WÜRFLACH KENNENLERNEN
Würflach: Wege durch die Johannesbachklamm
Würflach liegt im Bezirk Neunkirchen zwischen Hoher Wand und der Bezirkshauptstadt. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.633 Menschen auf 12,33 Quadratkilometern. Die Johannesbachklamm, die Pfarrkirche und drei Katastralgemeinden prägen das Gemeindegebiet.
Klamm, Kalk und Wanderwege
Die Johannesbachklamm beginnt am westlichen Ortsrand. Ihr bis zu 60 Meter tiefes Tal verläuft zwischen Eichberg und Dürrenberg durch Wettersteinkalk. Wasser hat Nischen und runde Vertiefungen in den Fels geformt; gesicherte Steige, Stufen und Holzbrücken machen den Weg begehbar. Die Gemeinde erschloss die Klamm 1902 für Besucher. Von der WellnessWelt starten fünf Routen der Würflacher WanderWelt, darunter Wege zur Klamm und zur Ruine Schrattenstein. Die Gemeinde beschreibt die Landschaft zwischen Schneeberg, Hoher Wand, Wiesen und Wäldern. Schattige Wälder und feuchte Klammwände machen den Weg nach ihrer Darstellung besonders an heißen Sommertagen zu einem kühlen Abschnitt. Der einfache Andreas-Steig führt zum Zugang; Eintrittskarten sind laut Gemeinde nicht erforderlich. Im Winter wird die Klamm laut Gemeinde nicht geräumt; die Begehung erfolgt dann auf eigene Gefahr.
Vom Klosterbesitz zur Gemeinde
Bayerische Mönche aus dem Kloster Vornbach werden mit der Gründung Würflachs verbunden. Der Name geht laut historischer Darstellung auf „Wirbilach“ zurück, die wirbelnde Ache des Johannesbachs. Eine Schenkungsurkunde nennt Würflach erstmals 1094. In der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand ein Wirtschaftshof mit Chorquadratskirche; Mauerteile sind in der heutigen Kirche erhalten. Die Siedlung bildete ein Zentrum verstreuter Besitzungen des Stifts Admont bei Pitten. Später gehörte das Dorf dem Stift Rein und ab etwa 1617 dem Neukloster in Wiener Neustadt.
Pfarre St. Anna und ihre Nachbarschaft
Die Pfarre St. Anna zu Würflach liegt zwischen Hoher Wand und Neunkirchen. Nach Angaben der Pfarre betreuen Zisterzienserpatres aus dem Stift Heiligenkreuz die Seelsorge seit 1881. Gemeinsam mit den Pfarren St. Lorenzen, Maria Kirchbüchl und Muthmannsdorf bildet Würflach ein Seelsorgeteam. Die Herz-Jesu-Kapelle, auch Sebastianskapelle genannt, steht neben der Pfarrkirche.
Drei Ortsteile und ein Schulstandort
Zum Gemeindegebiet gehören die Katastralgemeinden und Ortschaften Hettmannsdorf, Wolfsohl und Würflach. Hettmannsdorf wurde am 1. Jänner 1968 eingemeindet. Die Volksschule liegt unmittelbar neben der Kirche und verfügt laut Gemeinde über vier Klassenräume, Turnsaal und Pausengarten. In den Räumen unterrichtet auch die Musikschule Schneebergklang; nach dem Unterricht gibt es eine Hortbetreuung. Die Puchberger Straße B26 verläuft durch den Nordosten, die Landesstraße L4113 durch die Ortschaft Würflach Richtung Neunkirchen.
Pechgewinnung am Eichberg
Die Föhrenwälder am Eichberg lieferten bis in die 1960er-Jahre Holz zur Pechgewinnung. Pechhütten am Ausgang der Klamm erinnern an diesen früheren Erwerbszweig. Damit erzählt der Weg durch die Schlucht auch von Arbeit im Wald und von lokaler Nutzung der Landschaft. Heute liegen die Hütten am Übergang zwischen dem Naturraum der Klamm und dem Ortsrand; die Gemeinde beschreibt sie als sichtbare Zeugnisse dieser Wirtschaftsform.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
