KIRCHBACH KENNENLERNEN
Kirchbach an Gail und Bergflanken
Die Marktgemeinde Kirchbach liegt im oberen Gailtal zwischen Gailtaler und Karnischen Alpen. Zur Gemeinde gehören Kirchbach und zahlreiche Dörfer, darunter Treßdorf, Reisach, Grafendorf und Waidegg. Zum 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 2.455 Einwohner; ihre Fläche beträgt 99,03 km².
Ein Talort zwischen zwei Gebirgen
Kirchbach liegt am Nordrand der Karnischen Alpen und südlich der Gailtaler Alpen. Die Grenze zu Italien verläuft über den Karnischen Hauptkamm. Die Gail bildet eine prägende Achse des Gemeindegebiets; der Karnische Radweg folgt dem Flusslauf. Der Talboden liegt etwa 640 Meter über dem Meer, darüber steigen bewaldete Hänge und offene Almflächen an. Die Gemeinde umfasst vier Katastralgemeinden: Grafendorf, Reisach, Kirchbach und Waidegg. Ihre 31 Ortschaften bilden ein ausgedehntes Gebiet, in dem Kirchbach als Verwaltungsmittelpunkt neben kleineren Siedlungen steht. Markierte Wege führen von den Talorten hinauf zu Almen und in die Gailtaler sowie Karnischen Alpen.
Metallhandel und alte Befestigungen
Bergbau prägte das Gailtal schon in vorchristlicher Zeit. Die örtliche Chronik verortet zwischen Reisach und Gundersheim die römische Siedlung Troi Risa und beschreibt sie als Umschlagplatz des Metallhandels. Spuren späterer Konflikte sind an zwei Wallanlagen sichtbar: am Komitz zwischen Kirchbach und Treßdorf sowie am Schlossbühel südöstlich von Goderschach. 1524 erhielt Gabriel von Salamanca die Grafschaft Ortenburg. 1662 kaufte die Familie Porcia diese Herrschaft. Die heutige Gemeinde Kirchbach entstand 1973 aus Kirchbach, Reisach und der Katastralgemeinde Waidegg; 1997 wurde sie zur Marktgemeinde erhoben. Von 1809 bis 1814 stand das Gailtal vorübergehend unter französischer Herrschaft.
Kirchen und Mühlen im Ortsbild
Mehrere Pfarrkirchen verteilen sich auf die Orte Kirchbach, Grafendorf, Reisach und Waidegg. In Treßdorf steht eine evangelische Kirche. Ein Mühlenwanderweg verbindet Treßdorf mit Kirchbach und führt an der Treßdorfer Wassermühle und der Kirchbacher Mühle vorbei. Unterwegs liegen außerdem der Maraschhof, der als ältest datierter Bauernhof Kärntens bezeichnet wird, sowie die Kesn genannten Speicherbauten. Der Rundweg beginnt beim Gemeindeamt, führt zunächst auf dem Gehsteig nach Treßdorf und kehrt über den Stöfflerbergweg nach Kirchbach zurück. Unterwegs überquert der Weg mehrere kleine Bäche und führt am Waldrand zurück Richtung Kirchbach.
Vom Talboden zu den Almen
Die Bergwege erschließen verschiedene Höhenstufen. Eine längere Tour führt von Kirchbach über Möselalm und Napalnalm zum Sattelnock und weiter zur Comptonhütte; der Abschnitt bis zum Sattelnock umfasst rund 17 Kilometer und etwa 1.500 Höhenmeter. In Grafendorf beginnen Wege zur Reißkofelbadstraße und zu kleineren Bergsiedlungen wie Schmalzgrube, Welzberg, Katlingberg und Lenzhof. Der Staudachberg bei Treßdorf bietet Ausblicke auf das Gailtal und die Karnischen Alpen. Im Tal liegen ein Freibad und der Golfplatz in Waidegg. Damit reicht das Freizeitangebot vom Talboden bis zu alpinen Zielen, die über örtliche Ausgangspunkte erreichbar sind.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
