WALLERN IM BURGENLAND KENNENLERNEN
Wallern im Burgenland – Dorf am Rand der Sümpfe
Wallern liegt im Seewinkel nahe der ungarischen Grenze und zählt 1.629 Einwohner auf rund 33,9 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Die Marktgemeinde ist von landwirtschaftlicher Ebene umgeben. Ihre Geschichte verbindet die Überlieferung einer früheren Siedlungsstelle mit Bahnhof, Bahnlinie und Pfarrkirche.
Dorf am Rand des alten Sumpflands
Wallern liegt im Seewinkel nahe der ungarischen Grenze auf rund 120 Metern Seehöhe. Der heutige Ort steht nicht an der ältesten Siedlungsstelle: Laut der 1747 begonnenen Pfarrchronik lag das Dorf früher weiter östlich in den Sümpfen, etwa eine halbe Stunde entfernt. Überschwemmungen und die Suche nach trockenerem Gelände sollen die Verlagerung ausgelöst haben. Der frühere Standort heißt bis heute „Altes Dorf“; Ruinen der Kirche und Häuser waren laut Gemeindechronik noch sichtbar. Reste von Moorwiesen und Schilfröhrichten liegen südöstlich von Wallern nahe der ungarischen Grenze. Die Gemeinde liegt damit zwischen landwirtschaftlich genutzter Ebene und Relikten der früheren Feuchtlandschaft.
Bala und die Wälle von 1709
1269 erscheint Wallern erstmals urkundlich als Bala. In einer Schenkung überließ Lambertus von Götsch dem Kloster Marienberg 150 Joch Land. Später wechselte der Name in Urkunden mehrfach, darunter Walla und Walarnn. 1498 gehörte der Ort zu den Besitzungen der Burg Forchtenstein; die Gemeindechronik nennt die Familie Esterházy für die Jahre 1622 bis 1865 als Herren über Wallern. Im Kuruzzenkrieg wurde Wallern 1709 angegriffen. Die Gemeindechronik beschreibt zwei Wälle, die von Bewohnern und Dragonern verteidigt wurden; der äußere wurde am 14. Jänner erobert, der innere blieb zunächst bestehen. Ein Restwall nordwestlich der Siedlung erinnert an diese Befestigung.
Kirche, Glockenturm und Schule
1730 entstand eine Kirche, die zunächst noch keinen Turm hatte. Wallern wurde 1734 zur selbstständigen Pfarre; 1760 wurde die Kirche verlängert und erhielt einen Turm. Ein eigener Glockenturm entstand 1784 auf dem Hauptplatz. Eine Schule wird in der Gemeindechronik erstmals 1904 als Neubau erwähnt; die Volksschule wurde 1971 umgebaut und 2008 bis 2012 saniert und erweitert. Auch die Pfarrkirche erhielt im 20. Jahrhundert einen Neubau: 1931/32 entstand die heutige Kirche, deren Bau über den „Milchgroschen“ mitfinanziert wurde – von jedem abgelieferten Liter Milch floss ein Groschen in den Kirchenbaufonds. Kirche, Glockenturm und Schule markieren verschiedene Etappen des öffentlichen Lebens im Ort.
Kanal, Grenze und Verbindung
Seit 1921 bildet der Einser-Kanal mit seinem Damm die Grenze zu Ungarn. Etwa 213 Hektar Wiesen und Ackerland des Wallner Hotters lagen jenseits der Grenze; ihre Eigentümer durften diese Flächen bis 1948 bewirtschaften und Ernte einbringen. Ein Übergang erfolgte bei einem Gasthaus am Kanal, wo eine Holzbrücke lag. Beim Großbrand vom 7. Juli 1881 half ein Teich im Dorf bei den Löscharbeiten, konnte aber die Zerstörung vieler Häuser in der Hauptstraße nicht verhindern. Heute verbindet die Neusiedler Seebahn Wallern mit dem regionalen Bahnnetz; die B 51 führt durch den Ort. Der Radweg nach Tadten wurde 2008 eröffnet, die Radfahrerbrücke über den Einser-Kanal 2014.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
