MAUTERN AN DER DONAU KENNENLERNEN
Mautern an der Donau: Favianis, Stadtmauer und Brückenschlag
Mautern an der Donau liegt am Südufer gegenüber von Krems. Die Stadtgemeinde zählt 3.385 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 9,15 km². Ihr Standort an einem Donauübergang verband früh Verkehrs- und Handelswege.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Mautern an der Donau – Wikipedia, feste Artikelversion
Favianis am Donaulimes
Im 1. Jahrhundert entstand auf einer Hochterrasse das römische Lager Favianis, zunächst in Holz-Erde-Bauweise. Um 100 bezog die cohors II Batavorum Quartier; später folgte die cohors I Aelia Brittonum Millaria. In der Spätantike wurde das Kastell erweitert, statt wie viele Anlagen verkleinert zu werden. Um 450 gründete Severin von Noricum hier ein Kloster; er starb 482. Um das Lager lagen Siedlungs- und Bestattungsplätze. Eine kostenlose Übergangsausstellung im Rathaus zeigt Funde aus dieser römischen und spätantiken Besiedlung, solange das Römermuseum neu eingerichtet wird.
Quellen: Geschichtlicher Überblick der Stadtgemeinde Mautern · Römermuseum – Favianis
Zollstation, Rechte und Donaubrücke
Im 9. Jahrhundert erscheint Mautern in den Fuldaer Annalen als „civitas mutarensis“. Die Raffelstettener Zollordnung von 902/906 nennt den Ort als Zollstation. König Rudolf I. verlieh 1276 bis 1279 bürgerliche Freiheiten, Befestigungsrecht und hohe Gerichtsbarkeit. Eine hölzerne Brücke zwischen Mautern und Stein ist 1463 erstmals belegt; 1467 erhielt die Stadt ihr Wappen. Im 16. Jahrhundert wandten sich die meisten Bürger der Reformation zu. Die Brücke wurde 1866 abgebrannt, um den Vormarsch preußischer Truppen aufzuhalten. 1895 ersetzte eine Stahlfachwerkbrücke den Holzbau.
Quellen: Geschichtlicher Überblick der Stadtgemeinde Mautern
St. Stephan und die Schlosskapelle
Eine romanische Vorgängerkirche an der Stelle von St. Stephan wird im 11. Jahrhundert vermutet. Die dreischiffige gotische Staffelkirche entstand um 1400; 1695/96 barockisierte Carlo Antonio Carlone das Langhaus. Vierzehn Kreuzwegbilder schuf Martin Johann Schmidt, der Kremser Schmidt. Das Altarbild stammt von seinem Schüler Andreas Rudroff; neben dem Eingang liegt der Grabstein von Schmidts Vater Johann. Nördlich der Kirche steht die Barbara-Kapelle, die als Beinhaus diente. Bei einer Grabung 1980 wurde außerdem der runde Karner archäologisch untersucht. Die Mauterner Schlosskapelle geht auf einen Bau des 13. Jahrhunderts zurück. Im 16. Jahrhundert wurde sie in den Südtrakt integriert; mittelalterliche Wandmalereien sind erhalten. 1618 erhielt sie den frühbarocken Mauterner Altar. Nach Restaurierung kehrte das Werk 2018 als Leihgabe aus Krems zurück; die Kapelle ist derzeit vorübergehend nicht zugänglich.
Quellen: Pfarrkirche St. Stephan · Schlosskapelle und Mauterner Altar
Kriegsende, Römerbefestigung und Straße ins Hinterland
1907 zerstörte ein Großbrand Teile des Schlosses. 1938 wurden Mautern, Mauternbach und Baumgarten zwangsweise nach Krems eingegliedert. Am 17. April 1945 bombardierten sowjetische Flugzeuge die Stadt; etwa 30 Zivilisten und Militärangehörige starben. Die von der Wehrmacht am Kriegsende gesprengte Straßenbrücke wurde am 30. September 1945 wiedereröffnet. 2016 dokumentierte eine archäologische Untersuchung südlich von Mauternbach in den Fels geschnittene Fahrspuren. Forschende vermuten hier die Römerstraße, die Favianis mit Namare im Raum Melk verband; sie könnte über Jahrhunderte weitergenutzt worden sein. Die Reste von Favianis gehören seit 2021 zum UNESCO-Welterbe Donaulimes. Erhalten sind Mauerzüge, Hufeisenturm und ältere Reste eines Fächerturms. Die Bauarbeiten am Schlossareal begannen am 14. April 2025; bis voraussichtlich 2027 ist der Zugang eingeschränkt.
Quellen: Geschichtlicher Überblick der Stadtgemeinde Mautern · Römermuseum – Favianis · Römische Befestigungsanlagen des Kastells Favianis · Römerstraße Mautern
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mautern an der Donau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichtlicher Überblick der Stadtgemeinde Mautern
- Römermuseum – Favianis
- Pfarrkirche St. Stephan
- Schlosskapelle und Mauterner Altar
- Römische Befestigungsanlagen des Kastells Favianis
- Römerstraße Mautern
Stand der Angaben: 08.10.2026
