DROSS KENNENLERNEN
Droß: Schloss, Kapelle und Fatima-Wallfahrt
Droß liegt auf einem Hochplateau im Waldviertel, rund zehn Kilometer von Krems an der Donau entfernt. Die Gemeinde zählt 1.025 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 10,30 Quadratkilometern. Schloss, Georgskapelle und die jüngere Fatima-Wallfahrt verweisen auf verschiedene Zeiten seiner Ortsgeschichte.
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Schloss und Gemeinde
Die erste urkundliche Erwähnung als „Drosche“ stammt aus dem Jahr 1135. Eine schwere Feuersbrunst zerstörte 1671 das Dorf. Johann Georg Freiherr von Pichelsdorf erwarb das Schloss 1716; die Anlage erhielt bis 1726 die Form des mächtigen Vierkanters, die heute den Ortskern prägt. Zwei Geschosse, vorspringende Ecktürme und ein hoher Uhrturm mit Zwiebelhelm umgeben das Rundportal. Im Innenhof liegen Laubengänge und ein Brunnen; im Festsaal ist ein Deckenfresko erhalten. Für 1839 sind 78 Häuser und 115 Familien verzeichnet. Bäcker, Schmied, Weber, Schuster und Schneider arbeiteten neben den Winzern; Weinbau galt als Haupterwerb. 1850 wurde Droß zur selbständigen Gemeinde erklärt, erster Bürgermeister war Franz Lintner. Das Schloss wechselte weiter den Besitzer: 1884 kaufte es Wilhelm Ritter von Gutmann.
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Die Georgskapelle
Die Schlosskapelle St. Georg ist ein romanischer Bau aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. An das aus Quadersteinen errichtete Langhaus schließt ein frühgotischer, zweijochiger Chor an. Eine spätbarocke Orgelempore wurde 1782 eingebaut. Ende der 1950er-Jahre legten Restauratoren Seccomalereien aus drei Zeitphasen frei; der größte Teil wird um 1330 datiert. 1784 erhielt die Pfarre Droß ihre Selbständigkeit zurück. Die Schlosskapelle blieb danach Pfarrkirche, bis 1953 der neue Kirchenbau fertiggestellt und geweiht wurde. Seitdem dient St. Georg als Aufbahrungshalle. Die Kapelle ist nach Terminvereinbarung zu besichtigen.
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Die Fatimakirche
Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche entstand aus einer Initiative des Pfarrers Franz Gravogl. Während eines Krankenhausaufenthalts 1946 las er über die Erscheinungen von Fatima und beschloss, in Droß eine Gebetsstätte zu schaffen. Der Bau begann 1949; die Mittel für Gebäude und Ausstattung sammelte Gravogl durch Spenden. Die Marienstatue von Otto Moroder kam 1950 nach Droß und stand zunächst in der Georgskapelle. Am 3. Mai 1953 weihte Bischof-Koadjutor Franz König die neue Kirche. Im Vorplatz erinnert eine Rosenkranzkapelle an die Erscheinungskapelle in Fatima; ihre Fatimastatue wurde 1987 vom Bischof von Leiria-Fatima geweiht. Die Wallfahrtstage sind jeweils der 13. und der erste Samstag im Monat.
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Kapellen und alte Nutzbauten
Kleine Kapellen und Marterl stehen entlang der Wege. Die Wegkreuzkapelle an der Droßerstraße wurde 1717 errichtet und 1781 an ihren heutigen Standort versetzt. Im Loidlgraben steht die Hubertuskapelle; beim Ortsteich erinnert ein Marterl an den heiligen Leonhard. Der Vorspannhof wird 1706 erstmals schriftlich genannt. Seine Entstehung wird zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert angesetzt; eine durchgehende Holztramdecke gilt als baulicher Hinweis auf das Alter. Bei der Sanierung 1984 erhielt die Fassade wieder ihren barocken Charakter. Am Schäferhof wurde der Körnerkasten 2005/06 generalsaniert und beherbergt heute ein orthopädisches Zentrum.
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Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
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- Droßer Gemeindezeitung: Chronik
- Einweihungsfeier und Segnung der Wegkreuzkapelle
- Geschichte der Pfarre Droß
Stand der Angaben: 08.10.2026
