STEGERSBACH KENNENLERNEN
Stegersbach: Marktgeschichte, Kumpf-Architektur und Thermalwasser
Stegersbach ist als Thermen- und Golfstandort bekannt, besitzt aber eine deutlich ältere Geschichte als Marktort. Die Gemeinde liegt im Stremtal im Bezirk Güssing und umfasst rund 17,77 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.746 Menschen. Zur einzigen Ortschaft zählen kleinere Siedlungsbereiche wie Fabitsgraben, Hinterfrauenberg, Kanischaberg, die Pflegerhäuser, die Stegersbacher Berghäuser und Steinbach. Historische Gebäude im Ort und die touristischen Anlagen bilden unterschiedliche Schwerpunkte. Das Renaissancekastell, die beiden Pfarrkirchen und die von Gottfried Kumpf mitgestaltete Thermenlandschaft stammen aus weit auseinanderliegenden Phasen und machen diesen zeitlichen Abstand auch baulich sichtbar.
Mehrere Sprachen und eine lange Markttradition
Die Markttradition Stegersbachs reicht ins Mittelalter zurück; die Rechte wurden 1583 erneut verliehen. Der ungarische Ortsname lautet Szentelek, der kroatische Santalek und die Bezeichnung in Romani Schtega. Diese Namen verweisen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, die zur Geschichte des Ortes gehören. Im 16. Jahrhundert siedelten sich kroatische Familien an. Auch Roma lebten in Stegersbach, bevor die nationalsozialistische Verfolgung und Deportation ihre Gemeinschaft schwer trafen. Die Zugehörigkeit zum österreichischen Burgenland besteht seit 1921. Ein Gemeindeporträt umfasst deshalb neben Freizeitangeboten auch die mehrsprachige Geschichte und die einschneidenden politischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts.
Kastell und Kirchen aus verschiedenen Epochen
Das Kastell der Familie Batthyány wurde 1636 im Stil der Renaissance errichtet. Der Bau ist mit dem Architekten Giovanni Battista Orsolino verbunden. Es steht für die ältere herrschaftliche Prägung des Marktortes. Einen anderen Eindruck vermittelt die neue Pfarrkirche aus den frühen 1970er Jahren mit ihrem abgestuften Baukörper. Daneben besteht die alte Pfarrkirche als eigener historischer Bezugspunkt. Der Vergleich dieser Gebäude zeigt unterschiedliche Formen öffentlicher und religiöser Repräsentation. Renaissancebau, älterer Kirchenbau und moderne Sakralarchitektur lassen sich dabei getrennt betrachten, auch wenn sie heute zum gemeinsamen Ortsbild von Stegersbach gehören.
Von der Probebohrung zur Freizeitlandschaft
Eine Probebohrung im Jahr 1989 erschloss Thermalwasser und leitete eine neue touristische Entwicklungsphase ein. Robert Rogner übernahm den Aufbau der Golf- und Thermenlandschaft. Für die Gestaltung wurde der Künstler Gottfried Kumpf einbezogen. Zu den auffälligen Motiven gehört eine ungefähr zehn Meter hohe Eulenfigur. Die Golfanlage eröffnete 1997; die Thermenentwicklung folgte in derselben Ausbauphase der späten 1990er Jahre. Wassererschließung, Freizeitnutzung und künstlerische Gestaltung wirkten hier zusammen. Die Anlagen bilden daher nicht nur ein touristisches Angebot, sondern auch ein Beispiel dafür, wie ein größeres Projekt das Erscheinungsbild und die wirtschaftliche Ausrichtung einer Gemeinde verändern kann.
Straßenknoten und internationale Sportereignisse
In Stegersbach treffen mehrere regionale Straßen zusammen. Von der B 57 zweigt die B 57a nach Rudersdorf ab; eine weitere Verbindung führt nach Unterwart. Diese Lage unterstützt die Erreichbarkeit aus verschiedenen Teilen des Südburgenlands. Ein Sportstadion wurde 2006 errichtet und ist mit dem Fußballverein sowie den Stegersbacher Inlineskater-Hockeyspielern verbunden. Während der Fußball-Europameisterschaft 2008 war die österreichische Nationalmannschaft im Ort untergebracht. Auch internationale Veranstaltungen im Inlineskater-Hockey fanden hier statt. Sport gehört damit neben Therme, Golf und historischer Bausubstanz zu den konkreten Themen, durch die Stegersbach über seine Gemeindegrenzen hinaus bekannt wurde.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
