MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Leopoldsdorf im Marchfeld

Zwei Katastralgemeinden verbinden eine alte Herrschaftsgeschichte mit dem Wandel vom Ackerbau zur Zuckerindustrie.

GEMEINDEKENNZIFFER30831
Pfarrkirche Sankt Markus in Leopoldsdorf im Marchfeld
Pfarrkirche Sankt Markus in Leopoldsdorf im Marchfeld · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Leopoldsdorf im Marchfelde - Kirche (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 043
01.01.2026
Fläche
28,95 km²
Bevölkerungsdichte
105,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2285
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

LEOPOLDSDORF IM MARCHFELD KENNENLERNEN

Leopoldsdorf im Marchfeld: Schlossgeschichte und Rübenindustrie

Leopoldsdorf im Marchfeld ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Sie umfasst 28,95 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 insgesamt 3.043 Einwohnerinnen und Einwohner.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfeld – Geschichte und Zahlen

Zwei Katastralgemeinden im Marchfeld

Die Marktgemeinde setzt sich aus den Katastralgemeinden Leopoldsdorf im Marchfeld und Breitstetten zusammen. Breitstetten liegt im Süden des Gemeindegebiets und ist stärker landwirtschaftlich geprägt; Leopoldsdorf entwickelte sich zu einem zentralen Ort mit Schulen, Gewerbe und Versorgungseinrichtungen. Die Katastralgemeinde Leopoldsdorf umfasst 17,24 Quadratkilometer, jene von Breitstetten 11,71 Quadratkilometer. Die amtliche Ortschaft Leopoldsdorf umfasst auch Kempfendorf, eine im 18. Jahrhundert entstandene Erweiterung des älteren Ortskerns. Breitstetten besitzt einen eigenen historischen Ortskern und eine eigene Vereinsgeschichte.

Quellen: Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfeld – Geschichte und Zahlen · KG Leopoldsdorf im Marchfeld – Marktgemeinde Leopoldsdorf · KG Breitstetten – Marktgemeinde Leopoldsdorf

Lehen, Schloss und Pfarrkirche

Leopoldsdorf ist seit dem 12. Jahrhundert mehrfach urkundlich belegt; 1246 erwähnte der Minnesänger Tannhäuser einen Besitz Liupolzdorf nahe Lassee. Im Spätmittelalter war der Ort Herrensitz. Ein älteres Jagdschloss zerstörten schwedische Truppen 1645; Ferdinand Jakob von Welz ließ 1648 einen frühbarocken Neubau errichten. Unter den Freiherren von Kempf wurde später Kempfendorf angelegt und das Schloss umgebaut. Die Michaeli-Kirche ging der heutigen Pfarrkirche voraus; Leopoldsdorf wurde 1734 eine eigene Pfarre. Der heutige barocke Kirchenbau entstand ab 1771 unter Margarita Freiin von Kempf. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Quellen: KG Leopoldsdorf im Marchfeld – Marktgemeinde Leopoldsdorf · Marktgemeinde Leopoldsdorf im Marchfeld – Geschichte und Zahlen

Rüben, Fabrik und Wohnbau

Die Zuckerfabrik prägte Leopoldsdorf mehr als ein Jahrhundert. Sie nahm 1902 den Betrieb auf und veränderte den Ort von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Industriestandort. Für Beschäftigte ließ die Werksleitung Dienstwohnungen errichten; damit entstanden Arbeits- und Wohnmöglichkeiten auch für Menschen aus umliegenden Orten. Die Gemeinde beziffert die tägliche Rübenverarbeitung in der letzten Betriebsphase auf mehr als 16.000 Tonnen, gegenüber 1.200 Tonnen im Jahr 1925. AGRANA beschloss am 12. März 2025 die Schließung des Werks; der Betrieb endete nach 123 Jahren. Nach Angaben der Gemeinde waren 120 Beschäftigte unmittelbar betroffen, hinzu kamen saisonale Arbeitskräfte und ausgelagerte Dienstleister.

Quellen: KG Leopoldsdorf im Marchfeld – Marktgemeinde Leopoldsdorf · Schließung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf – Marktgemeinde Leopoldsdorf

Breitstetten: Kirche, Felder und Vereine

Breitstetten ist 1280 als „Praitstetten“ belegt und gehörte zur Herrschaft Orth. Bis 1784 war der Ort kirchlich eine Filiale von Orth; unter Joseph II. wurde er zur selbständigen Pfarre. Auch die dortige Anna-Kirche hat damit eine eigene Ortsgeschichte neben der Leopoldsdorfer Pfarrkirche. Ein Donauhochwasser suchte Breitstetten 1830 heim. Die Feldkommassierung von 1912 ordnete die landwirtschaftlichen Flächen neu und galt für die überwiegend agrarisch geprägte Katastralgemeinde als wichtige wirtschaftliche Veränderung. Zu den traditionsreichen Vereinen zählen die Jagdgesellschaft, gegründet 1848, die Freiwillige Feuerwehr von 1897 und der 1924 gegründete Musikverein. Die frühere Volksschule beherbergt heute den Kindergarten. Am ehemaligen Bahnhofsgelände zeigt das Dampfmaschinenmuseum Maschinen aus Industrie und Landwirtschaft, Stationärmotoren und Traktoren. Auf den Gleisen steht eine alte Lokomotive; eine Gaststube bewahrt ihre Einrichtung von 1907.

Quellen: KG Breitstetten – Marktgemeinde Leopoldsdorf · Dampfmaschinenmuseum Breitstetten | Museumsmanagement Niederösterreich

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Leopoldsdorf im Marchfeld auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 531
31.10.2021 · Registerzählung2 912
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 043

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 123
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Leopoldsdorf im Marchfeld

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.