BRAND KENNENLERNEN
Brand: Leben am Ende des Brandnertals
Brand liegt am oberen Ende des Brandnertals an der Alvier, umgeben von den Gipfeln des Rätikons. Die Gemeinde hat 736 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 40,27 Quadratkilometern. Auf engem Talboden konzentrieren sich Siedlung und Versorgung; darüber öffnen sich Almflächen, Bergwälder und hochalpine Landschaften.
Ein Dorf im Hochtal
Der Siedlungskern liegt auf rund 1.037 Metern Seehöhe. Die Alvier durchzieht das Tal, dessen Hänge rasch in steile Bergflanken übergehen. Südlich des Orts ragt die Schesaplana bis 2.965 Meter auf; sie markiert zugleich die Grenze zur Schweiz. Brand ist über die Landesstraße mit Bludenz verbunden; die Straße endet im Tal und führt nicht über einen Pass weiter. Landwirtschaftliche Flächen und Almen nehmen nur einen kleineren Teil des Gemeindegebiets ein, während Wald und alpines Gelände das Landschaftsbild bestimmen. Dadurch ist die Gemeinde stärker auf die Talverbindung und regionale Versorgung ausgerichtet als Orte an Durchgangsrouten. Die Höhenlage wirkt sich auch auf die Siedlungsform aus: Häuser, Kirche und touristische Infrastruktur reihen sich entlang des Talbodens, während Wege in höhere Lagen unmittelbar vom Dorf aus beginnen.
Dienstleistungen und Bergbahnen als Arbeitsfelder
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet in Brand 120 Arbeitsstätten und 489 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 95,3 Prozent dieser Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor. Eine örtlich greifbare Tätigkeit ist der Betrieb der Bergbahnen: Sie bringen Gäste zu Wander- und Skigebieten und organisieren dafür den saisonalen Anlagenbetrieb. Das Unternehmen berichtet von rund 420.000 jährlichen Fahrten von Gästen in seinen Gondeln im gesamten Brandnertal; diese Zahl bezieht sich auf die gemeinsame Gesellschaft und nicht allein auf Brand. Der Auspendleranteil liegt bei 44,5 Prozent. Die Anlagen arbeiten je nach Saison im Sommer- und Winterbetrieb.
Walser Siedlung und Wandel zum Ferienort
Im 14. Jahrhundert ließen sich Walser Familien im Hochtal nieder, das zuvor von Nenzing aus als Alpgebiet genutzt worden war. Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahr 1347. Eine eigene Pfarre erhielt Brand 1727; zuvor war die Siedlung kirchlich und politisch eng mit Bürs verbunden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen zunehmend Gäste ins Tal. Der Ausbau von Bergbahnen und Liften seit den 1950er-Jahren veränderte die Möglichkeiten für den Wintertourismus und machte höher gelegene Bereiche leichter erreichbar. Heute trifft die gewachsene Dorfstruktur auf eine touristische Infrastruktur, die ganzjährig Arbeitsplätze und Besucher ins Tal bringt.
Gemeinschaft und Zugang zur Bergwelt
Das Gemeinschaftsleben findet in Brand in überschaubaren Einrichtungen statt: Spielgruppe, Kindergarten, Volksschule und Musikschule sind im Gebäude „zemmako“ zusammengefasst. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und der historische Pfarrhof bilden einen Mittelpunkt im Ortskern; die Kapelle Herz Jesu steht im Ortsteil Innertal. Zugleich beginnt der Übergang vom Dorf in die alpine Landschaft direkt am Talende. Der Lünersee liegt im Gemeindegebiet auf knapp 2.000 Metern und ist sowohl Naturraum als auch Speicher für die Stromerzeugung.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
