GEMEINDE · BURGENLAND

Nikitsch

Die Gemeinde nahe der ungarischen Grenze verbindet drei Ortschaften mit burgenlandkroatischer Sprache, Vereinskultur und einer bewegten Grenzgeschichte.

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Pfarrkirche Sankt Laurentius in Nikitsch
Pfarrkirche Sankt Laurentius in Nikitsch · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Nikitsch - Kirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 356
01.01.2026
Fläche
50,76 km²
Bevölkerungsdichte
26,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7302
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

NIKITSCH KENNENLERNEN

Kroatische Kultur am Nikitschbach

Nikitsch ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Die Gemeinde nahe der ungarischen Grenze verbindet drei Ortschaften mit burgenlandkroatischer Sprache, Vereinskultur und einer bewegten Grenzgeschichte.

Drei Orte nahe der Grenze

Nikitsch liegt am Nikitschbach, nur wenige Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt. Die Gemeinde besteht aus Nikitsch sowie Kroatisch Geresdorf und Kroatisch Minihof. Oberpullendorf liegt rund 15 Kilometer westlich, Deutschkreutz etwa zehn Kilometer nördlich. Diese Lage verknüpft die drei Dörfer mit dem regionalen Zentrum und zugleich mit dem Grenzraum. Der Bachlauf und die offene Agrarlandschaft prägen die Umgebung. Die heutige Gemeinde entstand 1971 durch den Zusammenschluss der drei zuvor selbständigen Gemeinden; die einzelnen Ortsteile behalten dennoch ihre eigenen Namen, Ortsmitten und sozialen Treffpunkte.

Burgenlandkroatische Identität

Nikitsch wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1150 erstmals unter der Form „Uhec“ erwähnt. Der Ortsname erscheint in späteren Urkunden in wechselnden Formen, darunter Ukac (1204), Ikech (1311) und Ikitsch (1522). Die Gemeinde liegt in einer Region, in der Deutsch und Kroatisch nebeneinander gesprochen werden; Nikitsch/Filež ist ein wichtiger Ort der burgenlandkroatischen Kultur. Der Folkloreverein Graničari, die Jugendgruppe Mladina Filež und die Theatergruppe Kazališna grupa Filež sind Beispiele für das organisierte Kulturleben. Die spätere Zuwanderung kroatischer Bauern im 16. Jahrhundert prägte die Siedlungsgeschichte der Gemeinde.

Von Ungarn zum Burgenland

Bis 1920/21 gehörte Nikitsch zu Ungarn; im Zuge der Magyarisierungspolitik musste der Ort ab 1898 den ungarischen Namen Füles führen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutsch-Westungarn in den Verträgen von Saint-Germain und Trianon Österreich zugesprochen. 1921 kam Nikitsch zum neu geschaffenen Bundesland Burgenland. Die Übergangszeit war von Auseinandersetzungen geprägt, bei denen es in Nikitsch zu Todesopfern kam. 1536 wurde der Ort als verlassen beschrieben. Während des Bocskay-Aufstands wurde Nikitsch 1605 erneut von Kämpfen betroffen.

Schloss, Kirchen und Vereinsleben

Das Schloss Gálosháza steht außerhalb des Hauptorts in einem englischen Park; seine Ursprünge reichen um 1300 zurück. Sein heutiges Aussehen entstand bei einem Umbau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Südlich davon liegt eine neugotische Gruftkapelle mit Wandmalereien. Die Pfarrkirche des heiligen Laurentius wurde 1931/32 unter Einbeziehung älterer Bauteile errichtet und 1972 restauriert; ihre barocke Ausstattung stammt aus der Vorgängerkirche. Vor dem Gotteshaus steht eine 1737 geschaffene Statue des heiligen Johannes Nepomuk. In Kroatisch Minihof wurde die Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit 1731 erbaut, der Hochaltar entstand um 1740. In Kroatisch Geresdorf stammt die Pfarrkirche des heiligen Andreas aus 1795; ihr barocker Seitenaltar kam aus dem aufgelassenen Kamaldulenserkloster Landsee. Auch die kleineren sakralen Bauten haben eigene Bauphasen: In Kroatisch Minihof entstanden die Auferstehungskapelle 1874 und eine Familienkapelle 1879; die Dreifaltigkeitssäule stammt aus 1787 und wurde 1865 sowie 1915 erneuert. In Kroatisch Geresdorf steht eine Dreifaltigkeitssäule aus der Zeit um 1700; eine Familiensäule kam im 18. Jahrhundert hinzu. Diese Denkmäler ergänzen die Pfarrkirchen als konkrete Stationen im Ortsbild.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Nikitsch auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 429
31.10.2021 · Registerzählung1 412
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 356

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
964
NUTS-3-Region
Mittelburgenland (AT111)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Nikitsch

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.