TRUMAU KENNENLERNEN
Trumau: Klostergut, Schloss und Spinnerei
Trumau ist eine Marktgemeinde im Bezirk Baden. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 3.714 Menschen auf 18,58 Quadratkilometern. Die Gemeindegeschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück und verbindet Klosterherrschaft, Pfarrwesen und industrielle Entwicklung.
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Eine Schenkung an das Stift
1138 schenkte der Babenberger Leopold IV. Trumau dem Stift Heiligenkreuz. Abt Gottschalk ließ diese Schenkung mit einem feierlichen Eid bekräftigen. Aus dieser Überlieferung erklärt sich die Schwurhand im Gemeindewappen. Alte Urkunden zeigen den Ortsnamen in wechselnden Schreibweisen: Trumowe 1137/40, Drumau 1139 und Drumawe 1178. Das mittelhochdeutsche Wort „drum“ bedeutet Endstück; als mögliche Namensdeutung verweist es auf den Übergang vom trockeneren Südwesten zum feuchteren Nordosten des Wiener Beckens. Quellen des 13. Jahrhunderts nennen bereits eine Mühle und fast 40 Ganz- oder Halblehen.
Quellen: Geschichte, Marktgemeinde Trumau
Pfarre, Schule und Schloss
Trumau löste sich im 16. Jahrhundert von der Mutterpfarre Traiskirchen; 1588 wurde die erste Pfarrkirche eingeweiht. Kirche und älteres Schloss gingen später zugrunde und wurden als Renaissancebauten wiedererrichtet. Ein Schulmeister ist 1614 erstmals nachweisbar; die Schule dürfte bereits mit der Pfarrgründung eingerichtet worden sein. Das Schloss war über lange Zeit Verwaltungsort des Stiftes und diente auch als Schule und Pfarrhof. Kaiser Leopold I. hielt sich wiederholt dort auf, insbesondere zur Jagd in der Umgebung. Seit 2009 beherbergt das Schloss das Internationale Theologische Institut, heute Katholische Hochschule ITI. Ein Wassergraben umgab das frühe Schlossgebäude; neben dem Schloss lagen ein Stauwerk an der Triesting, ein Mühlbach und eine Mühle.
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Mühle, Brauhaus und Werkskanal
Wasser trieb in Trumau nicht nur Mühle und Brauerei, sondern später auch eine große Textilfabrik an. Zwischen Mühle und Schloss entstand 1585 ein Brauhaus, in dem bis 1811 Bier gebraut und nach Heiligenkreuz sowie in umliegende Orte geliefert wurde. Nach einem Großbrand wurde es nicht wieder aufgebaut. Die Baumwollspinnerei begann 1838 als Aktiengesellschaft; ihr Werkskanal wurde von der Triesting abgeleitet. Unter Bauleitung Joseph Strauss’ wurde der Kanal 1855 ausgebaut; zwei Kleinkraftwerke am Kroneplatz und in der Tulpengasse nutzen ihn heute. Die gekreuzten Hämmer im 1971 verliehenen Wappen stehen für die Bedeutung von Industrie und Gewerbe.
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Textilindustrie und Weinbau
Die Spinnerei- und Weberei prägte die Gemeinde im 19. Jahrhundert über den Betrieb hinaus. Die Ortsbevölkerung verdreifachte sich innerhalb von weniger als zehn Jahren nach ihrer Eröffnung; zugewanderte Fachkräfte und ihre Familien wurden Teil der Ortsgesellschaft. Die Weinwirtschaft hat eine längere, aber wechselvolle Geschichte: Eine Flasche Trumauer Wein des Jahrgangs 1844 wurde 1845 bei der Grundsteinlegung des Kirchenumbaus symbolisch eingemauert. Die Reblaus erreichte das Wiener Becken um 1870; in Trumau waren 94 Prozent der Weinstöcke befallen und vernichtet. Heute bauen lokale Winzer unter anderem Grüner Veltliner, Neuburger, Chardonnay und Zweigelt an.
Quellen: Die Hämmer von Trumau: Geschichte der Baumwollspinnerei und -weberei (1838–1930) · Weingeschichte Trumau, Gemeindebroschüre
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Trumau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Die Hämmer von Trumau: Geschichte der Baumwollspinnerei und -weberei (1838–1930)
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Stand der Angaben: 08.10.2026
