SCHÖDER KENNENLERNEN
Am Fuß des Sölkpasses, im Tal des Günsterbachs
Schöder liegt am Fuß des Sölkpasses in einem Hochtal der Niederen Tauern. Die Gemeinde im Bezirk Murau zählt 862 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 74,61 Quadratkilometer. Ihr Gebiet reicht von den Siedlungen im Katschtal bis in die Berglandschaft, die seit Jahrhunderten Wege über den Tauernkamm begleitet.
Pass, Tal und Wasserfall
Der Sölkpass verbindet das Murtal mit dem Ennstal; Schöder liegt an der südlichen Zufahrt und bildet einen Ort am Übergang zwischen den Tälern. Das Gemeindegebiet umfasst Baierdorf, Schöder und Schöderberg. Der Günsterbach stürzt in mehreren Kaskaden durch eine felsige Klamm. Der Günster Wasserfall hat eine Fallhöhe von 65 Metern und gilt als höchster Wasserfall der Steiermark. Sein Steig ist wegen Unwetterschäden bis auf Weiteres gesperrt. Wanderwege verbinden Schöderberg und den Talraum; eine Wanderung zum Wasserfall lässt sich derzeit nicht empfehlen. Der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Greim, dessen Gipfel die Tallandschaft weithin überragt.
Landwirtschaft und Arbeit außerhalb
2024 weist die Arbeitsstättenzählung 85 Arbeitsstätten in Schöder aus. 55,3 Prozent davon liegen im primären Sektor, und 34,9 Prozent der Beschäftigten in Arbeitsstätten sind diesem Sektor zugeordnet. Der Auspendleranteil unter den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort beträgt 75,2 Prozent. Die Zahlen passen zu einem weitläufigen Gemeindegebiet, in dem Höfe und landwirtschaftliche Flächen den Raum prägen, während viele Berufstätige außerhalb arbeiten. Zu den örtlichen Tätigkeiten zählen Landwirtschaft und Pferdezucht; die Pferdezuchtgenossenschaft Schöder organisiert den örtlichen Pferdemarkt. Dort werden Haflinger, Noriker und Ponys vorgestellt oder verkauft. Der Markt verbindet Züchter, Anbieter und Besucher. Gasthäuser, Handwerk und Dienstleistungen ergänzen die lokale Wirtschaft.
Kirche und Wehrturm
Die Wallfahrtskirche Maria Geburt ist der auffälligste historische Bau im Ortszentrum. Ihre Geschichte reicht ins Mittelalter zurück; bei einer Restaurierung wurden mittelalterliche Fresken freigelegt. Die Kirche ist Ziel einer jährlichen Wallfahrt aus Oberzeiring, die den Ort über Gemeindegrenzen hinweg mit religiösem Brauchtum verbindet. In Baierdorf steht außerdem ein mittelalterlicher Wehrturm. Er diente als Speicher für den Zehent an das Erzbistum Salzburg und zeigt, wie eng Verwaltung, Abgaben und Landwirtschaft früher zusammenhingen. Ein großes Christophorus-Fresko an der Anlage gehört zu den kulturgeschichtlichen Besonderheiten.
Wanderwege und Dorfleben
Die Tourismusseite der Region Murau führt die Marienkirche, das Augustinerbründl und die Filialkirche in Baierdorf als Besuchsziele. Für Ausflüge bleiben die beiden Kirchen und die Wege durch den Talraum; der Wasserfallsteig ist weiterhin gesperrt. Wer in der Gemeinde wandern möchte, sollte aktuelle Hinweise und Wegsperren prüfen. Die markierte Schöderbergrunde verbindet Tal und Höhenlage und führt durch Wiesen, Wald und verstreute Ortsteile. Musik, Feuerwehr, Sport- und Reitvereine gestalten lokale Veranstaltungen. Der Pferdemarkt ist ein jährlicher Treffpunkt für Züchter, Kaufinteressierte und die Bevölkerung. Im August 2026 fand er bei der Reithalle statt; künftige Termine werden gesondert bekanntgegeben.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
