HANNERSDORF KENNENLERNEN
Hannersdorf: drei Dörfer am Pinkatal
Hannersdorf liegt im Bezirk Oberwart im Südburgenland. Am 1. Jänner 2026 hatte die Gemeinde 734 Einwohner und liegt auf einer Fläche von 17,11 Quadratkilometern. Zum Gemeindegebiet gehören die drei Ortschaften und Katastralgemeinden Hannersdorf, Burg und Woppendorf. Ihre Geschichte ist in Urkunden, Ortsnamen und Sakralbauten überliefert.
Ortslage im Pinkatal
Die Gemeinde liegt rund 268 Meter über dem Meeresspiegel. Die drei Ortschaften bilden zugleich die Katastralgemeinden. Der Name Hannersdorf geht auf Heinrichsdorf zurück. Die Gemeinde liegt in der Weinidylle des Südburgenlands, zugleich prägen im Tal landwirtschaftliche Nutzung und die Pinka die Umgebung. Die Gemeindeseite stellt eine virtuelle Route vor: Sie beginnt bei historischen Funden in Burg und führt über Römerfunde bis zum Badesee oder Hannersberg. Die Gemeinde nennt die neue Parkanlage in Woppendorf als Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang.
Urkunde und Grenzwechsel
Die erste bekannte Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1406. In der Urkunde erscheint Hannersdorf unter dem ungarischen Namen Samfolua. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Gebiet zum Königreich Ungarn und wurde als Deutsch-Westungarn bezeichnet. Die Friedensverträge von Saint-Germain (1919) und Trianon (1920) sprachen Westungarn Österreich zu; seit 1921 gehört die Gemeinde zum Burgenland. In mehrsprachigen Ortsnamensformen erscheint Hannersdorf ungarisch als Sámfalva und kroatisch als Šampovar; Burg heißt Pinkaóvár und Porka, Woppendorf Várújfalu und Sovice. In der Pfarrkirche ist ein in Burg gefundener römischer Steinlöwe eingemauert.
Drei Gemeinden werden eine
Burg und Woppendorf waren bis zur Gemeindestrukturreform eigenständige Gemeinden; 1971 wurden sie mit Hannersdorf vereinigt. Bei der Errichtung des Kriegerdenkmals in Burg kamen 1935 eine jungsteinzeitliche Wohngrube und Scherben der Theiß-Lengyel-Kultur ans Licht. Woppendorf dürfte auf dem Platz des im 13. Jahrhundert erwähnten Dorfes „villa corradi“ neu gegründet worden sein. Rund 200 Meter nördlich liegt eine Ringwallanlage. Burg wurde 1965 siebenmal überflutet. In den späten 1960er Jahren entstanden Hochwasserschutzbauten: Ein Damm mit Umfahrungsstraße und die Verlegung des Tauchenbaches schützten den Ort. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der Badesee angelegt und 1972 eröffnet.
Kirchen, Schule und Steinbruch
Die katholische Pfarrkirche in Hannersdorf ist der Geburt Mariens geweiht; eine Pfarrgemeinde bestand um 1500. Das gotische Kirchenschiff wurde vermutlich 1525 erneuert, 1765 barockisiert und 1893 teilweise regotisiert. Die Chorwände stammen aus dem 15. Jahrhundert. In Woppendorf steht eine katholische Filialkirche des heiligen Johannes des Täufers; Hannersdorf besitzt außerdem eine evangelische Filialkirche. Die Gemeinde führt einen Kindergarten und eine einklassige Volksschule. Die Pinkataler Schotterwerke betreiben Steinbrüche in Hannersdorf und Burg. 1967/68 wurde die katholische Pfarrkirche innen restauriert, 1973 folgte eine Außenrestaurierung; beide Eingriffe sind am Triumphbogen festgehalten. Die Kirche steht auf einem Hang über dem Ort in einem ummauerten Kirchhof. Der Chor ist niedrig und gegenüber dem Kirchenschiff eingezogen; über dem Kirchenschiff erhebt sich ein hohes Dach aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
