MURAU KENNENLERNEN
Murau: Bezirkszentrum an der Mur
Murau ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Bezirks und eine Stadt, deren Brautradition bis ins späte Mittelalter reicht. Die Gemeinde umfasst neben dem Stadtkern die Ortsteile St. Egidi, Steirisch-Lassnitz, Stolzalpe und Triebendorf. Auf 76,70 Quadratkilometern leben 3337 Menschen (Stand 1. Jänner 2026).
Stadt und Ortsteile
Als Hauptort und Sitz der Bezirksverwaltungsbehörde bündelt Murau öffentliche Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten für das obere Murtal. Die Mur und die Bahn prägen die räumliche Orientierung; die Murtalbahn hat in Murau ihr betriebliches Zentrum. Schulen mit praxis- und berufsorientierten Angeboten ergänzen Verwaltung und Handel. In den Ortsteilen begegnen sich Wohnen, Landwirtschaft und Erholung in einer Landschaft, die vom Flusslauf bis zu den bewaldeten Hängen reicht. Busse bedienen die umliegenden Gemeinden; die Murtalbahn verbindet Murau auf der Schiene mit dem oberen Murtal.
Brauerei, Handel und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählt in Murau 551 Arbeitsstätten; 71,9 Prozent davon entfallen auf den Dienstleistungssektor. In den Arbeitsstätten waren 3.275 Beschäftigungsverhältnisse erfasst, davon 78,9 Prozent im Dienstleistungsbereich. Die Zahlen passen zur Rolle als Bezirkszentrum mit Behörden, Schulen, Geschäften und Tourismus. Ein anschauliches Beispiel ist die Brauerei Murau: Sie erzeugt Bier und alkoholfreie Erfrischungsgetränke und öffnet mit der „Brauerei der Sinne“ einen Teil der Produktion für Besucherführungen. Die örtliche Wirtschaft umfasst damit sowohl regionale Versorgung als auch einen Betrieb, der seine Herstellung selbst zum Besuchsangebot macht. 38,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendeln aus der Gemeinde aus; die Arbeitsplätze am Ort und die Erwerbswege über die Gemeindegrenze gehören zusammen.
Stadtrecht und Handelsgeschichte
Murau erhielt 1298 das Stadtrecht. Seine Lage an einer wichtigen inneralpinen Verbindung begünstigte Handwerk und Handel; die Stadt entwickelte sich zum Zentrum des Herrschaftsgebiets der Liechtensteiner. An diese lange Stadtgeschichte erinnern der Hauptplatz, Schloss Murau und die Kirchen im Ortskern. Die Stadtpfarrkirche St. Matthäus besitzt einen ungewöhnlichen sechseckigen Vierungsturm; die gotische Anlage und erhaltene Fresken machen den Bau zu einem markanten Teil des Stadtbildes. Schloss Murau wird vom Haus Schwarzenberg genutzt; der Rittersaal dient für Konzertveranstaltungen. Die Brautradition reicht laut Stadtgemeinde bis 1495 zurück und verbindet die heutige Produktion mit der Geschichte der Stadt als Handels- und Gewerbeort. Das Stammhaus befindet sich am Raffaltplatz.
Kultur und Wege im Murtal
Das Murauer Handwerksmuseum zeigt, wie früher in der Stadt und ihrer Umgebung gearbeitet wurde. Führungen erschließen Werkstätten und Gegenstände aus Handwerk und Handel; für die Saison 2026 nennt das Museum Termine von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Der Besuch ergänzt den Blick auf die noch genutzten Bauten der Altstadt. Die Murtalbahn verbindet Murau mit Orten im oberen Murtal und hat hier ihr betriebliches Zentrum. Schulen und öffentliche Einrichtungen ziehen Menschen aus dem Bezirk in die Stadt. Für kurze Wege im Zentrum liegen Bahnhof, Fluss und historischer Stadtkern nahe beieinander; für Ausflüge führen Rad- und Wanderstrecken weiter ins Tal und auf die Hänge.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Murau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Murau | Stadtgemeinde Murau
- Stadtgemeinde Murau – Willkommen
- Brauerei der Sinne – Murauer Bier
- Brauhaus zu Murau – Führungen
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Brauhaus zu Murau – Unsere Geschichte
- Murauer Handwerksmuseum – Kontakt und Führungen
Stand der Angaben: 14.10.2026
