ZEISELMAUER-WOLFPASSING KENNENLERNEN
Zeiselmauer-Wolfpassing: römisches Erbe im Tullnerfeld
Zeiselmauer-Wolfpassing verbindet zwei Dorfkerne im Tullnerfeld mit Auwäldern an der Donau. Die Gemeinde im Bezirk Tulln zählte am 1. Jänner 2026 2.265 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 12,68 Quadratkilometer. In Zeiselmauer stehen Baureste des römischen Kastells Cannabiaca zwischen heutigen Häusern und Straßen. Wolfpassing schließt südlich an und bildet den zweiten Ortsteil.
Zwischen Donau, Bahn und Dorfkernen
Die bewohnten Dorfkerne liegen am Südufer der Donau. Nördlich des Flusses gehören Auwald und zeitweise genutzte Sommerhäuser zur Gemeinde; die Zufahrt dorthin führt über Tulln. Etwa die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet, knapp ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Die Franz-Josefs-Bahn unterstreicht in Zeiselmauer die traditionelle Teilung in Alt- und Neu-Zeiselmauer. An der Haltestelle Zeiselmauer-Königstetten bestehen Bahnverbindungen Richtung Tulln und Wien. Die B 14 quert den nördlichen Teil des Orts. In Wolfpassing verengt sich dagegen die Landesstraße 118 auf eine ampelgeregelte Spur. Diese Engstelle beeinflusst den Straßenverkehr besonders zu den Pendelzeiten.
Kleinbetriebe und viele Arbeitswege nach außen
Die Arbeitsstättenzählung erfasste 2024 insgesamt 164 Arbeitsstätten und 415 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 87,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. Örtliche Betriebe decken sowohl technische Produkte als auch Reparaturen ab: JUST Leitern an der Wiener Straße bietet Leitern, Gerüste und spezielle Aufstiegshilfen an. JUST führt zudem Speziallösungen für die Enteisung von Flugzeugen und die Reinigung von Zügen. Im Gewerbepark Ost repariert und wartet die Scuderia Spitaler Autos, darunter auch Oldtimer und Rennsportwagen. Zum Angebot gehören auch Fahrzeugdiagnose, Karosseriearbeiten und Reifenservice.
Versorgung in zwei Ortsteilen
Die Einrichtungen für Familien und Vereine verteilen sich auf beide Orte. In Zeiselmauer befinden sich Volksschule und Kindergarten sowie ein Sportplatz und Tennisanlagen. Die Römerhalle dient als Veranstaltungs- und Turnhalle. Wolfpassing hat einen eigenen Kindergarten, einen Tennisplatz und eine kleine Kapelle. Gasthaus und Heurigenlokale sind dort weitere Treffpunkte. Beide Ortsteile verfügen über eine Freiwillige Feuerwehr. Hinzu kommen Angebote wie der Hundesportverein mit Trainingsgelände in Zeiselmauer. Die heutige Gemeindegrenze besteht erst seit 1998: Damals wurde Muckendorf-Wipfing wieder selbständig, und die verbleibende Gemeinde erhielt den Namen Zeiselmauer-Wolfpassing.
Cannabiaca und die Kirche über dem Fahnenheiligtum
Das römische Kohortenkastell Cannabiaca war Teil des Donaulimes. Zu den erhaltenen Bauteilen zählen der Burgus, ein Fächerturm und das Kastentor. Die Pfarrkirche steht am Ort des einstigen Kommandogebäudes. Unter ihr blieben Reste des Fahnenheiligtums und einer karolingischen Saalkirche erhalten. Die Unterkirche kann mit einer Führung nach Voranmeldung besichtigt werden. Später nutzte das Hochstift Passau Zeiselmauer als Verwaltungszentrum seiner Hofmark; eine bischöfliche Pfalz diente dem Bischof bei Aufenthalten als Amtssitz. Aus dem Jahr 1203 stammt eine besonders konkrete Nachricht: Bischof Wolfger bezahlte hier Walther von der Vogelweide Geld für einen Pelzrock. Der Eintrag in seinem Reiserechnungsbuch ist ein seltenes schriftliches Zeugnis aus dem Leben des Dichters.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Zeiselmauer-Wolfpassing – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Herzlich Willkommen – Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing
- JUST Leitern – Unternehmenswebsite
- Pfarrkirche – Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria
- Scuderia Spitaler – Auto- und Motorsportzentrum
- Römische Geschichte – Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing
- Gemeindeeinrichtungen – Zeiselmauer-Wolfpassing
- Gebühren – Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing
Stand der Angaben: 09.10.2026
