FONTANELLA KENNENLERNEN
Fontanella: Leben auf den Walser Wohnbergen
Fontanella liegt als Streusiedlung am südlichen Abhang des hinteren Walserkamms. Zum Jahresbeginn 2026 zählte die Gemeinde im Bezirk Bludenz 469 Einwohnerinnen und Einwohner; ihr Gebiet umfasst 31,24 Quadratkilometer. Das Dorfzentrum liegt am Kirchberg, während sich die Höfe und Weiler über mehrere Geländestufen verteilen.
Ein Dorfkern und verstreute Wohnberge
Am Kirchberg liegen Kirche, Gemeindeamt, Schule, Kindergarten und Lebensmittelgeschäft nahe beieinander. Östlich und westlich davon liegen die Parzellen Seewald, Garlitt, Mittelberg und Türtsch, durch Tobel voneinander getrennt. Auf den Hängen stehen Wohnhäuser neben Bergbauernhöfen, Maisäßhütten und Alpen. Diese Struktur erklärt, warum Fontanella nicht aus einer geschlossenen Dorfstraße besteht: Der Alltag verbindet einen kleinen Mittelpunkt mit mehreren Siedlungsinseln. Faschina liegt am 1.486 Meter hohen Faschinajoch, dem Übergang Richtung Argental und Bregenzerwald. Aus dem früheren Alpgebiet ist eine Hotelsiedlung mit eigener touristischer Infrastruktur geworden. Das Gemeindegebiet reicht damit von bewohnten Hanglagen bis zu hoch gelegenen Alpflächen und verbindet zwei unterschiedliche Talzugänge.
Walsergeschichte am Kirchberg
Die Besiedlung durch Walser ist seit dem Mittelalter prägend für das Große Walsertal. Fontanella wird 1363 erstmals urkundlich genannt; der überlieferte Ortsname geht auf „Funtanell“ zurück. Der Name erinnert an eine Quelle und verweist auf eine ältere romanische Sprachschicht, die der Walserbesiedlung vorausging. Im Dorf Kirchberg steht die Pfarrkirche zum heiligen Sebastian. Ihre barocke Baugestalt geht auf das 17. Jahrhundert zurück, später wurde das Gotteshaus erweitert. In Faschina ergänzt die Anna-Kapelle das religiöse Ortsbild. Die Verbindung von Kirchberg und den verstreuten Höfen lässt sich auch an den historischen Wirtschaftsformen ablesen: Wohnhäuser, Ställe, Maiensäße und Alpen lagen auf unterschiedlichen Höhen und dienten der saisonalen Bewirtschaftung. Heute bleibt diese Staffelung in der Landschaft sichtbar, auch wenn die Höfe über Güterwege erreichbar sind.
Arbeit zwischen Landwirtschaft und Dienstleistungen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Fontanella 68 Arbeitsstätten und 168 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 54,4 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungssektor, 32,4 Prozent im primären Sektor. Die Statistik weist außerdem 62,6 Prozent Auspendler unter den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Neben Landwirtschaft gehören Beherbergung, Gastronomie und Bergbahnbetrieb zu den konkret sichtbaren Tätigkeiten: In Faschina erschließen Seilbahnen den Bergsommer und Winterbetrieb, während Hotels Gäste beherbergen. Am Seewaldsee verbindet das Gasthaus gastronomische Arbeit mit dem Ausflugsverkehr; laut Betreiber liegt es in der Parzelle Seewald und öffnet saisonal. Die hohe Auspendlerquote zeigt zugleich, dass viele Bewohnerinnen und Bewohner ihre Erwerbsarbeit außerhalb der Gemeinde ausüben.
Seewaldsee und Biosphärenpark
Der Seewaldsee liegt in der Parzelle Seewald und ist als Bergsee ein markanter Naturraum der Gemeinde. Von der Haltestelle im Ortsteil Säge führt ein öffentlicher Spazierweg durch das Seewaldtobel zum See. Das Gewässer wird als Naturbadesee genutzt; am Ufer gibt es Einkehrmöglichkeiten. Der Weg macht den Höhenunterschied zwischen der besiedelten Hanglage und dem ruhigen Seeufer unmittelbar erlebbar. Zum Biosphärenpark Großes Walsertal gehört hier auch die Bewirtschaftung der höher gelegenen Weiden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fontanella – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Fontanella - Startseite
- Gemeinde Fontanella
- Gemeinde Fontanella: Gemeinde Fontanella
- STATISTIK AUSTRIA: Arbeitsstättenzählung 2024
- Gasthaus Seewaldsee
- Vorarlberg Tourismus: Fontanella | Zum Seewaldsee
- Seilbahnen Faschina: Sommer- und Winterangebote
Stand der Angaben: 15.10.2026
