GROSS-SCHWEINBARTH KENNENLERNEN
Groß-Schweinbarth: Markt, Schloss und Meierhof
Groß-Schweinbarth ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Zum 1. Jänner 2026 zählte sie 1.389 Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 24,96 Quadratkilometer. Waldhänge, Weingärten und ein historischer Marktort prägen die Landschaft und das Ortsbild.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Groß-Schweinbarth – Wikipedia, feste Artikelversion
Waldhänge und Weinviertler Hügel
Die Gemeinde liegt im Hügelland des südlichen Weinviertels zwischen Bad Pirawarth und Gänserndorf. Mit 46,3 Prozent Waldanteil hebt sie sich von den offenen Ackerflächen des Marchfelds ab. Die einzige Katastralgemeinde trägt denselben Namen wie die Marktgemeinde. Weinbau ist zugleich im Ortswappen präsent: Neben dem silbernen Wachturm und einem schwarzen Eber stehen dort zwei Rebstöcke mit Trauben. Das Wappen verbindet damit zwei regionale Motive, die auch in der Ortsgeschichte auftauchen: die Weinberge und die Erinnerung an eine Burg.
Quellen: Groß-Schweinbarth – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Groß-Schweinbarth – Geschichte · Gedächtnis des Landes – Groß-Schweinbarth
Suinwart, Schweinburg und Markt
Die erste urkundliche Nennung stammt aus dem Jahr 1120: In einer Schenkung erscheint ein Weingarten zu „Suinvart“. Die Gemeindechronik erklärt den Namen als „Schweinwarte“, einen Beobachtungsplatz für Wildschweine; zeitweise war auch „Schweinburg“ gebräuchlich. 1550 verzeichnete die älteste niederösterreichische Landkarte den Ort unter diesem Namen. Eine Marktnennung ist 1344 belegt. 1589 wurde der Markt mit Hochgerichtsbarkeit und Banntaiding zu Lehen gegeben. Das Schloss war nach einem Bericht einer Untersuchungskommission bereits 1590 verfallen; 1596/97 ging die Herrschaft an Wilhelm von Schönkirchen. Die Grafen Abensperg und Traun intensivierten später den Weinbau; Groß-Schweinbarther Wein wurde auch an den kaiserlichen Hof in Wien geliefert. Um 1830 zählte der Ort 188 Häuser mit 258 Familien sowie 69 Pferde, 212 Kühe, 280 Schafe und 20 Ziegen. 1835 gab es im Ort außerdem einen Chirurgen und eine geprüfte Hebamme.
Quellen: Marktgemeinde Groß-Schweinbarth – Geschichte · Gedächtnis des Landes – Groß-Schweinbarth · Groß-Schweinbarth – Wikipedia, feste Artikelversion
St. Martin und das Schlossensemble
Die Pfarrkirche St. Martin geht als Vikariat auf die Zeit um 1300 zurück; zur Pfarre wurde sie 1560. Ihr heutiger Bau ist ein einheitlicher Barockbau: Ein Brand beschädigte den Vorgänger 1721 schwer, 1734 und 1735 entstand die Kirche neu. Der zweigeschoßige Turm trägt einen Zwiebelhelm von 1899. Gegenüber dem Schloss liegt der Meierhof, ein dreiflügeliger Bau mit Kern aus dem 17. Jahrhundert, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts erweitert wurde. Rundbogenportal, bekrönter Dreieckgiebel und Tonnengewölbe mit Stichkappen gehören zu seinen baulichen Details.
Quellen: Erzdiözese Wien – Pfarre Groß-Schweinbarth · Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025
Museum, Wein und Eisenbahnknoten
1985 eröffnete im Meierhof ein Museum für Volkskultur als Außenstelle des Niederösterreichischen Landesmuseums. Die Sammlung wurde durch das Internationale Hirtenmuseum mit Objekten von Emil H. Krischke ergänzt; 2011 schloss die Außenstelle, seither dient der Bau als Veranstaltungsort. 2016 wurde Groß-Schweinbarth Station am 135 Kilometer langen Franziskusweg, der 26 Orte im südlichen Weinviertel verbindet. Auch die Bahn prägte den Ort: Hier trafen die Regionalstrecken aus Gänserndorf und Obersdorf auf die Verbindung nach Bad Pirawarth. Der Personenverkehr am sogenannten Schweinbarther Kreuz endete am 14. Dezember 2019.
Quellen: Gedächtnis des Landes – Groß-Schweinbarth · Marktgemeinde Groß-Schweinbarth – Sehenswürdigkeiten · Parlament Österreich – Anfragebeantwortung 3354/AB, Schweinbarther Kreuz · Der Standard – Weinviertler Regionalbahn muss aufs Abstellgleis
Vom Lehrzimmer zum Schulhaus
Schon um 1700 bestand an der Stelle der heutigen Schule ein Schulhaus. Das damalige Gebäude hatte um 1780 nur ein Wohn- und Lehrzimmer, das zugleich als Schlafraum diente; 1781 und 1791 wurde es erweitert, 1813 ein Neubau genehmigt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Groß-Schweinbarth – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Groß-Schweinbarth – Geschichte
- Gedächtnis des Landes – Groß-Schweinbarth
- Erzdiözese Wien – Pfarre Groß-Schweinbarth
- Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich 2025
- Marktgemeinde Groß-Schweinbarth – Sehenswürdigkeiten
- Parlament Österreich – Anfragebeantwortung 3354/AB, Schweinbarther Kreuz
- Der Standard – Weinviertler Regionalbahn muss aufs Abstellgleis
Stand der Angaben: 08.10.2026
