OBERDORF IM BURGENLAND KENNENLERNEN
Sieben Hügel und ein Dorf im Talkessel
Oberdorf im Burgenland ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 959 Einwohner auf 9,24 Quadratkilometern.
Auf den Bergen und im Talkessel
Die Gemeinde liegt im Schnittpunkt der Verbindungen zwischen Oberwart, Großpetersdorf und Stegersbach; zu jeder dieser Gemeinden beträgt die Luftlinie laut Ortswebsite etwa acht Kilometer. Oberdorf erstreckt sich zwischen den Tälern des Rennbachs, Teichbachs und Haselbachs. Die Gemeinde unterscheidet im Sprachgebrauch zwischen dem südlichen „Dorf“ in einem Talkessel und den umliegenden „Bergen“. Zu ihnen zählen Edelberg, Hochberg, Sauberg und Ungerberg. Der Hochberg erreicht 381 Meter und ist eine markante Erhebung im Gemeindegebiet. Insgesamt zählt die Gemeinde 19 Riede, darunter Rennleiten, Rohrbach, Tallingen und Teichwald. Diese Flurnamen ergänzen die vier häufig genannten Anhöhen um weitere Landschaftsbezeichnungen. Vom hügeligen Gelände reichen die Ausblicke unter anderem zur Riegersburg, zum Masenberg, zum Wechsel und zum Geschriebenstein. Die Gemeinde nennt für ihr Gebiet außerdem knapp die Hälfte Wald und fast vierzig Prozent landwirtschaftliche Nutzung.
Urkundennennung und wechselnde Herrschaft
Die erste urkundliche Erwähnung Oberdorfs stammt aus dem Jahr 1434. Im 15. Jahrhundert gehörte die Ortschaft zur Herrschaft Rotenturm. Unter ungarischer Verwaltung wurde ihr Name 1885 zu „Örallas“ magyarisiert. Wie das übrige Burgenland gehörte Oberdorf bis 1920/21 zu Ungarn; nach den Friedensverträgen von Saint-Germain und Trianon kam Deutsch-Westungarn zu Österreich. Seit 1921 ist der Ort Teil des Burgenlands.
Kirche, Schule und gemeinsamer Dorfkern
Die katholische Pfarrkirche ist der heiligen Anna geweiht und bildet mit dem Pfarrheim einen der öffentlichen Mittelpunkte. Volksschule, Kindergarten und Gemeindehaus liegen ebenfalls auf der Anhöhe; das Feuerwehrhaus steht im Talbereich. Im dichter besiedelten Talkessel befinden sich außerdem ein Dorfladen, drei Gaststätten und drei Fischteiche. Einer davon trägt den Namen Rotenturmer Fischteich. Die Gemeinde nennt den Dorfladen als Ort für selbstgemachte Speisen und Produkte aus der Umgebung. Aus dem Nebeneinander von „Dorf“ und „Bergen“ ergibt sich kein getrenntes Gemeindeleben: Verwaltung, Bildung und Pfarrleben bündeln sich oben, während das Tal Läden und Treffpunkte beherbergt. Die räumliche Gliederung erschließt sich besser aus diesen konkreten Standorten als aus einer einzelnen Hauptstraße.
Landwirtschaft im Wandel
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sank zwischen 1999 und 2010 von 63 auf 30. Von den 30 verbliebenen Höfen wurden 26 im Nebenerwerb geführt. Auch die Berufstätigkeit ist durch Pendeln geprägt: 2011 lebten 476 Erwerbstätige in Oberdorf, nur 56 arbeiteten innerhalb der Gemeinde. Das bedeutet, dass damals 88 Prozent der erwerbstätigen Einwohner auspendelten. Die Zahlen zeigen Oberdorf als Wohnort in Reichweite mehrerer regionaler Zentren. Die Gemeinde nennt eine gut ausgebaute Verkehrsanbindung in Richtung Oberwart und Stegersbach. 2011 waren außerdem 13 Betriebe dem Produktions- und 61 dem Dienstleistungssektor zugeordnet.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
