GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Haringsee

Drei Ortskerne, ein historischer Kirchplatz und zwei ungewöhnliche Arbeitsorte

GEMEINDEKENNZIFFER30825
Filialkirche Sankt Rosalia in Straudorf, Gemeinde Haringsee
Filialkirche Sankt Rosalia in Straudorf, Gemeinde Haringsee · Foto: Ailura, CC BY-SA 3.0 AT · „Straudorf Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 167
01.01.2026
Fläche
27,12 km²
Bevölkerungsdichte
43,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2286
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HARINGSEE KENNENLERNEN

Haringsee: Zwischen Marchfeldanger und Wildtierstation

Haringsee liegt im Bezirk Gänserndorf im Marchfeld. Die Gemeinde umfasst 27,12 Quadratkilometer und zählt 1.167 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Dorfanger, Kirchengeschichte und die Arbeit für Wildtiere und Theaterkulissen geben dem Ort ein ungewöhnlich vielfältiges Profil.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Haringsee – Ortsseite und Chronik

Angerland nördlich der Donau

Das Marchfeld erstreckt sich östlich von Wien; Haringsee liegt nach Gemeindeangaben 7,5 Kilometer nördlich der Donau. Zum Gemeindegebiet gehören drei amtliche Ortschaften und Katastralgemeinden: Haringsee, Fuchsenbigl und Straudorf. Der Rußbach bildete im Norden einst die Grenze des Ortsgebiets und wurde 1845 bis 1849 begradigt und in ein neues, von Dämmen eingefasstes Bett gelegt. Die Gemeindechronik verbindet den alten Namen „Horgwense“ mit einem verschlammten See. Gemeint sei wohl der Bernsee, der früher ständig Wasser führte und etwa ein Drittel des Gemeindegebiets einnahm. Diese Erklärung wird in der Chronik als Vermutung überliefert.

Quellen: Gemeinde Haringsee – Homepage · Gemeinde Haringsee – Chronik

Von Horgwense zur Großgemeinde

Haringsee erscheint 1150 im Klosterneuburger Saalbuch als „Horgwense“. 1429 erhielt der Ort nach der Chronik den heutigen Namen. Im 11. Jahrhundert gehörte Haringsee zum Regensburger Besitz; später war es Teil der Familienherrschaft Eckartsau, deren Amtssitz in Orth an der Donau lag. Im August 1970 beschloss der Gemeinderat, Haringsee mit den beiden Nachbargemeinden zu vereinigen und den Namen beizubehalten. Rechtskräftig wurde der Zusammenschluss mit dem Dekret der niederösterreichischen Landesregierung vom 14. Jänner 1971. So entstand die heutige Großgemeinde aus drei zuvor eigenständigen politischen Gemeinden.

Quellen: Gemeinde Haringsee – Ortsseite und Chronik · Gemeinde Haringsee – Chronik

Kirche, Friedhof und Schulgeschichte

Die Pfarrkirche erhielt 1834 durch einen Umbau ihre heutige Form: Das Kirchenschiff wurde erweitert, der Chor erneuert und eine Sakristei hinter dem Turm errichtet. Die ältere Sakristei wurde zwei Jahre später als „Heiliges Grab“ eingerichtet. Ein neuer Friedhof entstand 1834 auf einem Acker oberhalb des Dorfes in Richtung Fuchsenbigl; die erste Bestattung erfolgte noch im selben Jahr. Die Volksschulchronik nennt Lorenz und Bartholomä Fabitsch als Lehrer von 1689 bis 1765. Bis 1786 fand der Unterricht im Privathaus des Lehrers statt. Eine zweiklassige Schule wurde 1884 eingeweiht; im ersten Schuljahr besuchten sie 125 Kinder.

Quellen: Gemeinde Haringsee – Chronik · Gemeinde Haringsee – Volksschulchronik

Pflugwettbewerb, Wildtiere und Theaterkulissen

Auch die beiden Ortsteile Fuchsenbigl und Haringsee machten mit besonderen Einrichtungen überregional auf sich aufmerksam. In Fuchsenbigl fand vom 20. bis 29. September 1964 die 12. Weltmeisterschaft im Pflügen statt. 21 Nationen nahmen teil; der Österreicher Rudolf Leonhartsberger erreichte den dritten Platz. In Haringsee legte Tierarzt Hans Frey 1975 auf einem 6.000 Quadratmeter großen Privatgrundstück die ersten Gehege für verletzte Greifvögel und Eulen an. Die Station wurde auf 12.000 Quadratmeter erweitert und verfügt über mehr als 70 Volieren und Gehege. Sie koordinierte auch das 1978 gestartete internationale Bartgeier-Zuchtprogramm; Ende 2015 wurde die Station gemeinsam mit VIER PFOTEN neu gegründet. Ein ganz anderer Arbeitsort ist das knapp 70.000 Quadratmeter große Zentrallager von ART for ART: Dort lagern Bühnenbilder der Wiener Staatsoper, des Burgtheaters und der Volksoper.

Quellen: Gemeinde Haringsee – Chronik Fuchsenbigl · Eulen- und Greifvogelstation Haringsee – Geschichte · ART for ART – Kulissenlager Haringsee · Eulen- und Greifvogelstation Haringsee – Bartgeier

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Haringsee auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 181
31.10.2021 · Registerzählung1 182
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 167

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
593
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Haringsee

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.