WEITENSFELD IM GURKTAL KENNENLERNEN
Weitensfeld im Gurktal: Markt und Kranzelreiten
Weitensfeld im Gurktal liegt im mittleren Gurktal im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Die Marktgemeinde zählt 1.987 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 95,77 Quadratkilometer (Stand 1. Jänner 2026). Ihr Gebiet reicht von den Gurktaler Alpen bis in die südlichen Wimitzer Berge.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Weitensfeld im Gurktal – Wikipedia, feste Artikelversion
Marktort seit dem Mittelalter
Weitensfeld wird 1131 erstmals urkundlich erwähnt. 1192 fiel der bis dahin steirische Besitz an die Babenberger, die ihn 1202 dem Domstift Gurk schenkten. 1203 erhielt der Ort das Marktrecht; 1211 bestätigte Herzog Bernhard von Spanheim die Marktprivilegien. In Altenmarkt lag an der römischen Talstraße die Poststation Beliandrum. Der Ort blieb auch in der frühen Neuzeit ein befestigter Markt: Nach einem Überfall 1476 setzten Türken 1478 Weitensfeld in Brand. Die Türkenbrunnen in Weitensfeld und Zweinitz erinnern an diese Angriffe. Im Herbst 2019 grub sich die Gurk bei Kleinglödnitz über 300 Meter ein neues Bachbett, etwa zwei Meter tief und 40 Meter breit.
Quellen: Weitensfeld im Gurktal – Wikipedia, feste Artikelversion · Aus der Geschichte – Marktgemeinde Weitensfeld · Aus der Geschichte – Marktgemeinde Weitensfeld
Wehrkirchen und ein Glasbild
Die Pfarrkirche Johannes der Evangelist wird 1285 erstmals genannt und war als Wasser-Wehrkirche mit rundem Wehrturm ausgestattet. Die Pfarrkirchen Altenmarkt, Zammelsberg und Zweinitz besitzen teilweise erhaltene Wehranlagen. In mehreren Kirchen sind gotische Fresken aus der Villacher Werkstatt zu sehen. In der Filialkirche St. Magdalena entstand um 1170 ein romanisches Glasgemälde. Die Magdalenenscheibe wurde 1930 gestohlen und kurz vor dem Abtransport nach Amerika wiedergefunden; heute wird das Original in der Schatzkammer Gurk gezeigt. In der Kirche in Weitensfeld befindet sich eine Nachbildung.
Quellen: Weitensfeld im Gurktal – Wikipedia, feste Artikelversion · Aus der Geschichte – Marktgemeinde Weitensfeld · Schatzkammer Gurk – Marktgemeinde Gurk
Das Kranzelreiten zu Pfingsten
Am Pfingstmontag messen sich Läufer beim Kranzelreiten im Wettlauf um den Kuss der Jungfrau. Der Sieger des Laufes küsst die steinerne Jungfrau am Marktbrunnen; alle 25 Jahre nimmt eine lebende Maibraut ihren Platz ein. Der Ursprung des Brauchs wird mit einer Pestüberlieferung verknüpft: Drei Bürgersöhne und ein Schlossfräulein sollen verschont geblieben sein, woraufhin die drei Männer um die Hand der Frau liefen. Das Fest verbindet Lauf, Wettritt, Marktfest und Musik. 2016 nahm die UNESCO-Kommission den Brauch in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.
Quellen: Weitensfeld im Gurktal – Wikipedia, feste Artikelversion · Kranzelreiten 2026 – Marktgemeinde Weitensfeld · Kranzelreiten 2026 – Marktgemeinde Weitensfeld · Aus der Geschichte – Marktgemeinde Weitensfeld
Gemeindegrenzen im Wandel
Die Ortsgemeinde Weitensfeld wurde 1850 mit fünf Katastralgemeinden gebildet. 1871 kamen Thurnhof und Zweinitz aus der Gemeinde Gurk hinzu. 1973 ging Weitensfeld in der Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz auf. Nach einer Volksbefragung wurde diese 1991 wieder aufgelöst und die Gemeinde neu errichtet. Ein Teil der Flattnitz wechselte mit Wirkung 1994 zu Glödnitz; seit 1995 führt die Gemeinde den Namen Weitensfeld im Gurktal. Der Marktschreiber Leonhard Zemasch zeichnete 1765 den Bürgereid von Weitensfeld auf. Beim Großbrand von 1814 wurden 82 Gebäude zerstört und drei Menschen kamen ums Leben. Weitensfeld besitzt zudem die älteste erhaltene Gemeindefahne Kärntens. Sie stammt aus der Barockzeit und ist mehr als 200 Jahre alt. Das 1629 verliehene Marktwappen zeigt einen springenden Hirsch zwischen vier Weidenbäumen.
Quellen: Weitensfeld im Gurktal – Wikipedia, feste Artikelversion · Aus der Geschichte – Marktgemeinde Weitensfeld
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
