KOHFIDISCH KENNENLERNEN
Kohfidisch: Schloss, Csaterberg und Pinkatal
Kohfidisch liegt im Bezirk Oberwart und zählt 1.419 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Gemeinde liegt auf einer Fläche von 31,34 Quadratkilometern. Zur Gemeinde gehören Kohfidisch, Kirchfidisch und Harmisch. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark in der Weinidylle.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kohfidisch – Wikipedia, feste Artikelversion
Wald und drei Orte
Die Gemeinde liegt im Südburgenland, ungefähr je zwanzig Kilometer von Oberwart, Güssing und Szombathely entfernt. Die drei Ortschaften bilden zugleich die Katastralgemeinden. Beinahe 60 Prozent des Gemeindegebiets sind bewaldet; etwa 30 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Durch Kohfidisch führen der Burgenland-Weitwanderweg und der Ostösterreichische Grenzlandweg. Der Csaterberg mit Klein- und Hoch-Csaterberg ist auch geologisch bemerkenswert: Das Oberflächengestein besteht laut Gemeinde fast vollständig aus Süßwasseropal, dessen Alter nur auf ungefähr fünf Millionen Jahre geschätzt wird. Das Opalvorkommen umfasst rund einen Quadratkilometer. Eine private Sammlung zählt etwa 600 versteinerte Hölzer, darunter Stücke bis zu 20 Kilogramm. Die beiden Berge bilden einen südwestlichen Ausläufer des Eisenbergs.
Frühe Besiedlung und Grenzlage
Archäologische Funde im unteren Pinkatal belegen menschliche Siedlungs- und Bautätigkeit vor etwa 7.500 Jahren. In römischer Zeit gehörte die Region zur Provinz Pannonia superior. Um 900 wurde das Gebiet Teil des Großfürstentums Ungarn. Bis 1921 blieb es Teil des Königreichs Ungarn; 1898 wurde im Zuge der Magyarisierung der Ortsname Gyepűfüzes vorgeschrieben. Nach dem Ersten Weltkrieg sprachen die Verträge von Saint-Germain und Trianon Deutsch-Westungarn Österreich zu. Kohfidisch gehört seit 1921 zum Burgenland.
Quellen: Kohfidisch – Wikipedia, feste Artikelversion · Kulturbauten – Marktgemeinde Kohfidisch
Kämpfe im April 1945
Während des Zweiten Weltkriegs kam es in Kohfidisch zu schweren Kämpfen zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Am 6. April 1945 drangen sowjetische Einheiten der 26. Armee in den Ort ein; im Schloss kam es zu Nahkämpfen. Die deutsche 1. Gebirgs-Division schlug den Angriff zurück und bezog den Csaterberg für einige Tage in die Verteidigung ein. In der Nacht vom 11. auf den 12. April zogen deutsche Verbände in Richtung Lafnitztal ab. Danach wurde Kohfidisch besetzt und Teil des sowjetischen Fronthinterlandes.
Kapellen und Schloss
Zu den Bauwerken der Gemeinde zählen Schloss Kohfidisch und eine Grabkapelle der Familie Erdődy im Fidischer Wald. Die Verlobungskapelle steht am Klein-Csaterberg; am Hoch-Csaterberg befindet sich eine Marienkapelle oberhalb von Weingärten und Kellerhäusern. Die Filialgemeinde Kohfidisch feierte Gottesdienste bis 1939 in der Schlosskapelle. Der moderne Sakralbau entstand ab 1975 und wurde am 17. Dezember 1978 geweiht. Beim Schloss steht ein Glockenturm mit Kapelle. Die Gemeindeseite nennt die Csaterberge einen Doppelberg: Der Klein-Csaterberg erreicht 365 Meter, der Hoch-Csaterberg 341 Meter. Weinreben wachsen an den Süd- und Südosthängen, Nadelwald bedeckt Nord- und Westseite. Bis 1848 war der Klein-Csater im Besitz der Grafen Erdődy; die Bauern erhielten die Weingärten danach schrittweise. Die Johannes-Nepomuk-Kapelle im Dorf entstand um 1840; die Gemeinde sanierte sie 2004. Die Filialkirche in Harmisch stammt aus 1822 und wurde 1831 mit einem Turm ergänzt.
Quellen: Kohfidisch – Wikipedia, feste Artikelversion · Kulturbauten – Marktgemeinde Kohfidisch · Kulturbauten – Marktgemeinde Kohfidisch · Kulturbauten – Marktgemeinde Kohfidisch · Kulturbauten – Marktgemeinde Kohfidisch
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
