BÜRG-VÖSTENHOF KENNENLERNEN
Bürg-Vöstenhof zwischen Schwarza und Gahns
Bürg-Vöstenhof liegt nördlich des Schwarzatals im südlichen Industrieviertel. Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Bürg und Vöstenhof; nur Vöstenhof ist zugleich Katastralgemeinde. Am 1. Jänner 2026 zählte das Gemeindegebiet 157 Einwohnerinnen und Einwohner. Seine amtliche Fläche beträgt 25,16 Quadratkilometer. Zwischen den Siedlungen im Osten und dem höher gelegenen Gahns im Westen wechseln Talraum, Wald und Bergland auf engem Raum.
Vom Tal auf das Gahns-Plateau
Der besiedelte östliche Teil liegt ungefähr auf 600 Metern Seehöhe. Nach Westen steigt das Gelände zum Gahns-Plateau auf mehr als 1.000 Meter an. Am äußersten westlichen Rand erhebt sich der Krummbachstein auf 1.603 Meter und ist damit der höchste Punkt der Gemeinde. Die Unterschiede zwischen Ortslage und Bergland erklären, weshalb die Gemeindefläche deutlich größer ist, als die geringe Einwohnerzahl zunächst vermuten lässt. Das Gebiet grenzt an sechs Nachbargemeinden und reicht vom Raum Ternitz und Pottschach bis in die alpine Umgebung von Reichenau und Puchberg. Die Gemeindeseite verortet das Gemeindeamt in Bürg auf 585 Metern; die historische Darstellung nennt für Vöstenhof etwa 515 Meter.
Zwei Siedlungsnamen, eine Verwaltung
Bürg und Vöstenhof sind zwei Ortschaften innerhalb einer politischen Gemeinde. Die Katastralgemeinde heißt Vöstenhof. Diese Einteilung ist von den Siedlungsnamen zu unterscheiden: Bürg ist der Gemeindehauptort, während Schloss und Katastralgemeinde dem Namen Vöstenhof zugeordnet sind. Die heutige Bezeichnung Bürg-Vöstenhof kam 2001 hinzu. Zuvor hieß die Gemeinde Vöstenhof. Die CITIES-Gemeindeseite beschreibt, dass bei der Bildung der politischen Gemeinde im Jahr 1848 die Katastralgemeinde Vöstenhof und die Rotte Bürg gemeinsam ein Gemeindegebiet bildeten. Das erklärt den Doppelnamen als Verbindung zweier historisch verschiedener Siedlungsbereiche.
Schloss und Herrschaft
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Schloss Vöstenhof verbunden. Der älteste Teil der Anlage wird ins 13. Jahrhundert datiert. Sie entstand als „Fester Hof“ und wechselte wiederholt den Besitz. Von 1621 an gehörte das Schloss rund drei Jahrhunderte den Grafen von Hoyos. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erwarb eine Privatperson das Anwesen, restaurierte es und bewohnt es seither. Schlossgeschichte und Gemeindegeschichte decken sich dabei nicht vollständig: Vöstenhof stand unter der Herrschaft des Schlosses, während Bürg verschiedenen Besitzungen in Stixenstein, Schwarzau am Steinfeld und Pottschach zugeordnet war. Die unterschiedlichen Herrschaftsbezüge gehören zur Erklärung, warum beide Ortsteile eigene historische Beziehungen in die Region haben.
Gemeindeentwicklung seit 1848
Die politische Gemeinde Vöstenhof entstand 1848. Die Gemeindeseite beschreibt die wechselnden Grenzen im 20. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert wurde die Gemeinde vorübergehend mit Sieding vereinigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat am 15. April 1945 ein provisorischer Gemeinderat in Bürg zusammen; die Trennung von Sieding folgte. Am 2. März 2001 genehmigte die Landesregierung die Änderung des Gemeindenamens auf Bürg-Vöstenhof. Ein Jahr später erhielt die Gemeinde ein Wappen. Die zeitliche Abfolge zeigt die Entstehung der heutigen Verwaltungseinheit, ohne sie mit den beiden Ortschaften gleichzusetzen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
