GROSSSCHÖNAU KENNENLERNEN
Großschönau: Energieideen im Waldviertel
Großschönau liegt im westlichen Waldviertel und umfasst 41,97 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 zählte die Marktgemeinde 1.198 Einwohner. Neben der mittelalterlichen Burg Engelstein prägen Energieprojekte und Granitlandschaften das Gemeindegebiet.
Schönau und die gewachsene Gemeinde
Großschönau wurde im 12. Jahrhundert als „scone ouwe“ erwähnt; der Name verweist auf eine schöne Au. 1345 erwarb Ulrich von Kirchling das Dorf, 1365 erhielt sein Geschlecht die niedere Gerichtsbarkeit. Nach der Aufhebung der Grundherrschaft schlossen sich Großschönau und Engelstein 1850 zu einer Gemeinde zusammen. In der Gemeindereform kamen 1968 Mistelbach, 1969 Friedreichs und Großotten hinzu; 1971 folgte die Rotte Hirschenhof. Heute umfasst die Gemeinde 13 Ortschaften. Der Hauptort liegt auf 681 Metern Seehöhe; 37,43 Prozent des Gemeindegebiets sind bewaldet.
Burg Engelstein und die Pfarrkirche
Die Burg Engelstein liegt auf einem Granitfelsen und wird von Teichen umgeben. Ein spätromanischer Bergfried und ein spitzbogiges Tor mit Resten der Zugbrücke gehören zu den älteren Bauteilen. Eine Kapelle wurde 1476 errichtet und im 19. Jahrhundert umgebaut. Die Anlage wechselte ab 1417 häufig den Besitzer; im 19. Jahrhundert ließ die Familie von Geusau Wirtschaftsgebäude und Vorburg ausbauen. Die Pfarrkirche im Hauptort stand ursprünglich als Burgkirche unter dem Patrozinium des heiligen Laurentius. Das Patronat ging 1319 an das Stift Zwettl, 1332 wurde die Kirche zur Pfarre erhoben. 1478 wechselte das Patrozinium zu Leonhard. Die Kirche steht etwas erhöht am Südrand des Längsangers und ist von der Mauer des früheren Friedhofs umgeben.
Von Biomassemesse bis Passivhausdorf
1982 erhielt ein öffentliches Gebäude in Großschönau eine automatische Biomassefeuerung. 1986 fand hier die erste österreichische Umweltmesse BIOEM statt. Die Gemeinde errichtete 1994 eine Biomasse-Nahwärmeanlage mit Solaranlage. Aus dem örtlichen Tourismus- und Dorferneuerungsverein entstand 2001 die Idee eines Sonnenplatzes für ressourcenschonendes Bauen und Wohnen; 2004 wurde der Verein Sonnenplatz gegründet. Seit 2007 gibt es dort ein europäisches Passivhausdorf zum Probewohnen. 2009 errichtete die Gemeinde eine Sonnenstromanlage zur Abwasserreinigung. 2013 eröffnete die SONNENWELT als multimediale Ausstellung auf 2.000 Quadratmetern; zwölf Zeiträume führen von frühen Siedlungsformen bis zur Energiezukunft. Der Österreichische Klimaschutzpreis ging 2014 an die Ausstellung.
Granit, Wege und Sternzeichenpark
Die Europäische Wasserscheide verläuft durch den Ort. Auf sechs markierten Wanderwegen führen Routen zu auffälligen Steinformationen wie der „Steinernen Stube“ und dem Rabenloch. Eine 36 Meter hohe Fichte ist als Naturdenkmal geschützt. Das Rabenloch ist eine Höhle von drei mal sieben Metern in einer zwölf Meter hohen Granitformation; 2010 wurde dort ein Wald- und Wiesenepos in den Fels gearbeitet. Im SternzeichenPark stehen große Holzskulpturen in einem Waldstück; der Wünschelrutenweg führt über rund zehn Kilometer zu markierten Stationen. Der knapp zwei Kilometer lange Rundweg durch den Sternzeichenpark beginnt beim BETZ und dauert etwa 45 Minuten. Für Einzelbesucher ist die SONNENWELT am Sonnenplatz in der Saison 2026 vom 22. März bis 1. November jeweils Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen geöffnet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Großschönau (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Großschönau – Gedächtnis des Landes
- Burg Engelstein – Europäisches Burgeninstitut EBIDAT
- Pfarrkirche Großschönau – Niederösterreich
- Energieleitbild Großschönau 2018
- SONNENWELT – Wir über uns
- Eröffnung der Sonnenwelt – Land Niederösterreich
- Großschönau – Niederösterreich Tourismus
- SONNENWELT – Besucherinformation und Öffnungszeiten 2026
- Felsformationen bei Großschönau
- Sternzeichenparkweg
Stand der Angaben: 08.10.2026
