MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Horitschon

Marktgemeinde

GEMEINDEKENNZIFFER10805
Pfarrkirche Sankt Margaretha in Horitschon
Pfarrkirche Sankt Margaretha in Horitschon · Foto: Snowball1108 · „Kath. Pfarrkirche hl. Margaretha in Horitschon 2“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 813
01.01.2026
Fläche
18,73 km²
Bevölkerungsdichte
96,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7312
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HORITSCHON KENNENLERNEN

Blaufränkisch und Ortsleben im Mittelburgenland

Horitschon ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf mit 1.813 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet von 18,73 Quadratkilometern umfasst die Ortschaften Horitschon und Unterpetersdorf. Gemeinsam mit Deutschkreutz, Neckenmarkt und Lutzmannsburg zählt Horitschon zu den Hauptorten des Blaufränkischlandes. Der Name bezeichnet eine Vermarktungsregion, keine amtliche geografische Einheit. Weinbau, besonders Rotwein, prägt die Kulturlandschaft und das Selbstverständnis des Orts.

Weinbau und Landschaft

Mehr als vierzig Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt; rund ein Viertel entfällt auf Weingärten und knapp ein Fünftel auf Wald. Horitschon gehört zum Weinbaugebiet Mittelburgenland, dessen Rebhänge sich zwischen dem Ödenburger Gebirge und dem Günser Bergland erstrecken. Nach Osten öffnet sich die Ungarische Tiefebene; pannonische Einflüsse und lehmige Böden bieten günstige Bedingungen für Reben. Neben Blaufränkisch werden weitere Sorten wie Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon kultiviert. Das Landschaftsbild aus Weingärten und Feldern erzählt so von einer lang gewachsenen Verbindung zwischen Boden und Landwirtschaft.

Vom Weinort zur Marktgemeinde

Eine Urkunde von 1186 nennt den Ort als „Hurusun“ und bestätigt zwölf königliche Höfe. 1933 legte das Burgenländische Landesmuseum auf den Teichäckern einen römischen Gutshof mit Fußbodenheizung frei. Auf der Ried Rakitsch wurden Gefäßreste aus der Jungsteinzeit gefunden, 1993 kam auf den Teichäckern eine Steinaxt aus der Lengyelkultur zutage. 1680 kaufte die Gemeinde ein Freihaus und nutzte es als erstes Gemeindehaus. Bis 1920/21 gehörte Horitschon zu Ungarn; seit 1921 zum Burgenland. 1961 wurden beim Gasthaus Lazarus zwei kleine Tongefäße aus dem 11. Jahrhundert gefunden, die eine Besiedlung vor der ersten schriftlichen Nennung belegen.

Pfarrkirche und Gemeindeentwicklung

Die Pfarre Horitschon ist vor 1389 belegt; nach einer Unterbrechung wurde sie 1696 wiedererrichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die barocke Kirche am östlichen Ortsausgang zerstört. Die heutige Pfarrkirche zur heiligen Margareta entstand 1947 bis 1949 im Ortszentrum; ein Altarbild der Vorgängerkirche aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts blieb erhalten. Eine Orgel mit 14 Registern und zwei Manualen wurde 1990 von Rieger gebaut. Die neue Kirche steht in einer Gemeinde, deren Ortsentwicklung auch nach 1945 von Wiederaufbau und neuem Wohnraum geprägt war. Zwischen 1999 und 2010 halbierte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe; Dienstleistungen gewannen an Bedeutung.

Blaufränkischweg und Weinwirtschaft

Horitschon gehört zu den Hauptorten des Blaufränkischlands. Früher lagen viele Weingärten der Horitschoner in Raiding und Neckenmarkt; nach dem Ende des Feudalsystems 1848 wurden am eigenen Gemeindegebiet verstärkt Reben ausgepflanzt. Heute prägen die Rieden und die Winzergenossenschaft die örtliche Weinwirtschaft. Der Blaufränkischweg wurde 2011 als Rundweg eröffnet. Informationstafeln behandeln Rebsorten, Bodentypen, den Jahreszyklus der Weingärten und überlieferte Anekdoten aus dem Weinbau. 2014 kamen eine Aussichtsstiege auf der Ried Hochäcker und ein Kostplatz auf der Dürrau hinzu. Gemeinde, Tourismusverein und Weinbauverein entwickelten das Projekt gemeinsam.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Horitschon auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 883
31.10.2021 · Registerzählung1 830
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 813

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
814
NUTS-3-Region
Mittelburgenland (AT111)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Horitschon

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.