WILDSCHÖNAU KENNENLERNEN
Wildschönau: Leben im Tiroler Hochtal
Die Wildschönau ist ein langes Tiroler Hochtal, dessen Dörfer auf vier Talorte verteilt liegen. Die Gemeinde im Bezirk Kufstein zählt 4.424 Einwohner am 1. Jänner 2026 und umfasst 97,41 Quadratkilometer.
Vier Dörfer im Hochtal
Von Niederau im Osten führt die Straße über eine Wasserscheide nach Oberau und weiter nach Auffach. Ein Abzweig steigt nach Thierbach, das hoch über dem Haupttal liegt. Die Wildschönauer Ache durchzieht das Tal und verlässt es durch die Kundler Klamm Richtung Inntal. Die vier Dörfer besitzen eigene Kirchen und Ortsmitten. Ihre räumliche Verteilung erklärt, warum Schule, Vereine, Betriebe und Freizeitangebote nicht an einem einzigen Platz konzentriert sind. Zwischen den Orten wechseln Siedlungen, bewirtschaftete Hänge und Waldstücke.
Berglandwirtschaft, Handwerk und Tourismus
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet in der Wildschönau 541 Arbeitsstätten und 1.392 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 54,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendeln aus. Eine besondere örtliche Produktion ist der Krautinger. Dafür verarbeiten Bauern weiße Stoppelrüben durch Eindicken, Vergären und Brennen zu Schnaps. Die Arbeit verbindet Anbau auf den Höfen mit Verarbeitung und Verkauf einer regionalen Spezialität. Daneben bringt der Bergtourismus Gäste in Unterkünfte, Gasthäuser und zu den Bergbahnen; Handwerksbetriebe bedienen Bewohner und Besucher. Die Landwirtschaft hält Hänge offen, auf denen die Bewirtschaftung aufwendiger ist als im Talboden. So bestehen im Hochtal unterschiedliche Erwerbsmöglichkeiten, auch wenn viele Bewohner außerhalb arbeiten.
Bergbau und bäuerliches Leben
Die Wildschönau wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Später prägte der Bergbau die Gegend: In Thierbach wurden Silber- und Kupfererze gewonnen und zur Verhüttung nach Brixlegg gebracht. Als der Abbau im 19. Jahrhundert nicht mehr rentabel war, endete dieser Wirtschaftszweig. Die Gemeinde entstand 1811; eine Straßenverbindung durch die Kundler Klamm öffnete 1911 den Weg ins Inntal, heute ist der historische Durchgang ein Wanderweg. Das Bergbauernmuseum z'Bach zeigt eine andere Grundlage des Lebens im Tal. Der Bauernhof stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und wurde später zum Museum mit Werkzeugen, Küche und Nebengebäuden. Geräte zum Buttern, Holzarbeiten und Kochen machen die landwirtschaftliche Arbeit anschaulich. Die alte Mühle und die Kapelle am Anger ergänzen den Hof als Ensemble.
Kultur zum Erwandern
Das Tiroler Holzmuseum in Auffach zeigt Holzverarbeitung und Schnitzkunst und eröffnet damit einen anderen Blick auf die Arbeit im Tal als das Bergbauernmuseum. Dort findet auch ein Handwerksmarkt statt, bei dem örtliche Fertigkeiten sichtbar werden; Termine wechseln saisonal. Beide Häuser sind konkrete Ziele für Tage, an denen eine Bergtour nicht im Vordergrund steht. Die Kundler Klamm führt entlang der Ache aus dem Hochtal hinaus. Der Wanderweg macht die enge Verbindung zum Inntal zu Fuß erfahrbar und ist saisonal geöffnet. Zwischen Niederau und Oberau verläuft der Franziskusweg mit Kunststationen. Die beiden Wege unterscheiden sich deutlich: Hier die Schlucht am Talausgang, dort eine Verbindung zwischen bewohnten Orten. Für einen Besuch sollten die aktuellen Zugangsbedingungen der Klamm geprüft werden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wildschönau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung, Gemeindeergebnisse 2024
- Wildschönau Tourismus – Krautinger
- Wildschönau Tourismus – Bergbauernmuseum z'Bach
- Wildschönau Tourismus – 1. Tiroler Holzmuseum
- Wildschönau Tourismus – Kundler Klamm
- Wildschönau Tourismus – Franziskusweg
Stand der Angaben: 15.10.2026
