LAXENBURG KENNENLERNEN
Laxenburg: Habsburgische Sommerresidenz im Landschaftspark
Laxenburg liegt südlich von Wien und zählt 3.090 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 10,61 km². Die Marktgemeinde ist eng mit einer Habsburger Schlossanlage verbunden, die sich über mehrere Bauphasen entwickelte.
Vom Dorf zum Markt
Die Laxenburger Herrschaft kam 1306 unmittelbar an die habsburgischen Landesfürsten. Herzog Albrecht II. stiftete 1338 für die Marienkapelle im Alten Schloss. Unter Albrecht III. wurden Schloss und Lustgärten ausgebaut; 1388 gründete er neben der Anlage einen Markt namens „Lachsenburg“. 1485 besetzten Truppen des ungarischen Königs Matthias Corvinus das Schloss bis 1490. Maximilian I. ließ danach den Tiergarten neu einzäunen und einen niederländisch geprägten Ziergarten anlegen.
Zwei Schlösser, mehrere Bauphasen
Das Alte Schloss ist ein Baukern des 12. Jahrhunderts und war seit dem 13. Jahrhundert Mittelpunkt eines ausgedehnten Jagdgebiets. Nach der osmanischen Zerstörung von 1683 wurde es 1693 wiederhergestellt und um ein Stockwerk erhöht. Der Blaue Hof ist jünger: 1544 erscheint der Vorgängerbau als Freihof. Friedrich Karl Schönborn ließ ihn zwischen 1710 und 1720 durch Lukas von Hildebrandt erweitern; Maria Theresia erwarb die Anlage 1756 und beauftragte Nicolò Pacassi mit weiteren Umbauten.
Die Franzensburg im Schlossteich
Kaiser Franz II./I. ließ den Park zwischen 1798 und 1835 zu einem englischen Landschaftsgarten ausbauen. Er ließ die Franzensburg ab 1798 als Idealbild einer mittelalterlichen Burg errichten; tatsächlich war sie von Beginn an als Museum gedacht. Die Insel im Schlossteich erreicht man über Brücken oder während der Saison mit einer Fähre. Franz Joseph und Elisabeth verbrachten hier 1854 ihre Flitterwochen; 1856 kam ihre Tochter Gisela in Laxenburg zur Welt, 1858 Kronprinz Rudolf. Das rund 280 Hektar große Parkareal umfasst Bauwerke wie den Concordia-Tempel und das Grüne Lusthaus. In der Burg sind wiederverwendete Bauteile aus österreichischen Klöstern und Burgen sowie historische Glasfenster zu sehen.
Kriegsfolgen und neue Nutzung
Nach dem Ende der Monarchie übernahm der Kriegsgeschädigtenfonds die Verwaltung des Schlosses. Ein Vermarktungsversuch durch eine Aktiengesellschaft endete 1924. 1938 übernahm das deutsche Militär das Areal, 1945 folgte die russische Besatzung; erst 1955 wurde das Schloss wieder frei. Niederösterreich und Wien gründeten 1962 die Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft. Das IIASA bezog 1973 den größten Teil des noch nicht vollständig restaurierten Schlosses; die Restaurierung war 1976 abgeschlossen.
Parkwege und Besichtigung
Der Schlosspark ist ganzjährig geöffnet; seine Hauptsaison reicht von Ostern bis Allerheiligen. Mehr als zehn Kilometer gepflegte Wege durchziehen die Anlage. Die Franzensburg kann während dieser Saison täglich nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Museumsführung erschließt 18 Räume; eine zweite Tour führt über 165 Stufen auf den Hohen Turm und über die Dächer. Ruder-, Tret- und Elektroboote lassen sich am Schlossteich ausleihen, die Panoramabahn verbindet Spielplatz, Bootsverleih und Anlegestelle.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Laxenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Historisches – Schlosspark Laxenburg
- The two castles – Schlosspark Laxenburg
- Schlosspark Laxenburg – Tourismusinformation
- Erlebnis Franzensburg
- The founding of the institute
Stand der Angaben: 09.10.2026
