RITZING KENNENLERNEN
Ritzing zwischen Ödenburger Gebirge und Sonnensee
Ritzing liegt am Südrand des Ödenburger Gebirges. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Dorf der Ortsteil Helenenschacht, Neustift und zwei Einzellagen. Die Gemeinde umfasst 17,70 Quadratkilometern und zählt 914 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Bergbaugeschichte des Helenenschachts, die Grenze zu Ungarn und der Sonnensee prägen den Ort.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ritzing (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion
Ritzing und die Bergarbeitersiedlung
Die Gemeinde umfasst eine Ortschaft und Katastralgemeinde; der Siedlungsraum schließt außerdem Helenenschacht, Neustift und einzelne Häusergruppen ein. Der Sonnensee liegt beim Helenenschacht, rund drei Kilometer vom Dorfkern entfernt. Ein Fuß- und Radübergang führt von Ritzing nach Ungarn; Sopron liegt etwa 25 Kilometer entfernt. Helenenschacht war eine Bergarbeitersiedlung im Brennberger Kohlerevier. Die Grenzziehung von 1921 teilte das Siedlungsgebiet. Auf österreichischer Seite blieb die 1924 errichtete Waldschule erhalten; in der Blütezeit gingen mehr als 80 Kinder dort zur Schule.
Quellen: Ritzing (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Sehenswürdigkeit – Ritzing
Die Anlage Helenenschacht
Im Raum Ritzing wurde Kohle zunächst im Tagebau gewonnen. Nach Angaben der lokalen Schachtchronik wechselte der Abbau 1858 zum Untertagebetrieb. 1882 begann der Helenenschacht, der etwa 345 Meter tief war. Während des Ersten Weltkriegs wurde der Förderturm mit einer Ziegelummantelung versehen. Der Name Helenenschacht stand neben der ungarischen Bezeichnung Ilona-akna. Mit dem Abbau entstand eine Industriesiedlung für die Bergleute und ihre Familien; auf der ungarischen Seite sind Arbeiterhäuser erhalten. Diese Bauwerke geben Einblick in eine Arbeitswelt, deren Mittelpunkt der Schacht und nicht der Dorfkern von Ritzing war.
Quellen: Geschichte des Helenenschachts
Grenze, Förderende und neue Nutzung
Nach der Grenzziehung 1921 führte eine ungarische Bergbaugesellschaft den Betrieb auf der anderen Seite der Grenze weiter. Eine Seilbahn transportierte die Kohle nach Brennberg. Der Eiserne Vorhang unterbrach später alltägliche Beziehungen zwischen den Siedlungsteilen. In Brennberg endete der Kohleabbau 1952. Auf österreichischer Seite wurden weitere Förderversuche 1955 aufgegeben; viele Bergarbeiterfamilien zogen danach in andere Reviere. Die Grube Helenenschacht wurde 1986 auf behördliche Anordnung verfüllt. Gerhard Bogner kaufte den Förderturm 1991 und ließ ihn renovieren. 2021 übernahmen Silvia Artner und Ernst Richter die Liegenschaft und entwickelten sie zu Atelier- und Wohnräumen. Das kommunale Bergbaudenkmal erinnert an Tagebau und Schachtbetrieb; ein Gedenkstein davor ist den Opfern des Eisernen Vorhangs gewidmet.
Quellen: Sehenswürdigkeit – Ritzing · Geschichte des Helenenschachts
Kirche und Erinnerungsorte
Die Pfarrkirche in Ritzing ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Im weiteren Gemeindegebiet stehen die Rosalienkapelle und die Kapelle der Familie Weber; an der alten Schule befindet sich eine Immaculata-Darstellung. Buchenwaldkreuz und Waxhofer-Kreuz markieren zusätzliche religiöse Erinnerungsorte. Diese Denkmäler verteilen sich zwischen Dorf und Siedlungsraum und ergänzen die technischen Spuren des Bergbaus. Beim Sonnensee im Ortsteil Helenenschacht liegt das Sonnenseestadion, die Heimstätte des SC Ritzing, der 1963 gegründet wurde. Kirche, Wegzeichen und Sportstätte sind damit räumlich verschiedenen Teilen der Gemeinde zugeordnet.
Quellen: Ritzing (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Bergbaudenkmal – Gemeinde Ritzing
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
