GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Mitterndorf an der Fischa

Ein Ort an der Fischa mit ungewöhnlichen Grenzen und bewegter Geschichte

GEMEINDEKENNZIFFER30621
Pfarrkirche hl. Katharina und Kultursaal in Mitterndorf an der Fischa.
Pfarrkirche hl. Katharina und Kultursaal in Mitterndorf an der Fischa. · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Mitterndorf an der Fischa - Kirche (2)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 155
01.01.2026
Fläche
10,76 km²
Bevölkerungsdichte
293,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2441
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MITTERNDORF AN DER FISCHA KENNENLERNEN

Mitterndorf an der Fischa: Wasser, Kirche und ein geteiltes Dorf

Mitterndorf an der Fischa ist eine Gemeinde im Bezirk Baden. Sie zählt 3.155 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 10,76 Quadratkilometer.

Die Fischa und ihr Untergrund

Die Fischa durchzieht den Ort; darunter liegt die Mitterndorfer Senke, ein Sand- und Schotterkörper mit bedeutendem Grundwasservorkommen. Der Umweltbericht zur Strategischen Umweltprüfung vom Dezember 2021 weist das gesamte Gemeindegebiet als Teil des Grundwasserschongebiets aus und nennt neun wasserrechtlich genehmigte Entnahmestellen sowie acht Grundwassermessstellen. Die darin ausgewertete Karte des Niederösterreichischen Atlas (2021) weist fast überall einen Grundwasser-Flurabstand unter zwei Metern aus; im Nordosten sind kleinräumig zwei bis vier Meter verzeichnet. Die Gewässergüteklasse II für die Fischa und II–III flussabwärts stammt aus einer im Bericht zitierten Erhebung von 2010.

Ein Dorf auf mehreren Gemeindegebieten

Der zusammenhängende Siedlungsraum reicht über politische Grenzen hinweg. Der Kern von Mitterndorf liegt östlich der Fischa, doch auch Häuser am Westufer gehören zur Gemeinde. Im Nordwesten schließt das Siedlungsgebiet von Gramatneusiedl an; westlich liegt die Mitterndorfsiedlung auf Moosbrunner Gemeindegebiet. So verteilen sich gleichnamige und unmittelbar benachbarte Siedlungsteile auf drei Gemeinden und zwei Bezirke. Gemeindegrenzen verlaufen sogar entlang geteilter Straßen: Die Lagerstraße liegt teils in Mitterndorf, teils in Gramatneusiedl; die Brunngasse in Gramatneusiedl und Moosbrunn. Die Gemeinde selbst besteht aus einer Katastralgemeinde und einer amtlichen Ortschaft: Mitterndorf an der Fischa. Zu ihrem Gebiet gehören außerdem Neumitterndorf im Norden und der Gutshof Hums im Nordosten.

Kirche und Erinnerungsorte

Eine Kapelle am Standort der heutigen Kirche wurde 1325 mit Zustimmung des Pfarrers von Waltersdorf gestiftet und der heiligen Katharina geweiht. Otto von Hausbach überließ dafür eine halbe Hofstatt. Spätestens 1407 war Mitterndorf eine eigene Pfarre; 1500 wurde die Kirche wieder Filiale von Unterwaltersdorf, ehe sie 1773 erneut Eigenpfarre wurde. Seit 2022 gehören die früheren Pfarren Mitterndorf und Gramatneusiedl zur gemeinsamen Pfarre Zu den Heiligen Schutzengeln: Die Katharinenkirche ist deren Filialkirche, die Pfarrkirche steht in Gramatneusiedl. Das Bundesdenkmalamt führt Kirche und ehemaligen Friedhof als geschützte Denkmale; auch Kriegerdenkmal, steinernes Kreuz und Dreifaltigkeitssäule sind gelistet. Westlich der Fischa erinnert eine Gedenkstätte an das Flüchtlingslager des Ersten Weltkriegs. 1915 errichtet, umfasste es 441 Gebäude auf rund 67,5 Hektar; Menschen aus dem Trentino und Galizien lebten dort unter schwierigen Bedingungen.

Von der Weberei zum Gemeindezentrum

Die erste urkundliche Nennung des Ortsnamens stammt aus dem Jahr 1160. Im 17. Jahrhundert kam Mitterndorf in den Besitz der Cavriani. Deren Wappenfarben Schwarz und Silber prägen den Hintergrund des Gemeindewappens, das 1982 verliehen wurde; das Weberschiffchen verweist auf die Textilarbeit. Im 19. Jahrhundert entstand an der Fischa eine Damastweberei. Eine Wollwarenfabrik nahm nach dem Ersten Weltkrieg vorübergehend wieder den Betrieb auf und beschäftigte damals rund 400 Menschen. 1871 wurde die Bahnstrecke Gramatneusiedl–Wiener Neustadt mit dem Bahnhof Mitterndorf-Moosbrunn eröffnet. Das heutige Gemeindezentrum neben der Kirche entstand 2011.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Mitterndorf an der Fischa auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 138
31.10.2021 · Registerzählung3 052
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 155

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
938
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Mitterndorf an der Fischa

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.