RAVELSBACH KENNENLERNEN
Ravelsbach: Prandtauers Kirche und ein Kulturpfad durchs Schmidatal
Ravelsbach liegt am Fuß des Manhartsbergs im Schmidatal. Die Marktgemeinde zählte am 1. Jänner 2026 1.649 Einwohner und umfasst amtlich 26,35 Quadratkilometer. Neben dem Hauptort gehören sechs weitere Ortschaften zum Gemeindegebiet; die Pfarrkirche und ihr Garten prägen das Ortszentrum.
Pfarrsitz und Jahrmarkt
Der Name Ravelsbach erscheint 1083 als Ramuoldesbach. 1110 gründete Leopold III. die Pfarre Ramuoltisbach; ihr Sprengel umfasste 32 Ortschaften. Bis heute ist die Pfarre dem Benediktinerstift Melk inkorporiert. Im Melker Urbar wird Ravelsbach 1314 bereits als Markt bezeichnet. 1339 ist ein Schulmeister belegt; zugleich gab es eine Badstube. 1493 erhielt der Markt das Recht auf zwei Jahrmärkte. Der Kulturpfad führt vom Hauptplatz zu zehn Stationen; Tafeln erläutern die Geschichte der jeweiligen Bauwerke. An der Fassade des Gasthauses Diringer hält ein Sgraffito die schwedische Besetzung im Dreißigjährigen Krieg fest. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1721 bis 1726 nach Plänen Jakob Prandtauers errichtet. 1770 wurde die Kaiserstraße eröffnet. 1889 ersetzte ein Neubau das alte Rathaus am Hauptplatz.
Ein Instrument von Johann Gottfried Sonnholz
Johann Gottfried Sonnholz baute die Orgel, die später mehrfach erweitert wurde. Zusätzliche Pfeifen saßen teilweise hinter dem Orgelgehäuse und erschwerten die Wartung. Ein höherer Winddruck ließ das Instrument lauter klingen. Bei einer Restaurierung wurden der ursprüngliche Tonumfang wiederhergestellt und der Winddruck abgesenkt; ein in die Chorbrüstung eingebautes zweites Manual und der Spieltisch aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Das Patrozinium Mariä Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert.
Kapellen in Gaindorf und Parisdorf
Gaindorf wurde 1156 als Goindorf genannt. Die Kapelle entstand 1778 und wurde 1883 umgestaltet; seit 1887 gibt es eine Freiwillige Feuerwehr im Ort. Parisdorf ist bereits 1108 als Boreistorph belegt. Die Gemeinde leitet den Namen von einem slawischen Personennamen ab; die heutige Ortsbezeichnung gilt seit 1869. Die Kapelle von Parisdorf wurde 1832 errichtet und 1979/80 renoviert.
Safran, Brand und Umbrüche
Baierdorf wird 1275 als Paerdorf erwähnt. Neben Acker- und Weinbau war früher der Safrananbau eine Besonderheit. Die Kapelle entstand 1791/92. Ein Ortsbrand zerstörte sie 1838; nach dem Wiederaufbau wurde sie 1986 bis 1988 renoviert. 1945 richtete die sowjetische Besatzungsmacht im Ort eine Kommandantur ein. Baierdorf kam 1967 gemeinsam mit Oberravelsbach und Parisdorf zur Großgemeinde Ravelsbach. Gaindorf, Paffstetten und Minichhofen folgten 1971. Der dreistündige Weinradweg-Riesling-Abschnitt führt durch Ravelsbach.
Freie Gemeinde und Kapellen
Minichhofen wurde 1137 als Munichhoven erwähnt; der Name weist auf einen klösterlichen Wirtschaftshof hin. Seine Kapelle entstand 1786 und wurde 1986 renoviert. In Pfaffstetten, 1142 als Phafsteten genannt, dessen Name auf eine geistliche Gründung verweist, steht eine Kapelle von 1748, die 1993 erneuert wurde. Eine Freiwillige Feuerwehr besteht seit 1893, ein eigener Friedhof seit 1952. Oberravelsbach erlangte bereits nach 1459 durch Loskauf den Status einer Freigemeinde und erwarb Weide- und Jagdrechte. Die dortige Kapelle wurde 1798 errichtet und 1983 bis 1986 restauriert.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Ravelsbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Ravelsbach – Geschichte
- Marktgemeinde Ravelsbach – Kulturpfad
- Erzdiözese Wien – Pfarre Ravelsbach
- Erzdiözese Wien, Kirchenmusik – Orgel in Ravelsbach
- Marktgemeinde Ravelsbach – Gaindorf
- Marktgemeinde Ravelsbach – Parisdorf
- Marktgemeinde Ravelsbach – Baierdorf
- Schmidatal – Weinradweg-Riesling und Landschaftspark Ravelsbach
- Marktgemeinde Ravelsbach – Minichhofen
- Marktgemeinde Ravelsbach – Pfaffstetten
- Marktgemeinde Ravelsbach – Oberravelsbach
Stand der Angaben: 08.10.2026
