GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Schönau an der Triesting

Triestingebene, barocke Schlosslandschaft und frühe Industriegeschichte prägen die Gemeinde mit den Ortschaften Dornau, Schönau und Siebenhaus.

GEMEINDEKENNZIFFER30631
Pfarrkirche Sankt Andreas und Pfarrhof in Schönau an der Triesting
Pfarrkirche Sankt Andreas und Pfarrhof in Schönau an der Triesting · Foto: Herzi Pinki · „Parish church St. Andreas and Rectory, Schönau“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 165
01.01.2026
Fläche
8,09 km²
Bevölkerungsdichte
267,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2525
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SCHÖNAU AN DER TRIESTING KENNENLERNEN

Schönau an der Triesting: Schlosspark und Fabriksort

Schönau an der Triesting liegt im Bezirk Baden. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 2.165 Einwohner auf 8,09 Quadratkilometern. Zu ihr gehören drei Ortschaften. Schönau liegt rund 15 Kilometer von Baden und 30 Kilometer von Wien entfernt.

Gemeinde an der Triesting

In der Ebene des südlichen Wiener Beckens bedeckt Wald 9,75 Prozent der Fläche; die Triesting verläuft durch das Gemeindegebiet. Dornau ist 1349 als „Dornawe“ belegt. Der Name Siebenhaus erscheint 1590/91 im Bereitungsbuch; dort sind sieben Häuser im Besitz des Grundherrn Andreas Schnätterl verzeichnet. Zu Dornau gehörten ein Schloss, ein Wirtschaftsgut, eine Kunstmühle und das Dorf Siebenhaus. Blumau liegt überwiegend in der Nachbargemeinde Blumau-Neurißhof; ein kleiner Teil mit ehemaliger Schule und Kirche gehört zum Schönauer Gemeindegebiet.

Kirche und Siedlung

Schönau ist 1179 als „Schonowe“ urkundlich belegt. Eine Pfarre ist 1441 nachgewiesen; später wurde sie Filiale von Sollenau, ehe der Ort 1908 wieder selbständige Pfarre wurde. Maria Renata von Gariboldi ließ die dem heiligen Andreas geweihte Kirche errichten; sie war 1675 fertiggestellt. Das barocke Gotteshaus ersetzte eine ältere Josefskapelle. Eine Renovierung 2003 brachte die Kirche erneut in Stand. Der Kern der Straßensiedlung liegt in der Braungasse.

Schloss und Tempel der Nacht

Peter von Braun erwarb das alte Wasserschloss 1796 und ließ den Park als englischen Landschaftsgarten gestalten. Wasserarme der Triesting umflossen Inseln; Brücken, Grotten und ein unterirdischer Tempel gehörten zur Anlage. Im Tempel der Nacht stand eine Alabasterstatue der Baronin Braun auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen. Wind, Donner und Sphärenmusik sorgten für theatrale Effekte. Der Tempel war Teil des von Braun angelegten Märchenparks. Das Schloss kam später in den Besitz der Habsburger; Erzherzog Otto ließ Ende des 19. Jahrhunderts das ältere Wasserschloss abtragen und an seiner Stelle die Erzherzog-Otto-Villa errichten, das heutige Schloss. Der Park steht unter Naturdenkmal-Schutz. 1817 musste Braun den Besitz aus finanziellen Gründen aufgeben und tauschte Schloss Schönau mit Jérôme Bonaparte gegen Schloss Alterlaa. Gondeln und Nachen fuhren über die Wasserflächen; Wasservögel und ein Biber lebten dort. Die Meierei hielt 50 Tiroler Kühe. 1829 verlegte Fürst Johann von Liechtenstein einen Teil seiner Gemäldegalerie in das frühere Milchhaus. Während seiner zehnjährigen Besitzzeit ließ er den Bestand erstmals dokumentieren und katalogisieren.

Spinnerei und spätere Besitzer

Peter von Braun gründete 1811/12 eine Spinnerei. 1823 ging sie an die Familie Pacher von Theinburg über; die alten Fabriksgebäude wurden 1939 abgetragen. Die Industrialisierung steht neben der Schlossgeschichte als zweite große Veränderung des Ortes. Johann Strauss Sohn nutzte die Leutzendorf-Villa 14 Jahre als Sommerresidenz und schrieb dort an den Operetten „Eine Nacht in Venedig“ und „Der Zigeunerbaron“. Elisabeth Marie, die Tochter Kronprinz Rudolfs, wohnte ab 1910 im Schloss und wurde als „Rote Erzherzogin“ bekannt. Der Schönauer Teich ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Heimatmuseum bewahrt die Ortsgeschichte.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Schönau an der Triesting auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 130
31.10.2021 · Registerzählung2 113
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 165

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
727
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Schönau an der Triesting

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.