MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Günselsdorf

Poststation, Spinnerei und ein Dorfkern an der Triesting

GEMEINDEKENNZIFFER30612
Ehemalige Poststation an der Wiener Neustädter Straße in Günselsdorf
Ehemalige Poststation an der Wiener Neustädter Straße in Günselsdorf · Foto: Herzi Pinki · „Günselsdorf, Wr. Neustädterstraße 1“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 744
01.01.2026
Fläche
6,62 km²
Bevölkerungsdichte
263,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2525
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GÜNSELSDORF KENNENLERNEN

Günselsdorf: An der alten Straße nach Süden

Die Marktgemeinde Günselsdorf liegt im Wiener Becken östlich von Leobersdorf. Auf 6,62 Quadratkilometern leben 1.744 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Die Triesting fließt durch das Gemeindegebiet; rund 500 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt. Eine kleine Weinbaufläche ergänzt das offene Kulturland.

Poststation an der Triesterstraße

Die Lage an der Verbindung von Wien nach Süden gab dem Ort früh eine Funktion als Rastplatz. Eine Poststation zum Wechsel der Pferde ist bis 1847 belegt; um 1830 sollen ihre Stallungen bis zu 70 Pferde aufgenommen haben. 1740 ließ Kaiser Karl VI. die heutige B17 als Poststraße ausbauen, die über den Semmering bis Triest führte. Das teilweise erhaltene, denkmalgeschützte Gebäude der früheren Station wurde später zeitweise als Spiritusbrennerei genutzt und ist als „Brennerei“ bekannt. Bis 1848 bestand bei der heutigen Kreuzung von B17 und B18 eine Mautstelle.

Wasserkanal und Baumwollspinnerei

Die Industrialisierung setzte in Günselsdorf früh ein. A. Giradoni errichtete von 1846 bis 1848 eine Baumwollspinnerei und erwarb dafür 1845 das Areal einer älteren Getreidemühle samt Wasserrechten. Ein Werkskanal wurde 1846 angelegt. 1851 ging das Werk an Theodor Dumba über; mehrere Eigentümerwechsel folgten. Die Fabrik stellte den Betrieb 1972 ein. Seit 1977 nutzt die Firma Feller das Gebäude für Kabel und Zubehör. Die örtliche Chronik nennt auch die Alte Mühle, die 1749 erbaut und 1960 abgetragen wurde.

Kirche und Löwentor

Eine eigene Kapelle ist für Günselsdorf 1530 belegt; ihr genauer Standort ist nicht bekannt. 1683 wurde sie zerstört. Joseph II. ordnete 1783 die Erhebung zur Pfarre an, und 1784 entstand die heutige Pfarrkirche zum heiligen Georg. Ein anderes markantes Bauwerk ist das Löwentor: Baron Peter von Braun ließ es 1812 von einem italienischen Künstler entwerfen, während ein ungarischer Künstler das schmiedeeiserne Tor in Budapest fertigte. Die Chronik verbindet die Kirche außerdem mit der früheren Schulgeschichte. 1783 ist eine Schule mit Lehrerwohnung nachgewiesen, 1821 wurde ein neues Schulhaus gebaut und 1872 entstand ein zweiklassiges Volksschulgebäude gegenüber der Kirche.

Vom Dorf zur Marktgemeinde

Der Name Günselsdorf wird auf einen Grundherren namens Guntzo oder Gunci zurückgeführt. Im Saalbuch des Stifts Klosterneuburg erscheint 1130 die Form „Guncinesdorf“. Die Gemeindechronik beschreibt den älteren Dorfcharakter als fränkisch geprägte Straße mit Höfen; wiederholte Kriege, Seuchen und Naturereignisse ließen einzelne Siedlungsbereiche veröden und den Ortskern wandern. Zwischen 1971 und 1973 wurde die Großgemeinde Steinfelden gebildet, zu der Günselsdorf gehörte. Mit ihrer Auflösung 1988 wurde Günselsdorf wieder selbständig. Der SC Günselsdorf besteht seit 1911 und erreichte 1962/63 die Regionalliga Ost. 1938 verzeichnete das Adressbuch unter anderem fünf Gastwirte, neun Gemischtwarenhändler, zwei Webereien, ein Kino und mehrere Handwerksbetriebe. Der Ort wurde 1925 elektrifiziert; 1929 erhielt er einen Telefonanschluss.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Günselsdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 752
31.10.2021 · Registerzählung1 727
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 744

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
524
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Günselsdorf

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