GLINZENDORF KENNENLERNEN
Glinzendorf: Anger, Rußbach und ein Windpark
Glinzendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Gänserndorf. Auf 10,43 Quadratkilometern leben 366 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Siedlung liegt in der offenen Ebene des Marchfelds.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Äcker am Rand des Rußbachs
Glinzendorf gehört zur offenen Marchfelder Ebene. Landwirtschaftliche Nutzflächen umfassen 93 Prozent des Gemeindegebiets, Wald rund ein Prozent. Der Rußbach zieht durch den nordöstlichen Teil der Gemeinde; seine Ufer begleiten auch den Marchfeld-Radweg. Der Ort selbst ist als Angerdorf angelegt. In seiner Mitte steht die Filialkirche. Im Osten führt die Marchegger Ostbahn am Ort vorbei; die Haltestelle Glinzendorf liegt an der Verbindung zwischen Wien und Marchegg.
Quellen: Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Glinzendorf – Sehenswürdigkeiten · Niederösterreich Tourismus – Glinzendorf · ÖBB – Ausbau der Marchegger Ostbahn und Haltestelle Glinzendorf · Gemeinde Glinzendorf – NÖ Landeskindergarten
Die Kirche der heiligen Katharina
Die Filialkirche ist der heiligen Katharina geweiht und gehört zur Pfarre Markgrafneusiedl. Langhaus und Chor stammen im Kern aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die romanische Anlage wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert; der klassizistische Hochaltar kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts hinzu. Sein Altarbild zeigt die Vermählung der heiligen Katharina. Auch Seitenaltäre und Kanzel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Eine Orgel von Franz Ullmann ist auf 1842 datiert. Der kleine Friedhof schließt unmittelbar an die Kirche an. Dort erinnert eine Gedenkstätte an die Kämpfe im Marchfeld von 1809; die Gemeinde führt außerdem ein Franzosengrab und ein Kaiser-Franz-Josef-Denkmal als Sehenswürdigkeiten.
Quellen: Erzdiözese Wien – Pfarre Markgrafneusiedl · Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Glinzendorf – Sehenswürdigkeiten · Niederösterreich Tourismus – Glinzendorf
Zwischen Urkunde und Schlachtfeld
Die erste urkundliche Nennung Glinzendorfs stammt aus dem Jahr 1380. Bei der Schlacht von Wagram geriet der Ort am 5. Juli 1809 unter französische Kontrolle. Am Abend überschritten die französischen Truppen den Rußbach; am folgenden Tag nahmen österreichische Soldaten unter General Radetzky den Ort vorübergehend ein, mussten sich aber wieder zurückziehen. Glinzendorf lag im Kernbereich der Kämpfe, die sich über mehrere Marchfeldorte erstreckten. 1938 wurde die Gemeinde in das vergrößerte Wien eingemeindet; 1954 kam sie im Zuge der Gebietsänderung wieder zu Niederösterreich. Für 1938 verzeichnet das österreichische Adressbuch neben zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben unter anderem einen Gastwirt, einen Gemischtwarenhändler, einen Müller, einen Sattler, zwei Schmiede und einen Schneider.
Quellen: Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Napoleonmuseum Deutsch-Wagram – Schlacht bei Wagram · Rechtsinformationssystem Wien – Bezirkseinteilungsgesetz 1954
Landwirtschaft und Windenergie
Die Agrarwirtschaft blieb lange der prägende Erwerbszweig. 2010 zählte Glinzendorf 29 landwirtschaftliche Betriebe, davon 23 im Haupterwerb. In der Arbeitsstättenzählung 2001 waren acht nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten erfasst. Einen sichtbaren Wandel brachte der Windpark nördlich des Rußbachs: Wien Energie und EVN nahmen ihn 2012 mit neun Anlagen und rund 18 Megawatt Gesamtleistung in Betrieb. Die Errichtung dauerte sechs Monate. Die neun Senvion-Anlagen des ersten Ausbaus verfügen über 100 Meter Nabenhöhe und Rotoren mit 92,5 Metern Durchmesser. 2016 und 2019 kam jeweils eine Anlage hinzu; seither umfasst der Windpark elf Turbinen mit 22,6 Megawatt Leistung. Er liegt bei der Gemeindegrenze zu Markgrafneusiedl, in der Ried Spitzäcker.
Quellen: Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · EVN Naturkraft – Windpark Glinzendorf · Gemeinde Glinzendorf – NÖ Landeskindergarten
Ein Bildungsstandort für vier Gemeinden
Nach der Schließung der Volksschule 1965 entstand in Glinzendorf ein Landeskindergarten für Glinzendorf, Großhofen, Markgrafneusiedl und Raasdorf. 2019/20 wurde er generalsaniert und mit Bewegungsräumen, Bibliothek und Aufzug erweitert; im September 2024 kam eine weitere Gruppe hinzu.
Quellen: Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Glinzendorf – NÖ Landeskindergarten
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Glinzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Glinzendorf – Sehenswürdigkeiten
- Erzdiözese Wien – Pfarre Markgrafneusiedl
- Niederösterreich Tourismus – Glinzendorf
- ÖBB – Ausbau der Marchegger Ostbahn und Haltestelle Glinzendorf
- Napoleonmuseum Deutsch-Wagram – Schlacht bei Wagram
- EVN Naturkraft – Windpark Glinzendorf
- Gemeinde Glinzendorf – NÖ Landeskindergarten
- Rechtsinformationssystem Wien – Bezirkseinteilungsgesetz 1954
Stand der Angaben: 08.10.2026
