckte den Fundplatz 1883; die älteste Kulturschicht ist laut Landesdarstellung rund 70.000 Jahre alt. Museumsangaben belegen Neandertalerwerkzeuge, während jüngere altsteinzeitliche Schichten weitere Funde wie Knochenpfeife und Nähnadeln enthalten. Teile davon sind im Naturhistorischen Museum Wien und im MAMUZ zu sehen.
Quellen: Gemeinde – Entstehung und Urgeschichte | Weinzierl am Walde · Die Gudenushöhle | Niederösterreich Tourismus · Altsteinzeit | Naturhistorisches Museum Wien
Orte mit langen Namenstraditionen
Die frühesten schriftlichen Belege betreffen Nöhagen (1122) sowie Ostra, Reichau und Großheinrichschlag (1157). Weinzierl erscheint 1240 in einer Urkunde; der Name wird mit dem mittelalterlichen Beruf eines für den Weinbau zuständigen Verwalters verbunden. Lobendorf ist 1302 als „Lugendorf“, Himberg 1309 erstmals genannt. Ostra und Reichau verweisen laut Gemeindechronik auf slawische Ansiedlungen. Für weitere Orte gelten Rodung und deutsche Besiedlung im 13. Jahrhundert als prägend; Neusiedl gehört zu den Namen dieser Ausbauphase.
Quellen: Gemeinde – Entstehung und Urgeschichte | Weinzierl am Walde
Gemeinde über verstreute Katastralgemeinden
1850 bestanden im heutigen Gebiet sieben politisch selbstständige Gemeinden. Spätere Verwaltungszusammenlegungen formten zunächst zwei größere Einheiten: Weinzierl am Walde mit Nöhagen, Maigen und Stixendorf sowie Großheinrichschlag mit Lobendorf, Habruck, Himberg, Neusiedl und Wolfenreith. Reichau blieb bis 1970 eigenständig und schloss sich dann Weinzierl an. 1972 wurden die beiden Großgemeinden unter dem heutigen Namen vereint. Die zwölf Katastralgemeinden heißen Weinzierl am Walde, Stixendorf, Ostra, Reichau, Nöhagen, Maigen, Lobendorf, Himberg, Großheinrichschlag, Wolfenreith, Habruck und Neusiedl; St. Johann ist Ortsteil von Großheinrichschlag. Das Gemeindeamt befindet sich in Nöhagen, die Volksschule in St. Johann.
Quellen: Weinzierl am Walde – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde – Entstehung und Urgeschichte | Weinzierl am Walde
Kirchen und Schulwege im Hügelland
Im Gemeindegebiet liegen die Pfarren Weinzierl am Walde und St. Johann bei Großheinrichschlag. Ostra und Reichau gehören zur außerhalb in Gföhl gelegenen Pfarre Obermeisling. Die Pfarrkirche in Weinzierl wurde 1788 erbaut, jene des heiligen Johannes in St. Johann 1338.
Quellen: Gemeinde – Entstehung und Urgeschichte | Weinzierl am Walde · Weinzierl am Walde – Wikipedia, feste Artikelversion · Diözese St. Pölten – Direktorium 2025/26
Wald, Krems und Wege zur Burg
Der Hauptort liegt auf 647 Metern Seehöhe. Waldflächen, Hochflächen und die tief eingeschnittenen Täler der Großen Krems prägen den südlichen Rand des Waldviertels. Bei der Maigenmühle beginnt der Weg zur Burg Hartenstein und zur Gudenushöhle. Der gemeindeübergreifende Geologische Lehrpfad Hartenstein verläuft im Tal der Kleinen Krems auf rund zwei Kilometern mit neun Stationen; Informationstafeln erklären Gebirgsbildung und typische Gesteine des Waldviertels. Er wurde von den Gemeinden Albrechtsberg und Weinzierl eingerichtet und von Alexander Tollmann gestaltet. Der Weg führt auch an der Gudenushöhle vorbei; das Begleitheft ist am Gemeindeamt Albrechtsberg erhältlich.
Quellen: Gemeindeamt und Gemeindestatistik | Land Niederösterreich · Die Gudenushöhle | Niederösterreich Tourismus · Geologischer Lehrpfad Hartenstein | Marktgemeinde Albrechtsberg · Weinzierl am Walde – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Weinzierl am Walde – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde – Entstehung und Urgeschichte | Weinzierl am Walde
- Gemeindeamt und Gemeindestatistik | Land Niederösterreich
- Die Gudenushöhle | Niederösterreich Tourismus
- Altsteinzeit | Naturhistorisches Museum Wien
- Geologischer Lehrpfad Hartenstein | Marktgemeinde Albrechtsberg
- Diözese St. Pölten – Direktorium 2025/26
Stand der Angaben: 08.10.2026
