ANDLERSDORF KENNENLERNEN
Andlersdorf: Marchfeldflur und ein spätbarocker Kirchenbau
Andlersdorf liegt im südlichen Marchfeld im Bezirk Gänserndorf. Die Gemeinde umfasst 5,90 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 155 Einwohner. Ein breites Straßendorf, landwirtschaftliche Flächen und die Filialkirche Mariä Geburt prägen den Ort.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Breite Straßen und offene Feldflur
Andlersdorf ist als Breitstraßendorf angelegt und liegt auf rund 150 Metern Seehöhe. Das Gemeindegebiet weist keine markanten Erhebungen und keine Bäche auf; die offene Landschaft macht die landwirtschaftliche Nutzung sichtbar. Rund 90 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, zwei Prozent entfallen auf Gärten und vier Prozent auf Wald. Eine Durchzugsstraße führt nicht durch den Ort. Die politische Gemeinde und die Katastralgemeinde tragen denselben Namen. Die weite, kaum bewaldete Feldflur reicht unmittelbar an die Siedlung heran und prägt ihre Silhouette.
Quellen: Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Niederösterreich Tourismus – Andlersdorf
Urkundliche Spuren und Wandel des Dorfes
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung Andlersdorfs stammt aus dem Jahr 1324. Die Herrschaft Orth besaß Grundherrschaft, Ortsobrigkeit und Landgerichtsbarkeit. Eine Pfarrreform von 1784 ordnete Andlersdorf als Filiale der neu geschaffenen Pfarre Kimmerleinsdorf zu; zuvor gehörte der Ort zur Pfarre Orth. 1822 wurde Andlersdorf als Dorf mit 33 Häusern beschrieben, und die Kinder besuchten in Kimmerleinsdorf die Schule. Noch 1938 bestanden neben zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben zwei Gastwirtschaften, zwei Gemischtwarenhandlungen, eine Schmiede, eine Schneiderei und ein Wasenmeister. Ab Juni 1944 setzte die Gutsverwaltung Andlershof ungarische Jüdinnen und Juden, darunter Frauen und Kinder, zur landwirtschaftlichen Zwangsarbeit ein. Bei der Erwerbsstatistik 2011 wurden 79 erwerbstätige Einwohner gezählt; 59 pendelten zur Arbeit aus Andlersdorf aus.
Quellen: Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Ortsmusik Franzensdorf – Kimmerleinsdorf
Mariä Geburt und die Nachbarschaft zum Gutshof
Am westlichen Ortsrand steht die denkmalgeschützte Filialkirche Mariä Geburt. Die kleine Kirche ist spätbarock; ihr abgesetzter Chor und der Westturm mit Knickhelm stammen aus dem späten 18. Jahrhundert. Der spätbarocke Altar zeigt ein Altarblatt mit der Geburt Mariens aus dem frühen 19. Jahrhundert, flankiert von Engeln. Auch das Kruzifix im Kirchenraum stammt aus dem 18. Jahrhundert. Heute wird die Filialkirche im Pfarrverband Orth/Donau-Engelhartstetten geführt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft liegt ein großer Gutshof. Das Hauptgebäude besitzt eine Fassade aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und veranschaulicht, wie kirchliche und landwirtschaftliche Bauten den westlichen Ortsbereich prägen.
Quellen: Bundesdenkmalamt – Verordnung Gänserndorf · Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Filialkirche Andlersdorf – Kirchenbeschreibung nach Dehio · Erzdiözese Wien – Pfarrverband Orth/Donau-Engelhartstetten
Betriebe als Träger der offenen Kulturlandschaft
Die Agrarstrukturerhebung zählte 2020 sieben Haupterwerbs- und zwei Nebenerwerbsbetriebe sowie je eine Personengemeinschaft und einen Betrieb einer juristischen Person. Zusammen bewirtschafteten die elf Betriebe 532 Hektar, im Durchschnitt 48,4 Hektar. Zehn Jahre zuvor hatte die Statistik zehn Betriebe mit insgesamt 508 Hektar erfasst. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe sank in diesem Zeitraum von neun auf sieben; zugleich stieg die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe von einem auf zwei. Auf Haupterwerbsbetriebe entfielen 2020 im Mittel 52,7 Hektar; für Nebenerwerbsbetriebe lag der Durchschnitt bei 35 Hektar. Die Betriebsstruktur ist damit überwiegend von Haupterwerbsbetrieben geprägt, daneben stehen kleinere Nebenbetriebe und gemeinschaftlich organisierte Bewirtschaftung.
Quellen: Statistik Austria – Ein Blick auf die Gemeinde Andlersdorf, Agrarstrukturerhebung · Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Andlersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Ein Blick auf die Gemeinde Andlersdorf, Agrarstrukturerhebung
- Bundesdenkmalamt – Verordnung Gänserndorf
- Ortsmusik Franzensdorf – Kimmerleinsdorf
- Filialkirche Andlersdorf – Kirchenbeschreibung nach Dehio
- Niederösterreich Tourismus – Andlersdorf
- Erzdiözese Wien – Pfarrverband Orth/Donau-Engelhartstetten
Stand der Angaben: 08.10.2026
