ENZESFELD-LINDABRUNN KENNENLERNEN
Enzesfeld-Lindabrunn: Stein, Wald und Pech
Die Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn umfasst 15,78 Quadratkilometer und hat 4.297 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Sie liegt an der Triesting zwischen dem Wiener Becken und den östlichen Ausläufern der Kalkalpen. Enzesfeld und Lindabrunn wurden am 1. Jänner 1970 freiwillig zur heutigen Gemeinde vereinigt.
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Skulpturen im ehemaligen Steinbruch
In Lindabrunn entwickelte sich aus einem Bildhauertreffen ein dauerhaftes Freiluftgelände. Professor Mathias Hietz gründete das Symposion 1966/67; internationale Künstler arbeiteten in den Sommermonaten an gemeinsamen Themen und verwendeten Stein aus dem benachbarten Steinbruch. Zahlreiche Skulpturen aus rund drei Jahrzehnten künstlerischer Tätigkeit sind heute im Gelände zu sehen. Seit 1999 dient das Symposion als Produktionsstätte für zeitgenössische bildende Kunst und betreut österreichische wie internationale Projekte. Der frühere Bergrücken Gaisberg wurde als Weide genutzt und war zeitweise weitgehend baumfrei. Das Areal ist zugleich Kunstraum und schützenswertes Trockenrasengebiet. Bis zu 40 Mutterschafe beweiden nach festgelegter Zonenplanung die Flächen.
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Pecherei als Waldhandwerk
Die Nutzung der Föhrenwälder prägte beide Ortsteile über Generationen. Für Lindabrunn verzeichnet die Gemeindechronik einen Pechereibetrieb von 1700 bis 1965; für Enzesfeld ist ein Betrieb ab dem 18. Jahrhundert belegt, der ebenfalls bis 1965 arbeitete. Pech wurde aus Föhren gewonnen und war ein vielseitig verwendbarer Rohstoff. Eine wiedererrichtete Pecherhütte im Enzesfelder Wald macht die Arbeit anschaulich: Infotafeln beschreiben das Handwerk und seine örtliche Entwicklung. Die Gemeinde ließ die Hütte 2019 neu errichten und führt das Areal als Naturjuwel. Pechharz wurde zu Terpentin und Kolophonium verarbeitet; Kolophonium diente unter anderem zum Präparieren von Geigenbögen und Terpentin als Lösungsmittel in der Lack- und Farbenherstellung.
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Ortsgeschichte zwischen Zusammenlegungen
Enzesfeld und Lindabrunn wurden erstmals im 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert erwähnt. Ihre Verwaltung war schon früher verbunden: Von 1850 bis 1866 bildeten sie eine gemeinsame Gemeinde. In der Jauling, einem Waldgebiet an den Grenzen zu St. Veit an der Triesting und Kleinfeld, wurde von 1833 bis 1883 Braunkohle abgebaut, außerdem 1919/20. Die Jauling wird heute dem Bereich des Golfclubs Enzesfeld zugeordnet. In Enzesfeld entstand 1905 eine Metall- und Munitionsfabrik. Eine Explosion zerstörte das Werk in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1944; ausgelöst wurde sie durch entzündeten TNT-Staub beim Umgang mit Granaten.
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Kirchen und Bauzeugnisse
Die Pfarrkirche Enzesfeld ist der heiligen Margareta geweiht. Das Bürgerspital wurde 1396 errichtet; seine Kirche wird seit 1942 evangelisch genutzt. In Lindabrunn steht die Filialkirche zur heiligen Katharina. Die Gemeindeseite datiert den Baubeginn dieser Kirche auf 1371 und nennt 1257 als erste urkundliche Erwähnung Lindabrunns. Auch Schloss Enzesfeld gehört zu den historischen Bauwerken im Gemeindegebiet. In Lindabrunn befindet sich außerdem die Sportschule des Niederösterreichischen Fußballverbandes. Der Bildhauerverein arbeitet mit dem örtlichen Konglomerat, einem aus Geröll und Bindemittel entstandenen Gestein, das im Steinbruch gewonnen wurde.
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Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
