MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Albrechtsberg an der Großen Krems

Ein Waldviertler Ort mit mittelalterlicher Burganlage und Spuren eiszeitlicher Jäger.

GEMEINDEKENNZIFFER31302
Ortszentrum von Albrechtsberg an der Großen Krems mit Burg
Ortszentrum von Albrechtsberg an der Großen Krems mit Burg · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Albrechtsberg an der Großen Krems - Ortszentrum (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
978
01.01.2026
Fläche
28,74 km²
Bevölkerungsdichte
34,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3613
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ALBRECHTSBERG AN DER GROSSEN KREMS KENNENLERNEN

Albrechtsberg an der Großen Krems: Burg-Schlossanlage, Wallfahrt und Kremstalhöhlen

Albrechtsberg an der Großen Krems ist eine Marktgemeinde im Bezirk Krems mit 978 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Fläche beträgt 28,74 km². Im Hauptort erhebt sich die mittelalterliche Burg-Schlossanlage über dem Tal.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Wohlfühlgemeinde Albrechtsberg an der großen Krems im Waldviertel - Startseite

Burg und Schloss über dem Tal

Der älteste Schlossteil stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert; sein Erbauer ist unbekannt. Der Ort erscheint 1157 als Elharteskirchen. Die Burg wurde 1230 mit Konrad von Albrechtsperge urkundlich erwähnt. Die Kuenringer gelten als mögliche Bauherren. Später werden Starhemberger, Neidecker und Peukham als Besitzer genannt. Um 1600 entstand der dreistöckige Nordtrakt; ein Gang verbindet Schloss und Kirche. 1692 kam die Anlage an die Lempruchs, 1770 erhielt sie ihre heutige Form. Felder und Wiesen wurden 1960/61 verkauft, der Wald 1967. Eugen Jussel kaufte das Schloss 1972, Alexander Tollmann 1990. Seit 2022 gehört die Liegenschaft Erich Erber.

Quellen: Schloss Albrechtsberg

Eine Wallfahrtskirche in mehreren Bauphasen

Ab 1263 ist ein Priester für die Pfarre belegt. Die Pfarrkirche Maria auf der Stiege wurde um 1400 zum Wallfahrtsort; eine Schenkung Pfarrer Gerhard Salmans ist 1403 dokumentiert. Seitenkapelle und Gnadenstatue stammen aus dieser Zeit. Eine Glocke von 1594 dient als Zügenglöckerl. 1679 fand wegen der Pest eine Bußprozession statt, 1680 gründete man die Sebastiani-Bruderschaft. 1681 ließ die Pfarre Glocken umgießen, 1706 kaufte sie neue Fenster und Messingleuchter. Der alte Kirchturm stürzte 1715 ein. In den 1760er-Jahren erhielt die gotische Kirche außen eine barocke Ummantelung und wurde innen erneuert. Nach Streitigkeiten mit Baumeister Matthias Mungenast vollendete ein anderer den Bau 1770. Hoch- und Seitenaltäre von Antony Carcon folgten 1778/79, 1782 wurde die Orgel umgebaut. Der Pfarrhof brannte 1833 ab; die alte Gruft blieb erhalten.

Quellen: Pfarrkirche Albrechtsberg – Geschichtlicher Abriss · Pfarrkirche Albrechtsberg – Kunsthistorisches und Architektur

Els und seine eigene Ortsgeschichte

Els liegt 2,5 Kilometer südlich des Hauptorts zwischen Kleiner Krems und Gillausbach. Alolt de Elze wird 1177/88 erwähnt. 1332 wurde die Pfarre selbstständig; Marktrechte erhielt Els im 15. Jahrhundert. Kirche und Schloss erinnern an die Herrschaft; das Patrozinium des heiligen Pankratius weist auf eine frühere Burg. Die Schule des Schulsprengels und ein Erlebnisbad mit Liegewiese befinden sich ebenfalls in Els. Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort für Traubenkirsche ab.

Quellen: Els – Ortsgeschichte und Einrichtungen

Funde aus den Höhlen des Kremstals

In der Gudenushöhle wurden eine vier Zentimeter lange Knochenpfeife und die Ritzzeichnung eines Rentierkopfs auf Adlerknochen entdeckt. Die Funde stammen aus altsteinzeitlichen Kulturschichten und sind im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen. Die Gemeinde führt Fundstücke aus einer rund 70.000 Jahre alten Schicht auf Neandertaler zurück, die hier unter anderem Mammut, Wollnashorn, Ren und Wildpferd jagten. Die rund 30 Meter lange Höhle liegt acht Meter über dem Flussbett; der Göttweiger Benediktiner Leopold Hacker untersuchte sie 1884. Ihr Eingang war damals nur 90 Zentimeter hoch und wurde durch spätere Grabungen erweitert. Aus der Eichmayerhöhle stammen Magdalénien-Artefakte sowie Überreste von 27 Säugetier- und acht Vogelarten. Beim Steinernen Saal, einem etwa 30 Meter breiten Amphibolit-Felsdach, fand man mittelpaläolithische Steingeräte. In der Schusterlucke kamen Reste von Mauswiesel und Hermelin zutage.

Quellen: Höhlen im Kremstal

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Albrechtsberg an der Großen Krems auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 063
31.10.2021 · Registerzählung1 008
01.01.2026 · Bevölkerungsstand978

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
474
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Albrechtsberg an der Großen Krems

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.