BÜRSERBERG KENNENLERNEN
Bürserberg: Leben auf den Sonnenterrassen
Bürserberg liegt oberhalb des Eingangs ins Brandnertal und verteilt sich über mehrere Hangterrassen. Die Gemeinde hat 605 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 13,73 Quadratkilometer. Der Hauptort Matin und die höher gelegene Tschengla verbinden bäuerlich geprägte Siedlungsteile mit einem touristisch genutzten Hochplateau. Vom Dorf aus prägt das Schesatobel den Blick ebenso wie die umliegenden Wälder und Bergweiden.
Terrassen am Berghang
Der Höhenunterschied zwischen den Ortsteilen ist im Alltag deutlich spürbar: Matin liegt am Hang, die Tschengla weiter oben auf einem Hochplateau. Die verstreute Siedlungsform folgt den Geländestufen und lässt zwischen Häusergruppen Wiesen und Wälder bestehen. Das Schesatobel zählt zu den markantesten Landschaftsformen der Gemeinde. Seine Muren haben über lange Zeit den Talboden verändert; Schutzbauten und Sperren prägen deshalb auch die Geschichte der Infrastruktur. Die Straße verbindet Bürserberg mit Bürs und Brand, während die Linienbusse die Wege in Richtung Bludenz und ins Tal ergänzen. Der Ort bleibt trotz der Nähe zur Bezirkshauptstadt eine eigenständige Berggemeinde, deren öffentliche Einrichtungen und Ortsleben auf die Hanglagen verteilt sind.
Tourismus, Landwirtschaft und Pendelarbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasst in Bürserberg 66 Arbeitsstätten mit 188 Beschäftigten in Arbeitsstätten; 71,2 Prozent der Betriebe liegen im Dienstleistungssektor. 76,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Bürserberg pendelten aus. Eine konkrete Tätigkeit vor Ort ist die Bewirtschaftung von Alpen und Bergweiden; zugleich schaffen Unterkunfts- und Freizeitangebote Arbeit im Tourismus. Die Gemeinde führt örtliche Betriebe auf, darunter Gastronomie und handwerkliche Dienstleistungen. Im Tourismus ist das Hochplateau Tschengla mit Bergbahnen und Wanderwegen ein wichtiger Ausgangspunkt. Hotels und Gastronomie übernehmen Beherbergung und Verpflegung. Die Bergbahnen starten im Ort und erschließen je nach Saison Pisten, Wanderwege und den Loischkopf.
Walser Siedlung und Umgang mit Naturgefahren
Bürserberg entwickelte sich als Siedlung oberhalb des Brandnertaleingangs. Im 18. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche St. Josef eingeweiht; 1770 erhielt der Ort politische Selbständigkeit. Das Schesatobel ist über die Gemeindegrenze hinaus als großer Murbruch bekannt. Die Arbeiten an der Straße und an Schutzbauten bestimmten über Jahrzehnte die Entwicklung des Ortes. 1910 begann der Straßenbau von Bürs hinauf nach Bürserberg, später wurde die Verbindung nach Brand ausgebaut. Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden die ersten Liftanlagen zur Tschengla. So verbanden sich technische Erschließung, Schutz vor Naturgefahren und Tourismusentwicklung.
Dorfleben und öffentliche Ziele
Die Pfarrkirche St. Josef steht im Ortsteil Matin und bildet einen historischen Bezugspunkt für die verstreute Gemeinde. Das ortsgeschichtliche Museum im Paarhof Buacher macht das frühere bäuerliche Wohnen und Arbeiten anschaulich; es wurde 1993 eröffnet. Auf der Tschengla liegen außerdem die sogenannten Steinkreise. Ihre Deutung als vorgeschichtliche Kultplätze ist umstritten, weshalb sie eher als Landschaftsmarke denn als gesicherte archäologische Anlage einzuordnen sind. Für Gäste wie Einheimische sind Wege, Langlaufloipe und Bergbahnen Teil des heutigen Freizeitangebots. Der Ort lebt dabei nicht allein vom saisonalen Besuch: Schule, Kindergarten, Vereine und Gemeindezentrum halten die alltägliche Infrastruktur im Bergdorf zusammen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bürserberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Betriebe in Bürserberg
- Geschichte von Bürserberg
- Museum Paarhof Buacher
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Heimatmuseum Paarhof Buacher | Alpenregion Bludenz
- Bergbahnen Brandnertal – Öffnungszeiten
Stand der Angaben: 15.10.2026
