EGGERN KENNENLERNEN
Eggern: Wege durch Granit und Geschichte
Eggern liegt im nordwestlichen Waldviertel nahe der Grenze zu Tschechien. Die Marktgemeinde zählt 659 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2026) auf 20,21 Quadratkilometern. Romau, Granitformationen und markierte Wege strukturieren die Landschaft.
Romau, Granit und Wasserscheide
Die Marktgemeinde liegt in der Granitzone; der Hauptort erreicht laut Landesstatistik 578 Meter Seehöhe, 36,95 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Durch das Gebiet fließt die Romau. In Eggern markiert ein Stein die mitteleuropäische Hauptwasserscheide. Zur Ortschaft Eggern gehören auch Bergen und Guggus. Die beiden weiteren Katastralgemeinden heißen Reinberg-Heidenreichstein und Reinberg-Litschau.
Zwei Rundwege am Hohenstein
Der Pengersweg Nr. 33 führt vom Ortszentrum über Pestsäule, Wasserwerk und Fatimakapelle bis zu den Maly-Steinen, einer Gruppe markanter Granitblöcke bei Niederwehr in der Ortschaft Eggern. Die 6,81-Kilometer-Runde dauert etwa eine Stunde und 45 Minuten und überwindet 64 Höhenmeter. Die Gemeinde führt eine rund 300-jährige Eiche in Reinberg-Litschau als Sehenswürdigkeit. Eine zweite Runde, der Bocksbühelweg Nr. 31, ist 8,18 Kilometer lang und überwindet 78 Höhenmeter. Die Tour dauert rund zweieinhalb Stunden; etwa 35 Prozent verlaufen auf Asphalt, 65 Prozent auf Gras- und Schotterwegen. Von der Litschauer Straße steigt die Runde zunächst zur Hohenstein-Felsformation. Über Groß Radischen, Teichhäuser und den Grubweg führt sie zum Landschaftsteich, der laut Tourismusbeschreibung zum Baden geeignet ist, und über die Tennisplätze zurück nach Eggern.
Zwischen Raabs und Litschau
Eggern wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt und lag ursprünglich in der Grafschaft Raabs-Litschau. Das historische Landesportal ordnet den Ort in die alte Herrschaftslandschaft zwischen Thaya und Litschau ein. Bis 1635 bestand hier ein kaiserliches Gütlein; die Herrschaft Litschau erwarb 1693 die letzten landesfürstlichen Dienstrechte. 1590/91 wurden 17 untertänige Häuser gezählt, 1751 waren es 18. Schon im Mittelalter gehörte Eggern kirchlich zur Mutterpfarre Raabs, später zum Sprengel Thaya.
Kirche und Schule am Anger
Eine kleine Kirche mit Friedhof bestand hier spätestens seit dem 15. Jahrhundert. 1762 wurde geregelt, dass der Vikar aus Gastern regelmäßig in der Eggerner Kapelle Gottesdienst halten sollte. Bei den josephinischen Reformen erhielt der Ort 1784 eine eigene Pfarre; im selben Jahr richtete man eine Volksschule ein. 1792 entstand an der Stelle der älteren Kapelle die Pfarrkirche St. Ägidius. Sie steht am Anger. Die Diözese St. Pölten führt Eggern als eigenständige Pfarre im Dekanat Gmünd.
Ortsgemeinde und Gewerbe im Wandel
1850 schloss sich Eggern mit Kleinlitschau zu einer Gemeinde zusammen. Eine Raiffeisenkasse, gegründet 1887, zählt laut historischem Landesportal zu den drei ältesten Niederösterreichs. Das Ortsadressbuch von 1938 verzeichnete zwei Bäcker, drei Gastwirte, einen Müller, ein Sägewerk und eine mechanische Strickerei. Außerdem nennt es mehrere Tischler, Händler und Landwirte. Im Zuge der Gemeindereform wurden Reinberg-Heidenreichstein 1971 und Reinberg-Litschau 1972 eingegliedert. 1977 erhob die Landesregierung Eggern zum Markt und verlieh ein Wappen mit Mühlrad auf grün und silbern geteiltem Schild.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Eggern – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Eggern – Gedächtnis des Landes
- Eggern – Land Niederösterreich, Gemeindestatistik
- Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Eggern
- Pengersweg – Niederösterreich Tourismus
- Pfarre Eggern – Diözese St. Pölten
- Wanderwege in Eggern – Stadtgemeinde Litschau
- Bocksbühelweg – Niederösterreich Tourismus
Stand der Angaben: 08.10.2026
