MANNERSDORF AN DER RABNITZ KENNENLERNEN
Klosterort im Rabnitztal
Mannersdorf an der Rabnitz ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Fünf Ortschaften, die römische Bernsteinstraße und das Kloster Marienberg prägen die Grenzgemeinde am Fuß des Günser Gebirges.
Fünf Ortschaften an der Grenze
Mannersdorf an der Rabnitz liegt an den Ausläufern des Günser Gebirges nahe der ungarischen Grenze. Die Gemeinde umfasst fünf Ortschaften: Klostermarienberg, Liebing, Mannersdorf an der Rabnitz, Rattersdorf und Unterloisdorf. Vier Katastralgemeinden bilden die Verwaltungseinheit; Rattersdorf und Liebing sind dabei einer gemeinsamen Katastralgemeinde zugeordnet. Oberloisdorf ist seit 1996 wieder eine selbständige Gemeinde. Die Ortsteile haben eigene Mittelpunkte und Kirchen, während die Gemeindeverwaltung im Hauptort sitzt. Durch das Gemeindegebiet verlief die römische Bernsteinstraße, ein früher Verkehrsweg zwischen dem Mittelmeerraum und dem Norden.
Klostermarienberg seit dem 12. Jahrhundert
Die Klostergeschichte von Klostermarienberg reicht ins 12. Jahrhundert zurück. Die Gemeinde nennt 1194 als erste urkundliche Erwähnung im Zusammenhang mit der Zisterziensergründung zur Einlösung eines Kreuzzugsgelübdes. Bei Grabungen 1992 auf dem früheren Klosterfriedhof kamen rund 1.000 Bestattungen von Kroaten ans Licht, die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts im Ort ansässig waren. Daneben wurden mittelalterliche Mönchsgräber und die Fundamente der aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Klosterkirche mitsamt den Grablegen der Stifterfamilie entdeckt. Eine Ausstellung zeigte die Funde erstmals 1996. In Rattersdorf begann die Wallfahrt laut Diözesanbeschreibung um 1300. Der alte Kirchenbau wurde 1532 zerstört; Fürst Paul Esterházy ließ 1696 den Neubau errichten. Die heutige Baugruppe vereint zwei Kirchen und ist von einer Wehrmauer umgeben. Der älteste Teil ist die Kapelle im Turmuntergeschoss aus dem 13. Jahrhundert; das südliche Seitenschiff wurde 1502 angefügt. An der Ostseite liegt das Bründl, eine Heiligenquelle, die 1962 bis 1964 wieder freigelegt wurde. Das Gnadenbild Maria Lactans ist eine Kopie eines Votivbildes von 1644.
Kroatische Siedlungsgeschichte
Die Orte der Gemeinde liegen an einer Sprachgrenze. Mannersdorf an der Rabnitz wird auf Ungarisch Kéthely und auf Kroatisch Malištrof genannt. Klostermarienberg trägt die ungarische Bezeichnung Borsmonostor und die kroatische Kloštar; Liebing heißt auf Ungarisch Rendek. Auch Rattersdorf und Unterloisdorf besitzen ungarische und kroatische Namensformen. Rattersdorf und Liebing kamen erst 1923 durch eine Grenzanpassung zum Burgenland, während der Hauptort seit 1921 zum neuen Bundesland gehörte. Diese unterschiedlichen Namens- und Beitrittsgeschichten machen die Grenzlage in den Ortsbezeichnungen ablesbar.
Wirtschaft, Bildung und Verkehr
Die lokale Erwerbsstruktur lässt sich auch an der Landwirtschaft ablesen. 1999 gab es 95 Betriebe, darunter sechs Haupterwerbsbetriebe; 2010 waren es zwölf. Zwölf weitere wurden von juristischen Personen oder Personengemeinschaften geführt, 26 im Nebenerwerb. Von 804 in der Gemeinde wohnenden Erwerbstätigen arbeiteten 129 am Wohnort, 675 pendelten aus; 50 Personen fuhren zur Arbeit ein. Für den Alltag stehen drei Kindergärten und zwei Volksschulen bereit, jeweils eine Volksschule im Hauptort und in Rattersdorf. Die Pullendorfer Straße B61a führt bis Rattersdorf und markiert die Verkehrsanbindung des Grenzraums.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mannersdorf an der Rabnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Mannersdorf an der Rabnitz: Klostermarienberg
- Gemeinde Mannersdorf: Projekt Babaduri-Borsmonostor
- Diözese Eisenstadt: Wallfahrtskirche zu Mariä Geburt und Mariä Heimsuchung in Rattersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
