LAAB IM WALDE KENNENLERNEN
Laab im Walde: Waldgeschichte am Wiener Stadtrand
Laab im Walde zählt 1.087 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 7,15 km². Der Ortskern liegt im bewaldeten Seitental des Laaber Bachs; das Gemeindegebiet reicht bis an den Lainzer Tiergarten. Jagdhof, Kloster und Kaltwasserkur haben die Ortsgeschichte geprägt.
Siedlung zwischen Bach und Wald
Eine Urkunde von 1200 bestätigt dem Schottenkloster die Schenkung einer Koloman-Kapelle in „Loupe“, dem ältesten gesicherten Namen des Orts. Vier Siedlungsstellen spielen in der Gemeindegeschichte eine Rolle: der landesfürstliche Jagdhof auf dem heutigen Klosterberg, die Kapelle, der Turmhof und das nahe gelegene Dorf. Die Gemeindechronik beschreibt Laab als Grabendorf, das sich zu einem Mehrstraßendorf entwickelte. Das Laaber Becken liegt auf rund 317 Metern Seehöhe; Buchen- und Buchenmischwälder schließen das Gebiet nach Norden und Süden ab.
Jagdhof, Turmhof und Schloss Wintersbach
Von 1311 bis mindestens 1336 war Laab Sitz des österreichischen Jägermeisters. Der Turmhof lag am Standort der heutigen Kirche und des Pfarrhofs; seine Entstehung wird um 1418 vermutet. Nach dem Osmaneneinfall von 1529 blieb der Ort lange von Ruinen geprägt. Christoph Ignaz Graf Abele ließ 1669 den alten Turmhof wieder aufbauen und nannte ihn Schloss Wintersbach. Seyfried Christoph Graf Breuner ließ 1696 einen neuen Pfarrhof und ein Schulhaus auf dem Kirchberg errichten.
Vom Kurbad zum Kloster
Auf dem Kirchberg entstand 1840 eine Kaltwasser-Kuranstalt mit zwei Häusern sowie Äckern und Wiesen. Der Maler Carl Schindler hielt sich dort zur Kur auf und starb während des Aufenthalts. 1879 erwarb die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern die ehemalige Kuranstalt als Wohnort für ältere Ordensfrauen und zur Erholung jüngerer Schwestern. Die Klostergebäude wurden 1913, 1993 und 2003 ausgebaut. Der Deutsche Orden hatte die Besitzung Laab von 1769 bis 1980 im Patronat.
Die Pfarrkirche St. Koloman
Die alte Pfarrkirche stand eine Viertelstunde außerhalb des Orts auf dem Kirchberg. Um 1789 wurde die Schlosskapelle am heutigen Standort zur Pfarrkirche umgebaut und die frühere Kirche entweiht. Ein Brand am 21. Juli 1865 beschädigte Kirche und Wohnhaus schwer; der Kirchenpatron ließ sie mit Ausnahme des Turms wiederherstellen. 1930 wurde der niedrige Turm erhöht und mit einer barocken Zwiebelhaube versehen. Bei der Generalsanierung 2000 entstand im Pfarrhof der Kolomanisaal. Eine Kreuzigungsgruppe, die Pfarrer Josef Efinger 1774 aus der Wiener Jesuitenkirche nach Laab bringen ließ, steht heute über dem Altar.
Am Rand des Lainzer Tiergartens
Die Gemeinde beschreibt eine anspruchsvolle Radroute rund um die Mauer des Lainzer Tiergartens. Sie führt über mehrere Tiergartentore und den Dreihufeisenberg bis zur Glasgrabenwiese, misst 23,16 Kilometer und ist als schwierig eingestuft. Ein Wegpunkt ist das Laaber Tor, über das der Tiergarten von der Laaber Seite erreichbar ist. Beim Elisabeth-türl in Wien beginnt der auf dieser Umrundung liegende Planetenweg. Tafeln stellen Sonne und Planeten im Maßstab eins zu einer Milliarde dar. Über das Gütenbachtor und Wald- und Wiesenwege erreicht die Route das Laaber Tor.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
