KUNDL KENNENLERNEN
Kundl zwischen Talboden und Klamm
Kundl verbindet einen dicht genutzten Inntalboden mit dem markanten Einschnitt der Kundler Klamm. Die Marktgemeinde im Bezirk Kufstein hat 5.025 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 21,94 km². Von der Bahn- und Straßenachse im Tal führt der Blick nach Norden in ein Seitental, das Kundl mit der Wildschönau verbindet.
Ein Talort mit Seitental
Kundl liegt auf einem Schuttkegel am Ausgang der Kundler Klamm. Im Tal konzentrieren sich Siedlung, Bahn, Straßen und Arbeitsstätten; zu den weiteren Ortsteilen zählen Liesfeld und St. Leonhard. Nördlich des Hauptorts verengt sich das Gelände entlang der Ache und öffnet einen Weg in Richtung Wildschönau. Diese Lage macht den Wechsel zwischen dicht genutztem Talboden und Berglandschaft besonders deutlich. Wer vom Zentrum zur Klamm geht, folgt dem Wasserlauf aus dem bebauten Ort hinaus. Die Nähe dieser Räume ist eine praktische Besonderheit Kundls: Für Besorgungen und Arbeit bleibt der Talboden wichtig, für Bewegung im Freien beginnt das Wegenetz schon am Ortsrand.
Industrie und regionale Arbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet für Kundl 403 Arbeitsstätten mit 6.164 Beschäftigten. Gut sieben von zehn der dort Beschäftigten arbeiteten im produzierenden Bereich. Diese ungewöhnlich starke industrielle Prägung hat konkrete Standorte: Das Traktorenwerk Lindner baut landwirtschaftliche Fahrzeuge; die örtliche Biochemie wurde durch Penicillinherstellung bekannt und gehört heute zu Sandoz. Beide Tätigkeiten zeigen, wie sich auf dem Talboden neben dem älteren Dorf große Betriebe entwickelten. Zugleich pendelten 57,5 Prozent der erwerbstätigen Kundler Bevölkerung zu Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde. Kundl ist damit ein wichtiger Arbeitsort im Inntal, obwohl viele seiner Einwohner ihren Beruf andernorts ausüben.
Die Klamm als Verbindung
Kundls Geschichte ist eng mit dem Durchgang durch die Klamm und dem Wandel des Talorts verbunden. Der Bach schuf zwischen Inntal und Wildschönau eine natürliche Passage, die heute als Wanderweg genutzt wird. Der Weg ist jedoch kein jederzeit offener Durchgang: Nach der Wintersperre prüft die Gemeinde die Hänge geologisch und lässt Sicherungsarbeiten durchführen, bevor sie die Klamm freigibt. Besucher müssen sich deshalb vor einer Tour über den aktuellen Zugang informieren. Am Ausgang liegt das Dorf mit seiner später gewachsenen Industrie. Der räumliche Gegensatz ist unmittelbar sichtbar: Während die Klamm dem Bach durch enge Felsen folgt, liegen die großen Arbeitsstätten auf dem breiteren Talboden.
Ortsleben und Geschichte
Zum alltäglichen Angebot der Marktgemeinde gehören Schulen, Kinderbetreuung, eine Bücherei, ein Schwimmbad und eine Eisarena. Diese Einrichtungen geben dem Hauptort auch jenseits der Industrie eine Funktion für Familien und Vereine. Auf dem Fußweg zur Kundler Klamm liegt an der Ache der erneuerte Spielplatz Klammstraße. Er bietet einen konkreten Halt, bevor der Weg in die Schlucht führt. So lässt sich ein kurzer Aufenthalt am Bach mit einem längeren Ausflug verbinden, sofern der Klammweg geöffnet ist. Das Ortsleben spielt sich damit sowohl in kommunalen Einrichtungen im Tal als auch an den frei zugänglichen Wegen und Aufenthaltsorten am Rand des Ortes ab.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kundl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kundl - Startseite
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Gemeinde Kundl: Geschichte und Kundler Klamm
- Gemeinde Kundl: Spielplatz Klammstraße erneuert
- Traktorenwerk Lindner: Werk und Technologiezentrum in Kundl
Stand der Angaben: 15.10.2026
