JABING KENNENLERNEN
Jabing an der Pinka: Kirche und Dorfgeschichte
Jabing liegt an der Pinka im Südburgenland und ist der einzige Ort der gleichnamigen Gemeinde. Die Gemeinde umfasst 7,78 Quadratkilometer und hat 735 Einwohner (1. Jänner 2026).
Zwischen Klein- und Großjabing
Um 1440 wird der Ort unter den Formen „jobagyi“ oder „jobbagyi“ genannt. Die adeligen Grundherren siedelten vor allem in Klein-Jabing und sahen sich als Nachkommen der Szekler. Die Reformation des 16. Jahrhunderts teilte das Dorf konfessionell. Eine Sage setzt die Gründung ins Jahr 600. Im Umfeld eines älteren Friedhofs gefundene Fundamente, Ziegel und Gefäßscherben weisen auf eine ältere Siedlung hin, erlauben aber keine genaue Datierung des Ortsbeginns.
Die Kirche der heiligen Anna
Die katholische Kirche in Jabing war ab 1698 eine Filiale der Pfarre Großpetersdorf. 1788 wurde eine römisch-katholische Kirche gebaut und geweiht. 1838 beging die Pfarre deren 50-jähriges Bestehen. Als eigene Pfarre ist Jabing spätestens durch selbständige Matriken ab 1. November 1852 belegt; das Gedenkbuch korrigiert damit eine frühere Angabe, die das Jahr 1856 nannte. Der Pfarrpatron ist die heilige Anna. Zur Ausstattung gehört eine Orgel, die 1894 vom Orgelbauer Anton Thauss errichtet wurde. Sie besitzt acht Register und ein Manual; die mechanische Schleifladenorgel steht auf der Musikempore. Das Instrument ergänzt die Kirche als historisches Bauwerk um ein erhaltenes Zeugnis regionalen Orgelbaus.
Ein evangelisches Schul- und Bethaus
Die evangelischen Bewohner Jabings gehörten als Filialgemeinde zur Gemeinde Siget in der Wart. 1875 wurde ein evangelisches Schulgebäude errichtet, das zugleich als Bethaus diente. Das Gebäude verband den Schulalltag mit der religiösen Versammlung der evangelischen Gemeinde. Diese kirchliche Zugehörigkeit zu Siget bestand parallel zur katholischen Entwicklung Jabings aus der früheren Filiale Großpetersdorf.
Pinka, Mühlen und frühere Gewerbe
Die Pinka war Arbeitsraum und Gefahrenquelle zugleich. 1818 wurde der Fluss zwischen Bachselten und Jabing abgegraben, nachdem starke Regenfälle in den Vorjahren Felder überschwemmt und Ernten vernichtet hatten. Ein Weg zur Mühle am Pinkafluss heißt noch heute Mühlweg. Im 19. Jahrhundert waren die Bewohner laut Pfarrgedenkbuch arm und arbeiteten vorwiegend als Hafner. Daneben bestanden getrennte Innungen für Weber, Schuhmacher, Zimmerer, Tischler, Schmiede und Hafner. Die Gemeinde ist heute von landwirtschaftlichen Betrieben und dem Verlauf der Pinka geprägt; ein Laufkraftwerk steht am Fluss. Auf der durch das nördliche Gemeindegebiet führenden Bahnstrecke wurde der Personenverkehr 2011 eingestellt. Das Pfarrgedenkbuch berichtet von einer starken Vergrößerung: 1728 zählte Jabing 24 Häuser, 1820 waren es 96. Zwei große Brände vernichteten 1868 insgesamt 34 und 1879 weitere 82 Häuser samt Nebengebäuden und Tieren. 1810 ließ Müllermeister Georg Karner an der unteren Mühle ein Kreuz errichten: Er hatte einen Hundebiss überlebt und war nicht an Tollwut erkrankt. 1839 stiftete Spindelschmied Michael Höfler ein weiteres Kreuz an der Zickenbrücke an der Straße von Rotenturm nach Großpetersdorf.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
