OBERWALTERSDORF KENNENLERNEN
Oberwaltersdorf an der Triesting: Markt, Kunst und Fabrikgeschichte
Oberwaltersdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Baden. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 5.353 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 13,58 Quadratkilometer. Der Ort liegt neun Kilometer östlich von Baden und rund 25 Kilometer südlich von Wien.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Oberwaltersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Am Fluss und am Markt
Oberwaltersdorf liegt im Wiener Becken an der Triesting, östlich von Baden. Der Name Waltrichisdorf erscheint 1108 in Urkunden des Stiftes Göttweig; 1252 wird die Kirche erstmals schriftlich genannt. Das Marktrecht ist seit 1427 belegt, 1437 verlieh Herzog Albrecht V. einen Jahrmarkt nach dem Jakobstag. 1628 erwarb Johann Balthasar I. von Hoyos die Herrschaft. 1898 verkaufte Karl Fürst von Trautmansdorff Gut und Schloss an Prinzessin Esperance und Prinz Alexander zu Solms-Braunfels. Weil die Gemeinde rasch wuchs, entstand 1862 ein neues Schulhaus; 1872 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Quellen: Geschichte Oberwaltersdorf – Marktgemeinde Oberwaltersdorf
Kirche, Europabrunnen und Haus Koller
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht; ein Außenfresko von 1325 befindet sich an ihr. 1529 wurden Ort und Kirche im Zuge des Ersten Österreichischen Türkenkriegs zerstört. Am Kirchenplatz steht seit 1997 der Europabrunnen. Seine Steine stammen aus den damaligen Mitgliedsländern der Europäischen Union und wurden zum 25-jährigen Bestehen der Herrengilde zusammengetragen. Das ehemalige Koller-Haus in der Pfarrgasse war zunächst Getreidemühle, ab 1825 Papiermühle. Saul Pineles kaufte das Gebäude 1882 und richtete dort eine Textilproduktion ein. 1898 ließ sein Schwiegersohn Hugo Koller ein Elektrizitätswerk installieren; nach dem Ende der Fabrikarbeit 1903 wurde dieses zur Haupteinnahmequelle der Familie. 1912 gestaltete Architekt Josef Hoffmann das Haus um, während Kolo Moser die Jugendstileinrichtung schuf. Die Gemeinde nennt es heute ein besonderes Beispiel des Jugendstils.
Quellen: Oberwaltersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Geschichte Oberwaltersdorf – Marktgemeinde Oberwaltersdorf · Museum – Marktgemeinde Oberwaltersdorf
Spinnerei und Bettfedernfabrik
1818 gründeten die Gebrüder Gradner und Anton Girardoni eine Spinnfabrik, die 1819 den Betrieb aufnahm. Als 1897 ein Fabriksgebäude der Firma Ernst Ritter von Boschan und Comp. abbrannte, verloren 210 Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Beschäftigung. Die Bettfedernfabrik erhielt später eine öffentliche Nutzung: Dort begann 2004 die Sammlung und Forschung für das Heimatmuseum. Das Areal beherbergt auch ein Kultur- und Veranstaltungszentrum. Seit 2019 befindet sich das Gemeindeamt in der Bettfedernfabrik.
Quellen: Oberwaltersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Geschichte Oberwaltersdorf – Marktgemeinde Oberwaltersdorf · Museum – Marktgemeinde Oberwaltersdorf · Amtliche Mitteilungen 02/2024 – Marktgemeinde Oberwaltersdorf
Bahn und kommunale Infrastruktur
Die Aspangbahn verband Oberwaltersdorf ab 1881 mit dem regionalen Eisenbahnnetz. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderten Wohnbau und kommunale Infrastruktur die Gemeinde; die Ortschronik nennt die Regulierung der Triesting und neue Wohnungen. 1994 erwarb Frank Stronach Schloss, Gutshof, Brennerei und einen Teil des landwirtschaftlichen Besitzes. In diese Zeit fiel die Ansiedlung der Magna-Europazentrale. Der alte Gutshof und die Brennerei wurden abgerissen; zugleich wurde ein großer Teich ausgebaggert. Am Magnagelände begann der Bau der Wohnsiedlung Fontana. Das Gemeindewappen, 1970 verliehen, zeigt eine rote Brücke und einen Turm in einem goldenen Schild. Zur kommunalen Infrastruktur gehört auch die Sicherheitszentrale, in der Feuerwehr, Rotes Kreuz und Musikverein untergebracht sind.
Quellen: Geschichte Oberwaltersdorf – Marktgemeinde Oberwaltersdorf · Oberwaltersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
