GEMEINDE · VORARLBERG

Gaschurn

Zwischen Silvretta und Verwall liegen ein großes Berggebiet, die Ill und zwei deutlich voneinander geprägte Ortskerne.

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Blick von Rifa auf Gaschurn
Blick von Rifa auf Gaschurn · Foto: Böhringer Friedrich · „Gaschurn Gundalatschaberg 1“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.5 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 543
01.01.2026
Fläche
176,78 km²
Bevölkerungsdichte
8,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
6793
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GASCHURN KENNENLERNEN

Gaschurn und Partenen: zwei Dörfer im Hochmontafon

Gaschurn umfasst mit 176,78 Quadratkilometern das flächenmäßig größte Gemeindegebiet Vorarlbergs. In den zwei Orten Gaschurn und Partenen lebten am 1. Jänner 2026 zusammen 1.543 Menschen. Die Gemeinde reicht vom Montafoner Talboden bis in die Silvretta; die Ill verbindet die Talorte mit den Hochgebirgstälern.

Gaschurn und Partenen im selben Talraum

Gaschurn Dorf und Partenen sind die beiden Ortschaften der Gemeinde. Sie liegen hintereinander im oberen Montafon, eingerahmt von Silvretta und Verwall. Dazwischen und oberhalb verzweigen Seitentäler wie Garneratal, Verbellatal und Valschaviel. Der große Flächenumfang bedeutet daher nicht eine ausgedehnte geschlossene Siedlung, sondern schließt weite alpine Räume, Stauseen und Hochtäler ein. In Partenen wird der Wechsel vom Tal in die Hochgebirgswelt besonders deutlich: Hier beginnt die Silvretta-Hochalpenstraße Richtung Bielerhöhe. Gaschurn selbst liegt weiter talauswärts und bündelt kommunale Einrichtungen und touristische Angebote. Für den Alltag sind beide Dörfer eigenständige Wohnorte, während öffentliche Einrichtungen, Veranstaltungen und Betriebe über das gemeinsame Gemeindegebiet verteilt sind.

Wasserkraft und die Veränderung des Tals

Die Nutzung der Ill und ihrer Zuflüsse veränderte das Hochmontafon im 20. Jahrhundert. In Partenen entstanden Vermuntwerk und Vermuntsee, später folgten weitere Anlagen in der Silvretta und am Kops. Der Ausbau brachte Baustellen, Wege und technische Infrastruktur in hoch gelegene Täler, die zuvor vor allem alp- und landwirtschaftlich genutzt wurden. Wasserenergie bleibt ein Teil der örtlichen Wirtschaftslandschaft; sie zeigt sich in Stauseen, Druckrohrleitungen und Kraftwerksgebäuden. Der Zugang zu manchen Anlagen ist organisiert: Die Gemeinde führt etwa Besichtigungen des Kopswerks als Kulturangebot im Veranstaltungskalender, was Technikgeschichte vor Ort erfahrbar macht. Zugleich ist die Ill ein Naturfluss, dessen Hochwasser und Muren in der Geschichte der Gemeinde wiederholt Schäden verursachten.

Tourismus, Verkehr und alpine Dienstleistungen

Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählte in Gaschurn 175 Arbeitsstätten und 527 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 80,6 Prozent der Arbeitsstätten entfielen auf Dienstleistungen; dort lagen 72,9 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse. Zugleich pendelten 61,0 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Eine anschauliche örtliche Tätigkeit ist der Betrieb von Bergbahnen und Beherbergungsangeboten: Im Skigebiet Silvretta Montafon werden Seilbahnen und Pisten betrieben, während Hotels und Gastronomie saisonale Gäste versorgen. Neben dem Tourismus bleibt Wasserkraft als örtliche Tätigkeit sichtbar: Kraftwerksanlagen und Speicher im Raum Partenen gehören zur Energieinfrastruktur des Hochmontafons. Für Gäste führt von Partenen die Silvretta-Hochalpenstraße Richtung Bielerhöhe; der Verkehrsweg erschließt eine andere, hochalpine Seite der Gemeinde.

Ein Museum im alten Frühmesshaus

Das Alpin- und Tourismusmuseum befindet sich in einem historischen Holzhaus in Gaschurn, dem ehemaligen Frühmesshaus. Es besteht seit 1992 und widmet sich der Geschichte des Alpinismus und des Tourismus im Montafon. Das Haus war einst Wohnort von Franz Josef Battlogg, der als Geistlicher, Bergpionier und Musiker wirkte. Das Museum macht damit eine regionale Entwicklung sichtbar, die lange vor dem modernen Wintersport begann: frühe Bergtouren und Berichte trugen dazu bei, die Silvretta als Ziel bekannt zu machen. Die Gemeinde nennt zudem die Pfarrkirche St. Michael und die Kapelle Maria Schnee in Gaschurn sowie die Pfarrkirche St. Martin in Partenen als besondere Bauten. Damit haben beide Dörfer eigene historische Bezugspunkte jenseits des Museums.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 15.10.2026

GEOGRAFIE

Gaschurn auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 503
31.10.2021 · Registerzählung1 448
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 543

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
718
NUTS-3-Region
Bludenz-Bregenzer Wald (AT341)

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