MARCHTRENK KENNENLERNEN
Marchtrenk: Stadt an der Westbahn
Marchtrenk ist eine Stadt, in der sich Industrie, Bahnverkehr und ein dichtes Wohngebiet begegnen. Die Stadtgemeinde liegt im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich und zählt 14.942 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet umfasst 23,09 km².
Zwischen Traun und Verkehrskorridoren
Marchtrenk liegt nördlich der Traun und wird von wichtigen Verkehrsachsen durchzogen. Die Westbahn, die Wiener Straße B 1 und die Autobahn A 25 binden die Stadt an Wels und Linz an. Der Welser Mühlbach quert den südlichen Teil des Gebiets; entlang der Traun verläuft zudem ein überörtlicher Radweg. Die Stadtgemeinde umfasst zwölf Ortschaften, bleibt aber durch den zusammenhängenden Siedlungsraum deutlich urbaner als kleinere Nachbargemeinden. Am Rand bleiben Felder und Waldstücke erhalten. Der Bahnhof verbindet Marchtrenk im Alltag mit den Nachbarstädten.
Industrie und Logistik am Standort
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Marchtrenk 1.096 Arbeitsstätten und 9.220 Beschäftigte an Arbeitsorten aus. 45,6 Prozent der Beschäftigten entfielen auf den sekundären Sektor, 53,9 Prozent auf Dienstleistungen; 73,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Marchtrenk pendelten aus. Ein konkretes Beispiel ist TGW Logistics: Der Evolution Park in Marchtrenk ist das internationale Headquarter des Unternehmens. Dort werden Intralogistiksysteme entwickelt und gefertigt, darunter Shuttle-Roboter, Regalbediengeräte und Fördertechnik. 2026 nahm TGW am Standort eine neue Produktionshalle samt automatisiertem Lager in Betrieb. Daneben prägen Handel, weitere Industrieunternehmen und Dienstleistungen den Arbeitsmarkt.
Vom Dorf zur Stadt
Marchtrenk wurde 1205 erstmals urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte blieb es eine ländliche Siedlung im Umland von Wels. Einen starken Einschnitt brachte der Erste Weltkrieg: Ab 1915 befand sich hier ein Kriegsgefangenenlager der k.u.k. Armee. Für die dort Verstorbenen wurde ein Lagerfriedhof angelegt, der heute an das Leid der Gefangenen erinnert. Die alte Pfarrkirche stammt aus dem späten 15. Jahrhundert; in den 1970er-Jahren entstand daneben ein neues Pfarrzentrum. Die rasche Entwicklung des 20. Jahrhunderts führte zunächst 1985 zur Markterhebung und im Jahr 2000 zum Stadtrecht. Bahn und Nähe zu Wels machten Marchtrenk zum Wohn- und Arbeitsstandort. Lagerfriedhof und alte Pfarrkirche stehen für unterschiedliche Kapitel.
Eine Stadt mit vielen Angeboten
Marchtrenk bietet Einrichtungen, die für eine Stadt dieser Größe wichtig sind: Kindergärten, Volksschulen, Mittelschulen, eine Polytechnische Schule, Sportstätten, Eishalle und Freibad. Vereine und Kulturinitiativen ergänzen die Angebote; die Plattform Marchtrenker Wirtschaft vernetzt Unternehmen. Viele Bewohner pendeln aus, zugleich weisen 9.220 Beschäftigte am Arbeitsort auf zahlreiche lokale Arbeitsplätze hin.
Traunraum und Erinnerung
Am südlichen Rand öffnet sich Marchtrenk zur Traun. Der Traunradweg verbindet den Flussraum mit regionalen Routen nach Linz und Gmunden. Ein zweiter, ganz anderer Besuchsort ist der Friedhof des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers. Er erinnert an Gefangene aus mehreren Ländern, die während des Ersten Weltkriegs hier starben. Der Friedhof ist ein Ort des Gedenkens und verlangt einen respektvollen Besuch. Zusammen zeigen Flussweg und Erinnerungsort zwei unterschiedliche öffentliche Zugänge zur Stadt: Bewegung in einer Landschaftsachse und Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Marchtrenk – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024 Gemeindeergebnisse
- TGW Logistics eröffnet neue Produktion, 20. Juli 2026
- Plattform Marchtrenker Wirtschaft
- Österreichisches Schwarzes Kreuz – Besuch am Wasserturm und Kriegerfriedhof
- Sport in Marchtrenk – Radwege
Stand der Angaben: 13.10.2026
