ASCHBACH-MARKT KENNENLERNEN
Aschbach-Markt: Marktgeschichte im Tal der Url
Aschbach-Markt liegt im Tal der Url, rund zehn Kilometer von Amstetten entfernt. Die Marktgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 3.774 Einwohner und umfasst 37,27 Quadratkilometer. Markt, Pfarrkirche und Wallfahrtsort erzählen von der langen Besiedlung des westlichen Mostviertels.
Ein Markt an der Url
Aschbach erscheint 823 als „asbahe“ in einer Urkunde Ludwigs des Frommen. Der Ort entwickelte sich an der Url zu einem Markt und gilt als eine der ältesten Marktgemeinden des Bezirks Amstetten. Das Tal liegt auf ungefähr 300 Metern Seehöhe; nördlich steigt das Gelände hügelig auf rund 400 Meter an, im Süden trennt ein etwa 40 Meter hoher Rücken das Gemeindegebiet vom Ybbstal. Die heutige Gemeinde umfasst sechs Katastralgemeinden und sechs amtliche Ortschaften. Dazu zählen neben Aschbach-Markt auch Aschbach-Dorf, Krenstetten und Oberaschbach. Die Landschaft zwischen Donau- und Ybbstal wird von Feldern und sanften Höhen geprägt, während der Ortskern Markt- und Pfarrfunktionen bündelt.
Die Martinskirche auf dem Kirchhofplateau
Die Pfarrkirche im östlichen Ortszentrum ist dem heiligen Martin von Tours geweiht. Sie steht auf einem erhöhten Kirchhofplateau und war ursprünglich als Wehrkirche befestigt. Die Kirche wurde im 15. und frühen 16. Jahrhundert als spätgotischer Bau errichtet; ihre dreischiffige Staffelhalle verleiht dem Innenraum eine klare Gliederung. Aschbach war eine Urpfarre und Mutterkirche für weitere Seelsorgestellen der Region. 1116 übertrug der Passauer Bischof Ulrich die Pfarre Aschbach mit Tochterkirchen an das Benediktinerstift Seitenstetten. Die heutige Pfarre blieb dem Stift inkorporiert. Das Patrozinium des heiligen Martin erinnert an die frühmittelalterliche Kirchenorganisation, aus der später kleinere Pfarren und Filialkirchen hervorgingen.
Krenstetten und die Wallfahrt Maria am Anger
Zur Gemeinde gehört Krenstetten, ein eigener Kirchweiler mit Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt. Eine Filialkirche ist dort 1116 belegt; 1380 erscheint Krenstetten als Pfarre. Das heutige Langhaus wurde 1441 vollendet. Um 1500 entwickelte sich eine Wallfahrt, die den großzügigen Chorneubau um 1510/1520 begünstigte. Als „Maria am Anger“ wird eine Steinstatue aus dem frühen 15. Jahrhundert verehrt. Die Kirche ist ein gotischer Bau mit einer großen, lichtdurchfluteten Chorhalle; ihre schwarz-goldene Kanzel befand sich ursprünglich im Stift Seitenstetten und kam 1703 nach Krenstetten. Der neugotische Hochaltar von Johann Rint wurde auf der Wiener Weltausstellung 1873 ausgezeichnet. Diese Ausstattung prägt den Wallfahrtsort bis heute.
Wandel der Ortsteile und Verkehrswege
Bei Brunnenarbeiten im späten 19. Jahrhundert wurde in Aschbach ein Erdstall entdeckt: ein unterirdisches System mit Gängen und Kammern, das später erneut untersucht wurde. Die ältere Marktgemeinde wurde im Zuge der niederösterreichischen Gemeindereform erweitert. Krenstetten und Mitterhausleiten kamen 1971 hinzu; ein Jahr später erhielt der Ort den heutigen Namen Aschbach-Markt. Die Westbahn durchquert das Gemeindegebiet, südlich des Ortes verläuft die Voralpen Straße B 122. In der Marktgemeinde bestehen mehrere Schulen, darunter Volksschule und Mittelschule; die Musikschule Mostviertel ergänzt das Bildungsangebot. Am Marktplatz stehen Fassaden aus dem 17., 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert. Für Bewegung im Freien bietet die Gemeinde ein Schwimmbad, eine Sporthalle mit Sauna und Tennisplatz sowie Wander- und Radwege.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Aschbach-Markt – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Aschbach-Markt – Niederösterreich Tourismus
- Pfarre Aschbach – Kontakt und Pfarrseite
- Wallfahrtskirche Krenstetten – Moststraße
- Pfarrkirche Krenstetten – Moststraße
- Kulturgeschichte der Wallfahrt, Dissertation – Universität Wien
Stand der Angaben: 08.10.2026
