WARTMANNSTETTEN KENNENLERNEN
Wartmannstetten: Spuren unter dem Schulberg
Wartmannstetten ist eine Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen. Zum Gemeindegebiet gehören acht Ortschaften und sechs Katastralgemeinden. Am 1. Jänner 2026 hatte die Gemeinde 1.593 Einwohnerinnen und Einwohner; die amtliche Fläche beträgt 21,43 Quadratkilometer. Geschichte wird hier an mehreren Orten sichtbar: in Funden aus unterschiedlichen Epochen, in der Marien-Dankes-Kirche und in den Siedlungen, die 1971 zur heutigen Gemeinde zusammengeführt wurden.
Ein Gemeindegebiet aus acht Ortschaften
Die acht Ortschaften heißen Diepolz, Gramatl, Hafning, Ramplach, Straßhof, Unter-Danegg, Wartmannstetten und Weibnitz. Die Katastralgemeinden umfassen Diepolz, Hafning, Ramplach, Straßhof, Unterdanegg und Wartmannstetten. Gramatl und Weibnitz sind also Ortschaften innerhalb des Gemeindegebiets, aber keine eigenen Katastralgemeinden. Vor der Zusammenlegung 1971 waren Hafning, Ramplach, Straßhof und Unterdanegg eigenständige Gemeinden. Diese Unterschiede zeigen, wie sich heutige Verwaltungseinheiten aus mehreren Siedlungsgeschichten zusammensetzen. Die Fläche und Bevölkerung in der Einleitung beziehen sich auf die gesamte Marktgemeinde, nicht auf den gleichnamigen Hauptort allein.
Funde von der Steinzeit bis zur Römerzeit
Die Gemeindechronik nennt archäologische Funde aus mehreren Epochen. Dazu zählen ein Feuerbohrer aus der Steinzeit, Kupferschmelzöfen und Schmelzpfannen im Tobel bei Hafning aus der Bronzezeit sowie Reste keltischer Siedlungen. Aus der Römerzeit sind Ziegelöfen dokumentiert; außerdem wird hier ein römischer Goldbergbau überliefert. Wartmannstetten selbst ist 1192 im Formbacher Traditionskodex erstmals urkundlich erwähnt. Die Funde weisen auf eine Besiedlung vor dieser schriftlichen Nennung hin. Die Darstellung ordnet einzelne Fundorte den jeweiligen Ortsteilen zu: Das Tobel liegt bei Hafning, während die römischen Ziegelöfen in Rones ausgegraben wurden.
Eine Kirche aus Dankbarkeit
Die heutige Marien-Dankes-Kirche entstand aus einem Gelöbnis nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 27. Mai 1945 versprachen die Gläubigen, zum Dank für die Rettung aus den Gefahren des Krieges eine Gedächtniskapelle auf dem Schulhügel und später eine größere Kirche zu errichten. Das Kirchenbaukomitee umfasste 13 Personen. Es trat 1955 erstmals zusammen; in der Folge wurde der Kirchenbauverein gegründet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Juli 1958. Viele Bewohner halfen durch Arbeit, Sachspenden und Geldbeiträge. Für den Bau waren rund 240.000 Ziegel, 19.000 Dachziegel und 240 Kubikmeter Bauholz vorgesehen. Die Kirche war für 350 Personen geplant und wurde 1959 fertiggestellt. Die alte Ortskapelle, 1870 beim heutigen Gemeindeamt errichtet, wurde 1960 abgetragen. So verbindet die Kirche ein lokales Erinnerungszeichen mit dem Gemeinschaftswerk des damaligen Gemeindegebiets.
Kapellen und Erinnerungsorte
Neben der Marien-Dankes-Kirche nennt die Gemeindechronik eine Dankkapelle und eine Friedenslinde auf dem Schulhügel. Die Linde erinnert an das Kriegsende 1945; eine Kaisereiche steht dort seit 1910. Das Betkreuz gegenüber dem Gasthaus „Oida Fux“ wurde 1736 errichtet und 2011 renoviert. An der Straße nach Neunkirchen liegen das Weiße Kreuz und der Marchstein, der bereits 1564 erwähnt wurde und als Gerichts- und Richtstätte diente. Diese Orte verteilen sich über den Gemeinderaum und sind von der Kirche am Schulberg zu unterscheiden. Sie verweisen auf unterschiedliche Formen religiöser Erinnerung und historischer Rechtspflege.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
