STRASSBURG KENNENLERNEN
Straßburg: Bischofssitz im Gurktal
Straßburg ist eine Stadtgemeinde im Gurktal, deren Geschichte eng mit dem Bistum Gurk verbunden ist. 1.966 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf 97,57 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Schloss Straßburg erhebt sich über dem Kernort; weiter südlich liegt die Anlage Pöckstein.
Vom Salzburger Besitz zur Residenz
König Ludwig der Deutsche schenkte dem Salzburger Erzbistum 864 Besitz in der Gegend. Bischof Roman I. ließ die Burg Straßburg um 1147 als Gurker Residenz errichten. Sie erhielt mächtige Ringmauern; später kamen im Westen Bastionen und ein dreigeschossiges Wirtschaftsgebäude hinzu. Im 17. Jahrhundert ließ Kardinal Johannes Goess den Innenhof mit Arkaden gestalten und die Kapelle mit Stuck und Fresken ausstatten. Straßburg erhielt 1229 das Marktrecht, wird 1382 erstmals als Stadt bezeichnet und bekam 1402 die Bestätigung des Stadtrechts. Nach einem Erdbeben 1767 und der Übersiedlung des Bischofs in das Schloss Pöckstein 1783 begann der Verfall der Burg.
Zwei Anlagen, zwei Baugeschichten
Pöckstein wurde 1783 zur neuen Residenz der Gurker Bischöfe. Für Fürstbischof Josef II. von Auersperg errichtete der Salzburger Architekt Johann Georg Hagenauer ein viergeschoßiges Schloss mit quadratischem Grundriss und Uhrturm. Der klassizistische Bau steht an der Einmündung des Metnitzbachs in die Gurk. Das Schloss Straßburg wurde nach Sanierungsarbeiten als Ausstellungsort wieder zugänglich; im Burghof finden Kulturveranstaltungen statt. Nach dem Umzug der Bischöfe blieb Pöckstein Sitz der Guts- und Forstdirektion des Bistums bis 2002. Nach Restaurierungsarbeiten öffnete das Schloss 2016 als Kunst- und Kulturzentrum mit musealen Räumen. Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ist 1169 erstmals erwähnt; der spätgotische Neubau entstand ab 1432. Fürstbischof Lodron ließ 1630 bis 1643 das nördliche Seitenschiff zu barocken Kapellen umbauen. Die Pfarrkirche St. Margaretha in Lieding ist seit 975 bezeugt. Ihr romanisch-gotisches Äußeres verbindet sich mit Rokokoausstattung; Georg Hittinger schuf um 1770 den spätbarocken Hochaltar mit einer Marienstatue unter einem von Engeln geöffneten Baldachin. Unter dem um fünf Stufen erhöhten Chor der Liedinger Kirche liegt eine Krypta.
Das Gurktal und seine Seitentäler
Die Stadt liegt an der Gurk, eingebettet in die Gurktaler Alpen. Drei Katastralgemeinden – St. Georgen, Straßburg Land und Straßburg Stadt – gliedern das Gebiet. Die Gurktal Straße B 93 bildet die wichtigste Verbindung durch das Tal; bei Zwischenwässern trifft sie auf die Friesacher Straße B 317. Die schmalspurige Gurktalbahn führte ab 1898 von Treibach-Althofen durch Straßburg nach Klein-Glödnitz. In Treibach-Althofen zweigte sie von der Rudolfsbahn ab. Der Personenverkehr endete 1968, der Güterverkehr auf dem Straßburger Abschnitt 1972. Die Museumsbahn nutzt heute die erhaltene Strecke zwischen Pöckstein und Treibach-Althofen.
Grenzen und Verwaltung
Die 1850 neu konstituierte Stadtgemeinde umfasste den Sprengel des früheren Landgerichts Straßburg, jedoch ohne Gurk. 1925 trat Straßburg Gebiet an Gurk ab; betroffen waren Reichenhaus und Teile von Kreuzberg, Gassarest, St. Peter und Passeggen. Bei der Gemeindestrukturreform 1973 blieb der Umfang unverändert. Ein kleiner Grenztausch mit Gurk folgte 2016. Heute gehören 50 Ortschaften zur Stadtgemeinde.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Straßburg (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kultur & Sehenswürdigkeiten – Stadtgemeinde Straßburg
- Kultur & Sehenswürdigkeiten – Stadtgemeinde Straßburg
- Intermodale Optimierung des Kärntner Bahnnetzes – TU Wien
Stand der Angaben: 08.10.2026
