SANKT ANDRÄ AM ZICKSEE KENNENLERNEN
Sankt Andrä am Zicksee – Anger, See und Kloster
Sankt Andrä am Zicksee liegt im Seewinkel, etwa zwei Kilometer östlich des Zicksees. Die Marktgemeinde zählt 1.378 Einwohner und umfasst knapp 31,73 Quadratkilometer (Stand 1. Jänner 2026). Zum Ort gehören ein breiter Anger, die Pfarrkirche und eine orthodoxe Klostergemeinschaft; die wechselvolle Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert.
Angerdorf im Seewinkel
Sankt Andrä liegt rund zwei Kilometer östlich des Zicksees in der flachen Landschaft des Seewinkels. Das historische Dorf ist als Breitangerdorf angelegt; die breite, längliche Freifläche bildet noch heute seine erkennbare Mitte. Drei Meierhöfe liegen verstreut im Gemeindegebiet, unmittelbar am See befindet sich eine Wochenendhaussiedlung. Die offene Ebene wird von Feldern und Feuchtgebieten unterbrochen. Lacken in der Umgebung wurden unter Naturschutz gestellt; sie bieten Zugvögeln Rast- und Nahrungsplätze. Der Anger im Dorf und die weite Ebene draußen sind zwei unterschiedliche Bezugspunkte, an denen sich Sankt Andrä räumlich verstehen lässt.
Wiedergründung und Ortsform
Sankt Andrä wird 1437 erstmals urkundlich erwähnt. Zerstörungen während der Türkenkriege 1529 und beim Bocskai-Aufstand 1605 unterbrachen die Siedlungsgeschichte. Nach einer längeren Zeit als öde Siedlung wurde der Ort gegen Ende des 17. Jahrhunderts neu gegründet. Die Pfarrchronik setzt die Entstehung des heutigen Orts vor 1698 an. Die ersten Häuser wurden entlang eines breiten Angers angeordnet, dessen Form den Wiederaufbau bis heute ablesbar macht. Bis 1920/21 gehörte das Gebiet zu Ungarn; seit 1921 ist Sankt Andrä Teil des Burgenlands. Bis 1982 lautete der Ortsname St. Andrä bei Frauenkirchen, seit 2002 ist Sankt Andrä am Zicksee Marktgemeinde.
Pfarrkirche und orthodoxes Kloster
Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Andreas geweiht. Ihre Vorgängerkirche wurde 1724 errichtet und 1937 abgetragen. Am 31. März desselben Jahres wurde der Grundstein für den Neubau gelegt; am 5. September weihte Kardinal Theodor Innitzer die Kirche. Die Pfarrchronik hält auch die Versetzung der Dreifaltigkeitssäule aus dem Bereich der alten Kirche ins Dorf fest. Eine jüngere religiöse Institution ist das orthodoxe Kloster Maria Schutz. Die Mönchsgemeinschaft lebt seit 2016 in einem angekauften Haus im Ort. Am 26. September 2020 wurde der Grundstein für das Kloster gelegt; beteiligt waren unter anderem Metropolit Arsenios, der burgenländische Landeshauptmann und der Bürgermeister. Der Entwurf für die Klosterkirche sah einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes vor.
Schule, Feuerwehr und Dorfmitte
Die Schule entstand 1927/28, zehn Jahre vor dem Neubau der Pfarrkirche. 1935 wurde am Zicksee eine Kriegergedächtniskapelle gebaut; sie wurde 1945 wieder abgerissen. Die Freiwillige Feuerwehr war bereits 1889 als Verein gegründet worden. Mit dem burgenländischen Feuerwehrgesetz von 1935 wurde sie in eine Körperschaft öffentlichen Rechts umgewandelt. Erst 2002 erhielt sie mit einem neu gebauten Feuerwehrhaus eine baulich selbstständige Unterkunft. Elektrisches Licht erhielt das Dorf 1947. Im Folgejahr bekam die Pfarrkirche drei Glocken, die im August und November geweiht wurden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Andrä am Zicksee – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Aus der Pfarrchronik – Röm.-kath. Pfarre St. Andrä am Zicksee
- Grundsteinlegung des ersten orthodoxen Klosters in Österreich in St. Andrä am Zicksee – Heilige Metropolis von Austria
Stand der Angaben: 08.10.2026
