WIMPASSING IM SCHWARZATALE KENNENLERNEN
Wimpassing im Schwarzatale: Leben zwischen Fluss und Industriegeschichte
Wimpassing im Schwarzatale ist eine Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 1.603 Einwohnerinnen und Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 2,07 Quadratkilometer. Flusslage, Gewerbe und die Geschichte der Kautschukproduktion prägen das kleine Schwarzataler Ortsbild.
Zwischen Schwarza und bewaldeten Hängen
Im Nordwesten markiert die Schwarza die Gemeindegrenze. Auf rund 390 Metern Seehöhe liegt ihr flaches rechtes Ufer, an dem Siedlungs- und Industrieflächen Platz gefunden haben. Südöstlich steigt das Gelände steil an und erreicht bewaldete Höhen von mehr als 450 Metern. Die Gemeinde liegt im Industrieviertel und gehört zum Bezirk Neunkirchen. Ihre geringe Fläche macht Wimpassing zu einem dicht gefassten Ort im Talraum. Landwirtschaftliche Nutzflächen nehmen etwa ein Drittel, Wald rund ein Viertel und Gärten ungefähr 15 Prozent des Gemeindegebiets ein.
Vom Gummibetrieb zur Industriegeschichte
Johann Nepomuk Reithoffer gründete 1824 in Wimpassing eine Gummiwarenfabrik. Drei Jahrzehnte später entstand daraus eine Fabrik für Kautschukprodukte, die als erste ihrer Art in Europa beschrieben wird. Der Name Semperit ist 1900 erstmals belegt; 1912 schlossen sich mehrere Fabriken zum Konzern zusammen. Die industrielle Entwicklung ist damit eng mit der Ortsgeschichte verbunden. Heute nennt die Quelle außerdem Semperit und Voith Paper Rolls als ansässige Unternehmen. Zahlen zu Beschäftigten und Pendelbewegungen beziehen sich auf 2021: 686 der 1.235 Erwerbstätigen arbeiteten in der Gemeinde, 549 pendelten aus; zugleich kamen 1.078 Personen zum Arbeiten nach Wimpassing.
Ein Ort mit eigener Mitte
Das Tourismusportal des Landes Niederösterreich führt die Pfarrkirche Unbeflecktes Herz Mariä, den Pfarrhof und den Schuberthof als Sehenswürdigkeiten an. Es beschreibt den Schuberthof als historischen Gemeindebau; vor dem Gebäude steht eine Büste Franz Schuberts. Der Kulturverein gestaltet gemeinsam mit örtlichen Vereinen ein Programm mit Kabarett, Konzerten und Angeboten für Kinder. Zum Sportangebot zählen Tennis, Volleyball und Bogenschießen. Die Schwarzatal-Rad-Route verläuft entlang der Schwarza und verbindet die Industriegeschichte mit der Landschaft der Semmeringeisenbahn.
Bildung, Vereine und Wege
Im Ort befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule. Die Vereinsszene umfasst unter anderem Feuerwehr, Sport, Kultur, Fotografie und Naturfreunde; auch ein Kino sowie ein Tauchverein sind im überlieferten Verzeichnis angeführt. Der nächste Bahnhof an der Südbahn liegt im benachbarten Ternitz, etwa zwei Kilometer entfernt. Durch das Gemeindegebiet führt die Triester Straße B17. Zur Semmering Schnellstraße S6 sind es bis zur nächsten Auffahrt laut Quelle rund sechs Kilometer. Diese Wege verbinden den kleinen Talort mit der näheren Umgebung.
Religion im Wandel
Bei der Volkszählung 2001 bezeichneten sich 58,2 Prozent als römisch-katholisch und 4,9 Prozent als evangelisch. 16 Prozent waren muslimisch, ein Prozent gehörte orthodoxen Kirchen an; 18,5 Prozent gaben kein religiöses Bekenntnis an. Die Werte sind historische Momentaufnahmen und beschreiben die damalige Zusammensetzung der Bevölkerung. Sie ergänzen das Bild einer Gemeinde, deren Industriegeschichte, Wohngebiet und Vereinsleben auf engem Raum zusammenkommen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
