WEPPERSDORF KENNENLERNEN
Weppersdorf an den Wegen durch das Mittelburgenland
Die Marktgemeinde Weppersdorf liegt zwischen den Ausläufern des Ödenburger und des Landseer Gebirges. Sie umfasst Weppersdorf, Kalkgruben und Tschurndorf und zählt 1.878 Einwohnerinnen und Einwohner auf 24,73 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Bäche, historische Handelswege und heutige Verkehrsachsen prägen die Gemeinde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Weppersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Drei Ortschaften am Bachnetz
Die Marktgemeinde besteht aus Weppersdorf, Kalkgruben und Tschurndorf; alle drei sind Ortschaften und Katastralgemeinden. Im Hauptort treffen Sieggrabenbach und Schwarzenbach zusammen und bilden den Stooberbach. Mühlbach und Kohlgrabenbach münden ebenfalls in den Schwarzenbach. Der Fuchsriegel erreicht 560 Meter und ist der höchste Punkt des Gemeindegebiets. Die Bachläufe verbinden die drei Siedlungen mit dem Talraum, während der Höhenzug nach Norden ansteigt. Diese naturräumliche Gliederung ist für die Großgemeinde prägend: Wasserläufe und Verkehrswege treffen im Hauptort zusammen, die Ortsteile bewahren jeweils eigene Siedlungskerne.
Eisen, Maut und Herrschaft
1970 wurden im Gemeindegebiet fünf Rennöfen, Feuerstellen und Röstherde aus dem 1. Jahrhundert vor Christus freigelegt. Sie belegen frühe Eisenverarbeitung. Die erste urkundliche Nennung als Wepur stammt aus 1222; 1229 erscheint die Form villa Wepur. Weppersdorf lag an mehreren Straßen, weshalb bereits 1346 eine Mautstelle nachgewiesen ist; auch 1434 wird sie erwähnt. Sie befand sich im Bereich des Hauptplatzes. 1683 wurden im Zuge der Türkenkriege 21 von 22 Bauernlehen und vier von fünf Hofstätten niedergebrannt. 1789 sind drei Mühlen an künstlichen Mühlbächen dokumentiert. Der Ort war Hauptsiedlung der Herrschaft und ein Verkehrsknoten im oberen Stoobertal.
Quellen: Weppersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Weppersdorf – Atlas Burgenland
Kirchen in den Ortsteilen
Im Hauptort stehen eine katholische und eine evangelische Pfarrkirche. Die katholische Kirche geht auf das 14. Jahrhundert zurück und erhielt 1753 ihre heutige Gestalt. Die evangelische Gemeinde hat eine lange Geschichte: 1836 entstand eine eigene evangelische Schule, die Alte Schule wurde 1906 zum Betsaal umgebaut. Die evangelische Kirche wurde 1931 eingeweiht. In Kalkgruben befindet sich eine ökumenische Filialkirche. Tschurndorf besitzt eine Filialkirche und einen gegenüberliegenden Glockenstuhl, der auch Wetterturm genannt wird. Diese Bauwerke gehören jeweils zu den drei Ortsteilen und spiegeln sowohl die lokale Siedlungsstruktur als auch die konfessionelle Vielfalt wider.
Bahn und Schnellstraße
Die Burgenlandbahn erreichte Weppersdorf im November 1908 mit einem Bahnhof im Süden des Orts. Noch vor der Eröffnung entgleiste ein Schotterzug mit zehn Wagen; drei Menschen starben, weitere wurden verletzt. Der Personenverkehr endete 1988, der Güterverkehr 2004. Heute werden Teile der ehemaligen Bahnstrecke für Draisinenfahrten genutzt. Die S31 wurde 1985 eröffnet und verkürzte die Straßenverbindungen Richtung Eisenstadt und Wien. 1995 entstanden am Sieggrabenbach ein Rückhaltebecken und ein Landschaftspark. Im Norden des Hauptorts wurde 2002 eine Park-and-Ride-Anlage mit Busbahnhof und vier Steigen angelegt. Bahn, Schnellstraße und Busanlage bilden unterschiedliche Phasen der regionalen Mobilität ab.
Quellen: Weppersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Weppersdorf – Atlas Burgenland
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
